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Hyalomma Zecke Deshalb sollten Sie bestimmte Zecken einschicken

Tropische Hyalomma-Zecken werden bis zu zwei Zentimeter groß. Seit einigen Jahren sind sie bei uns heimisch. Warum Sie die großen Zecken an das RKI schicken sollten.

Stand: 20.04.2022

Eine große, tropische Hyalomma-Zecke liegt neben einem Gemeinen Holzbock. | Bild: dpa/picture alliance

Riesenzecke Hyalomma kommt aus den Tropen zu uns

Die Hyalomma-Zecken kommen eigentlich aus den Tropen und sind wahrscheinlich über Zugvögel oder Reisende mit Haustieren eingeschleppt worden. Im Hitzesommer 2018 sind sie über drei Dutzend Mal in Deutschland gesichtet worden.

Doch es gab auch 2019 weitere Funde: Gleich sechs Funde wurden den Zeckenforschern der Uni Hohenheim in Stuttgart im Juni 2019 gemeldet - fünf Zecken auf einem Pferdehof in Nordrhein-Westfalen und eine auf einem Pferd in Niedersachsen. Prof. Dr. Ute Mackenstedt zu den Funden und wie sie einzuordnen sind: "Diesmal müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten."

Hyalomma-Zecke - reicht die Verbreitung für eine Population?

Dass die Tropenzecken bei uns überwintern konnten, bedeute aber nicht unbedingt, dass die Hyalomma bei uns schon heimisch sind, so die Forscher. Sie werden die Lage weiter beobachten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab im Juni 2020 folgende Einschätzung, auf der Grundlage, dass nur erwachsene Zecken tiefe Temperaturen im Winter überstehen, deren Larven und Nymphen aber nicht:

"Es ist unklar, ob die im Winter überlebenden Tiere ausreichen, um langfristig eine eigene Population in Deutschland aufzubauen."

RKI

Hyalomma-Zecke - Pferde

Hyalomma-Zecken sind deutlich größer als heimische Zecken.

Die Hyalomma-Zecken sind deutlich größer als die normalen heimischen Holzböcke - nämlich bis zu drei Mal so groß. Sie können bis zu zwei Zentimeter groß werden. Dazu kommt noch, dass Hyalommazecken spinnenartig schnell und aktive Jäger sind. Sie können bis zu zehn Meter weit sehen und verfolgen ihr Opfer mehrere hundert Meter. Sie befallen besonders gern Pferde, so Informationen der Zeckenforscher an der Universität Hohenheim. Deswegen sollten besonders Reiter und Pferdebesitzer auf die Zecken achten.

Die Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes - das sind die beiden Arten, die jetzt des öfteren in Deutschland gefunden werden. Beide Arten gelten als Überträger des Virus des Krim-Kongo-Fiebers. Die Tropenzecken haben gestreifte Beine und sind dadurch gut zu erkennen.

Zecken einsenden

Seit 2018 sind rund 9.000 Zecken an die Wissenschaftler der Uni Hohenheim geschickt worden. Das half den Forschern zum Beispiel, die Verbreitung der Auwaldzecke, einer heimischen Art, die die Erreger von FSME übertragen kann, besser einschätzen zu können. Am 31.12.2021 hat die Uni Hohenheim das Zecken-Einsendeprojekt beendet und nimmt keine weiteren Zecken mehr an.

Zecken ans RKI schicken

Das ist eine Auwaldzecke. Das RKI berichtet, dass diese Zeckenart oft für eine Hyalomma-Zecke gehalten wird.

An das Robert-Koch-Institut (RKI) aber können nach wie vor Hyalomma-Zecken geschickt werden. Das RKI untersucht diese neue Art auf Krankheitserreger. Gute Nachricht: Keine der untersuchten Hyalomma-Zecken aus den Jahren 2018 und 2019 trug das Krim-Kongo-Virus in sich. Die Zecken stammten aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein. Häufig wurden Auwaldzecken an das RKI geschickt, die vornehmlich im Osten und Südwesten von Deutschland vorkommen.

Hyalomma Zecke

Wenn Sie denken, dass Sie eine der auffälligen Hyalomma-Zecken mit den gestreiften Beinen gefunden haben, können Sie sie an das RKI schicken:
Robert Koch-Institut
 ZBS 1 –"Zecke"
Seestraße 10
13353 Berlin

Warum wir Zecken einschicken sollten

Aus zwei Gründen sollten Sie Forschern vom Robert-Koch-Institut weiterhin Hyalomma-Zecken zusenden: Wenn alle ihre Zeckenfunde teilen, können die Wissenschaftler nicht nur deren Ausbreitung besser einschätzen, sondern auch Gegenmaßnahmen entwickeln.

Am besten ist es natürlich, wenn Sie die Zecken selbst - tot oder lebendig - einschicken. Dann können diese neuen Zeckenarten auf Krankheitserreger untersucht werden.

Wie Hyalomma-Zecken einschicken

Wichtig: Zu der Zecke, die Sie einschicken, immer einen Zettel beilegen mit Fundort und Funddatum, Ihrer Anschrift und einem Hinweis, worauf Sie die Zecke gefunden haben. Wenn die verdächtige Zecke, die wie eine der eingewanderten Arten aussieht, noch lebendig ist, setzen Sie sie in entweder in ein kleines Schraubglas oder einen kleinen Creme-Tiegel. Ein beigelegter Grashalm verhindert, dass die Zecke austrocknet.

Wenn die Zecke tot ist, können Sie sie in ein Stück Papier einschlagen und dann in ein Stück Luftpolsterfolie verpacken. Achten Sie dabei darauf, dass die Zecke nicht mit Klebefilm in Berührung kommt. Danach in einem kleinen Karton verschicken oder in einer Luftpolstertasche.

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