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Rasen richtig pflegen Diese 5 Mythen über Rasenpflege sind falsch

Darf man mittags wässern? Tipps für einen schönen und gepflegten Rasen gibt es viele, doch auf manche Mythen sollten Sie nicht hereinfallen.

Stand: 19.07.2018

Ein kleiner Junge rennt mit einem spritzenden Gartenschlauch über eine Wiese | Bild: mauritius-images

1. Auch Hobbygärtner müssen den Rasen vertikutieren

"Falsch", sagt Günther Schwab, von der oberbayerischen Firma "Rasen Schwab". Mit dem Vertikutieren, also dem Aufschneiden des Rasens, sollen Rasenfilz und Moos verhindert werden. "Auf Sportplätzen, die einen sandigen Untergrund haben ist das wichtig", sagt Schwab. Im heimischen Garten wird der Rasenfilz in den meisten Fällen ganz natürlich durch die im Boden enthaltenen Mikroorganismen zerfressen. Wer also kein dichtes Moosbett im Rasen hat, kann sich das Vertikutieren und damit auch den Vertikutierer sparen.

2. Rasen in der Mittagshitze wässern?

In der Mittagshitze soll man nicht wässern? "Stimmt nicht", sagt Günther Schwab. Wer in der Mittagshitze gießt, verbraucht zwar mehr Wasser, weil es schneller verdunstet, dem Rasen schadet das aber nicht - im Gegenteil. Denn durch die Verdunstungskälte werden die Grashalme gekühlt. "Bei 35 Grad kann es sonst passieren, dass Ihnen der Rasen zwischen 11 und 15 Uhr verbrennt", sagt Schwab.

3. Im Herbst nicht mehr mit Stickstoff düngen

"Diese Regel stammt noch aus der Zeit, als es noch nicht so hochwertige Zuchtgräser gab", sagt Günther Schwab. Heute gelte vielmehr: Wenn der Rasen gut ernährt in den Winter geht, übersteht er auch die niedrigen Temperaturen besser. Der Dünger gibt dem Rasen den Stickstoff zurück, der ihm beim Mähen entzogen wurde.

4. Mulchen ersetzt das Düngen

Höchstens eine Düngung im Jahr könne man sich durch das Mulchen, das Liegenlassen des Grasschnitts auf dem Rasen, sparen, sagt Schwab. Tatsächlich kann ein Mulchmäher aber auch einen unerwünschten Effekt haben. "Mit dem Mulchmäher verteilen Sie auch Unkrautsamen auf dem kompletten Rasen", sagt Schwab. Das Unkraut, das sonst in die Tonne wandern würde, breitet sich so noch mehr aus. Was viele Gärtner eigentlich durch regelmäßiges Mähen bekämpfen wollen, verstärken sie so noch.

5. Im Herbst wird zum letzten Mal im Jahr gemäht

Auch das ist eine veraltete Regel. Wer den Rasenmäher im Herbst einmottet, hat im Sommer danach unter Umständen eine wilde Wiese im Garten. "Das haben wir im vergangenen Jahr gesehen: Wenn es keinen Frost gibt, können Sie im Prinzip bis Weihnachten noch mähen."

Worauf Sie achten sollten

Mähen

  • Häufiges Mähen fördert die Dichte des Rasens.
  • Niemals mehr als die Hälfte der Höhe auf einmal schneiden.
  • Für Gebrauchsrasen im Garten empfehlen Experten eine Länge von ca. 3,5 bis 5 cm.
  • Beim Rasenmäher auf scharfe Messer achten.

Düngen

  • Speziellen Rasendünger verwenden.
  • Je stärker die Belastung des Rasens, desto häufiger sollten Sie düngen.
  • Ohne Belastung reichen laut Deutscher Rasengesellschaft zwei Düngungen im Jahr (April/Juli), Günther Schwab empfiehlt seinen Kunden viermal pro Jahr zu düngen, das letzte Mal im Herbst.

Wässern

  • "Ab 30 Grad ist beim Wässern alles erlaubt", sagt Günther Schwab - Hauptsache der Rasen bekommt genug Wasser.
  • Sonst gilt: Lieber einmal die Woche richtig wässern, statt jeden Tag ein bisschen.
  • Die Erde muss gut durchfeuchtet werden, sonst fehlt das Wasser an den Wurzeln

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