Bayern 1

Hyalomma Zecke Deshalb sollten Sie bestimmte Zecken einschicken

Sie sind viel größer als normale Zecken und wurden im Sommer 2018 häufiger in Deutschland gesichtet: Hyalomma-Zecken werden bis zu zwei Zentimeter groß. Aus verschiedenen Gründen sollten Sie sie an die Uni Hohenheim schicken.

Stand: 29.04.2019 | Archiv

Hyalommazecke auf dem Boden | Bild: mauritius images

Riesenzecke Hyalomma kommt aus den Tropen zu uns

Die Hyalomma-Zecken kommen eigentlich aus den Tropen und sind wahrscheinlich über Zugvögel oder Reisende mit Haustieren eingewandert. Im Hitzesommer 2018 sind sie über drei Dutzend Mal in Deutschland gesichtet worden.

Die Hyalomma-Zecken sind deutlich größer als die normalen heimischen Holzböcke - nämlich bis zu drei Mal so groß. Sie können bis zu zwei Zentimeter groß werden. Dazu kommt noch, dass Hyalommazecken spinnenartig schnell und aktive Jäger sind. Sie können ihr Opfer mehrere hundert Meter verfolgen und befallen besonders gern Pferde, so Informationen der Zeckenforscher an der Universität Hohenheim. Deswegen sollten besonders Reiter und Pferdebesitzer auf die Zecken achten.

Die Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes - das sind die beiden Arten, die vergangenes Jahr des öfteren in Deutschland gefunden worden sind. Sie haben gestreifte Beine und sind dadurch gut zu erkennen. Wenn Sie eine dieser Riesenzecken zwar gesehen, aber nicht gefangen haben, lassen Sie es die Wissenschaftler dennoch wissen - einfach eine Mail mit Ihren Beobachtungen senden an tropenzecken@uni-hohenheim.de.

Warum wir Zecken einschicken sollten

Aus zwei Gründen sollten Sie den Forschern der Uni Hohenheim helfen: Wenn alle ihre Zeckenfunde teilen, können die Wissenschaftler nicht nur deren Ausbreitung besser einschätzen, sondern auch Gegenmaßnahmen entwickeln.

Am besten ist es natürlich, wenn Sie die Zecken selbst - tot oder lebendig - einschicken. Dann können diese neuen Zeckenarten auf Krankheitserreger untersucht werden.

Wie Zecken einschicken und wohin

Wichtig: Zu der Zecke, die Sie einschicken, immer einen Zettel beilegen mit Fundort und Funddatum, Ihrer Anschrift und einem Hinweis, worauf Sie die Zecke gefunden haben. Wenn die verdächtige Zecke, die wie eine der eingewanderten Arten aussieht, noch lebendig ist, setzen Sie sie in entweder in ein kleines Schraubglas oder einen kleinen Creme-Tiegel. Die Uni Hohenheim schreibt: "Legen Sie einen frischen Grashalm dazu, er wird die Zecke mit Feuchtigkeit versorgen und ein Vertrocknen während des Transports verhindern."

Wenn die Zecke tot ist, können Sie sie in eine Stück Papier einschlagen und dann in ein Stück Luftpolsterfolie verpacken. Achten Sie dabei darauf, dass die Zecke nicht mit Klebefilm in Berührung kommt. Danach in einem kleinen Karton verschicken oder in einer Luftpolstertasche. Als Belohnung stellen Ihnen die Forscher alle Untersuchungsergebnisse "Ihrer" Zecke zur Verfügung.

Zeckenforscher - die Adresse

Prof. Dr. Ute Mackenstedt
Fachgebiet Parasitologie 220B
Emil-Wolff-Straße 34
70599 Stuttgart-Hohenheim