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Rasen säen Stiftung Warentest: Welcher Rasen ist der beste?

Die Stiftung Warentest hat Rasensamen-Mischungen unter die Lupe genommen. Bei einigen davon ist der Erfolg zweifelhaft. Woran Sie gutes Rasen-Saatgut erkennen, wie Sie Rasen säen - und eine dichte, robuste Rasenfläche bekommen.

Stand: 26.03.2019

Frau schenidet Rasen mit Schere | Bild: mauritius-images

Wer sich in seinem Garten dauerhaft über einen gleichmäßigen, dichten englischen Rasen freuen will, muss einiges dafür tun. Rasengräser brauchen viel Wasser, viele Nährstoffe und dazu einen halbwegs durchlässigen Boden - sonst verkümmern sie und überlassen sogenannten Unkräutern und Moosen das Feld. Aber auch die beste Pflege hilft nicht, wenn der Rasensamen nicht passt: Mit "einfach nur grünes Gras" treffen Sie schnell auch mal die falsche Wahl - und haben am Ende zwar die Arbeit, aber keinen ansehnlichen Rasen.

Warentest: Viele Rasensamen "wenig geeignet"

Nicht überall wo Spielrasen drauf steht, ist strapazierfähiger Rasen drin.

Die Stiftung Warentest hat 41 Rasensamen-Mischungen gekauft und ihre Zusammensetzung von Experten untersuchen lassen: Sind die enthaltenen Sorten für den Einsatz im Hausgarten geeignet? Und können sie ihren jeweiligen Verwendungszweck erfüllen - also etwa als Spiel- & Universalrasen, als Rasen für eher trockene oder eher schattige Bereiche oder auch als Nachsaat auf kahlen Stellen im Rasen? Ergebnis: Nur knapp die Hälfte der Produkte sind "geeignet"; 21 Mischungen bewerteten die Prüfer als "mit Einschränkung geeignet" bzw. "wenig geeignet" - darunter auffällig viele Rasensamen-Eigenmarken aus dem Baumarkt.

Futtergras statt Rasensaat

Das Problem bei vielen Produkten, wie etwa dem "Toom Sport- und Spielrasen": Sie enthalten zu einem (Groß-)Teil Samen für Futtergräser, die einem ganz anderen Zweck dienen sollen als ein Hausrasen. Sie wachsen schnell und produzieren viel Grünmasse - auf eine dichte und robuste Grasnarbe mit wenig Wachstum wartet man damit vergeblich. Viele Mischungen enthalten zudem Sorten, die nie auf ihre Tauglichkeit für Gebrauchsrasen geprüft wurden. Wer Pech hat, investiert damit Geld, Zeit und Arbeit und schaut am Ende doch nur auf eine kümmerliche Stoppelwiese.

Welcher Rasen ist der beste?

Auf RSM-Qualität beim Rasensamen-Kauf achten

Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet beim Kauf auf den Vermerk "RSM-Qualität" auf der Packung, empfiehlt die Stiftung Warentest. Diese "Regel-Saatgut-Mischungen" folgen den Empfehlungen der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) und enthalten auf verschiedene Verwendungszwecke abgestimmtes, geprüftes Saatgut. Was sich allerdings auch im höheren Preis niederschlägt.

Rasensamen für Spiel- und Universalrasen - im Test "geeignet":

  • Bauhaus Gardol Spiel- und Sportrasen
  • Compo Rasensamen Spiel & Sport
  • Dehner Spiel- und Sportrasen
  • Kiepenkerl Spiel- und Sportrasen
  • Pflanzen Kölle Kölle's Bester Sport- und Spielrasen
  • Wolf Garten Sport- und Spielrasen
  • Wolf Garten Universal-Rasen

Rasensaat zum Nachsäen - im Test "geeignet":

  • Compo Saat Nachsaat-Rasen
  • Dehner Rasen-Nachsaat
  • Kiepenkerl Complete - Nachsaat-Rasen
  • Pflanzen Kölle Kölle's Beste Rasen-Nachsaat
  • Toom Power Nachsaat
  • Wolf Garten Turbo-Nachsaat

Rasensaat für eher schattige Bereiche - im Test "geeignet":

  • Dehner Schattenrasen
  • Wolf Garten Schatten & Sonne Premium Rasen

Rasensaat für Trockenbereiche - im Test "geeignet":

  • Kiepenkerl Sunny Green - Rasen für trockene Standorte
  • Pflanzen Kölle Kölle's Beste Trocken-Rasen
  • Toom Wassersparrasen
  • Wolf Garten Trocken-Rasen Premium

Rasen säen - Temperatur?

Die beste Jahreszeit für Ansäen von Rasen ist das Frühjahr oder auch der Frühherbst. Bei einer Bodentemperatur ab 10 Grad keimen die Samen zügig, je nach Witterung können Sie sich also ab Ende April bis Ende Mai an die Arbeit machen, oder später im Jahr ab Ende August bis Ende September.

Wie säe ich Rasen richtig?

Vor dem Ansäen den Boden gründlich lockern und geradeziehen

Bevor es ans Ansäen geht, muss der Boden gründlich von Steinen und Unkraut befreit, eingeebnet und mit einer Walze verdichtet werden. Beim Aussäen muss der Samen möglichst gleichmäßig verteilt werden - sonst entstehen Lücken, in die Unkräuter stoßen können. Wer sich den gleichmäßigen Schwung mit der Hand nicht zutraut, sollte besser einen speziellen Streuwagen verwenden. Die Samen vorsichtig mit einem Rechen längs und quer durchziehen und anschließend die Fläche nochmals walzen, damit die Samen guten Bodenkontakt bekommen. Dann vorsichtig, aber gründlich bewässern.

In den folgenden Wochen ist laufendes Bewässern sehr wichtig: Gerade in der Keimphase reagieren die Keimlinge empfindlich auf Trockenheit, daher die Fläche am besten mehrmals täglich 10 Minuten lang beregnen. Nicht ungeduldig werden, wenn Sie lange auf die ersten grünen Spitzen warten müssen: Die Keimung dauert bis zu drei Wochen, und gerade hochwertigeres Saatgut lässt sich eher länger Zeit. Sind die Halme dann zirka 10 Zentimeter hoch, können Sie das erste Mal den Rasenmäher anwerfen - und auf zirka 4 bis 5 Zentimeter kürzen. Düngen nicht vergessen; am einfachsten ist ein spezieller Langzeitdünger für den Rasen, aber auch eine dünne Schicht aus fein gesiebtem Kompost hilft.

Damit Ihr Rasen dauerhaft gut gedeiht: Diese 5 Mythen über Rasenpflege sind falsch

Rasenpflege im Frühjahr

Sobald das Gras deutlich gewachsen ist (je nach Witterung Ende April, Anfang Mai), sollten sie es auf 4 bis 5 Zentimeter einkürzen und den Rasen vertikutieren, um abgestorbene Gräser und Moose zu entfernen. Damit machen sie den Weg zu den Rasenwurzeln frei: Wasser (bei Bedarf auch aus dem Rasensprenger) und ein stickstoffbetonter Langzeitdünger unterstützen den ersten Wachstumsschub der Gräser.

Eine Ecke für die Artenvielfalt?

Für den Artenschutz ist reiner englischer Rasen eine Nullnummer - eine Monokultur ohne jegliche Blüte. Wie wär's als Ausgleich dafür mit einer Gartenecke voller insektenfreundlicher Pflanzen? Hier finden Sie Tipps für Bienenweiden und Co

Kahle Stellen im Rasen schließen sich schneller, wenn sie spezielle Rasen-Nachsaat verwenden - die Samen sind oft bereits mit einer Dünger-Schicht ummantelt, nur ans Gießen müssen Sie selbst denken.

Stärkerer Moosbefall kann auf einen verdichteten Boden hinweisen. In diesem Fall sollten Sie zuerst den Rasen belüften - also mit einer Grabgabel oder einem speziellen Aerifizierer kleine Löcher in den Rasen stechen - und anschließend eine dünne Schicht mittelkörnigen Sand verteilen.


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