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Hyalomma Zecke Deshalb sollten Sie bestimmte Zecken einschicken

Tropische Hyalomma-Zecken werden bis zu zwei Zentimeter groß. Seit einigen Jahren werden sie bei uns gesichtet. Warum Sie große Zecken mit gestreiften Beinen an die Uni Hohenheim oder an das RKI schicken sollten.

Stand: 22.05.2020 | Archiv

Eine große, tropische Hyalomma-Zecke liegt neben einem Gemeinen Holzbock. | Bild: dpa/picture alliance

Riesenzecke Hyalomma kommt aus den Tropen zu uns

Die Hyalomma-Zecken kommen eigentlich aus den Tropen und sind wahrscheinlich über Zugvögel oder Reisende mit Haustieren eingeschleppt worden. Im Hitzesommer 2018 sind sie über drei Dutzend Mal in Deutschland gesichtet worden.

Doch es gab auch 2019 weitere Funde: Gleich sechs Funde wurden den Zeckenforschern der Uni Hohenheim in Stuttgart im Juni 2019 gemeldet - fünf Zecken auf einem Pferdehof in Nordrhein-Westfalen und eine auf einem Pferd in Niedersachsen. Prof. Dr. Ute Mackenstedt zu den Funden und wie sie einzuordnen sind: "Diesmal müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten."

Dass die Tropenzecken bei uns überwintern konnten, bedeute aber nicht unbedingt, dass die Hyalomma bei uns schon heimisch sind, so die Forscher. Sie werden die Lage weiter beobachten.

Hyalomma-Zecken sind deutlich größer als heimische Zecken.

Die Hyalomma-Zecken sind deutlich größer als die normalen heimischen Holzböcke - nämlich bis zu drei Mal so groß. Sie können bis zu zwei Zentimeter groß werden. Dazu kommt noch, dass Hyalommazecken spinnenartig schnell und aktive Jäger sind. Sie können ihr Opfer mehrere hundert Meter verfolgen und befallen besonders gern Pferde, so Informationen der Zeckenforscher an der Universität Hohenheim. Deswegen sollten besonders Reiter und Pferdebesitzer auf die Zecken achten.

Die Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes - das sind die beiden Arten, die jetzt des öfteren in Deutschland gefunden werden. Beide Arten gelten als Überträger des Virus des Krim-Kongo-Fiebers. Die Tropenzecken haben gestreifte Beine und sind dadurch gut zu erkennen. Wenn Sie eine dieser Riesenzecken zwar gesehen, aber nicht gefangen haben, lassen Sie es die Wissenschaftler dennoch wissen - einfach eine Mail mit Ihren Beobachtungen senden an tropenzecken@uni-hohenheim.de

Das ist eine Auwaldzecke. Das RKI berichtet, dass diese Zeckenart oft für eine Hyalomma-Zecke gehalten wird.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) untersucht diese neue Art auf Krankheitserreger. Keine der untersuchten Hyalomma-Zecken aus den Jahren 2018 und 2019 trug das Krim-Kongo-Virus in sich. Die Zecken stammten aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, NordrheinWestfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein. Häufig wurden Auwaldzecken an das RKI geschickt, die vornehmlich im Osten und Südwesten von Deutschland vorkommen.

Wenn Sie denken, dass Sie eine der auffälligen Hyalomma-Zecken mit den gestreiften Beinen gefunden haben, können Sie sie an das RKI schicken: Robert Koch-Institut, ZBS 1 –"Zecke", Seestraße 10, 13353 Berlin.

Warum wir weiterhin Zecken einschicken sollten

Hyalomma Zecke

Aus zwei Gründen sollten Sie den Forschern der Uni Hohenheim und vom Robert-Koch-Institut weiterhin Hyalomma-Zecken zusenden: Wenn alle ihre Zeckenfunde teilen, können die Wissenschaftler nicht nur deren Ausbreitung besser einschätzen, sondern auch Gegenmaßnahmen entwickeln.

Am besten ist es natürlich, wenn Sie die Zecken selbst - tot oder lebendig - einschicken. Dann können diese neuen Zeckenarten auf Krankheitserreger untersucht werden.

Wie Hyalomma-Zecken einschicken und wohin

Wichtig: Zu der Zecke, die Sie einschicken, immer einen Zettel beilegen mit Fundort und Funddatum, Ihrer Anschrift und einem Hinweis, worauf Sie die Zecke gefunden haben. Wenn die verdächtige Zecke, die wie eine der eingewanderten Arten aussieht, noch lebendig ist, setzen Sie sie in entweder in ein kleines Schraubglas oder einen kleinen Creme-Tiegel. Die Uni Hohenheim schreibt: "Legen Sie einen frischen Grashalm dazu, er wird die Zecke mit Feuchtigkeit versorgen und ein Vertrocknen während des Transports verhindern."

Wenn die Zecke tot ist, können Sie sie in eine Stück Papier einschlagen und dann in ein Stück Luftpolsterfolie verpacken. Achten Sie dabei darauf, dass die Zecke nicht mit Klebefilm in Berührung kommt. Danach in einem kleinen Karton verschicken oder in einer Luftpolstertasche. Als Belohnung stellen Ihnen die Forscher der Uni Hohenheim alle Untersuchungsergebnisse "Ihrer" Zecke zur Verfügung - also welche Art es ist und ob sie Krankheitserreger in sich getragen hat.

Hyalomma Zecken an die Zeckenforscher der Uni Hohenheim schicken - die Adresse

Prof. Dr. Ute Mackenstedt
Fachgebiet Parasitologie 220B
Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart-Hohenheim