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Orchideen Pflege Mit diesen Tipps haben Sie mehr von Ihrer Orchidee

Wie erkenne ich eine gesunde Orchidee? Und warum sollte ich immer Zimt zur Hand haben? Pflanzenexpertin Karin Greiner gibt uns wertvolle Tipps rund um das Umtopfen und die Pflege der Orchideen.

Stand: 16.01.2019

Eine junge Frau bestaunt eine weiß blühende Orchidee. | Bild: mauritius-images

Wann sollte man seine Orchideen umtopfen?

Alle zwei bis drei Jahre sollten Sie Ihre Orchideen umtopfen. Bis dahin kann es sein, dass das Substrat verrottet ist und die Wurzeln zu wenig Platz haben. Die beste Jahreszeit für das Umtopfen der Orchidee ist der Frühling.

"Nicht vor Februar umtopfen. Günstig ist der März, da gibt es mehr Licht und die Orchideen fangen wieder an zu wachsen."

Pflanzenexpertin, Karin Greiner

Wenn Sie also im März Ihre Orchidee umtopfen, dann wässern Sie die Pflanze ein bis zwei Tage vorher ordentlich. Auch leichtes Düngen hilft der Zimmerpflanze vor dem Umtopfen. So kann sie ihre Reserven aufstocken und mit der Veränderung besser umgehen.

Worauf muss man beim Umtopfen achten?

Jetzt geht es an den Topf. Es kann sein, dass die Wurzeln der Orchidee ein wenig festklemmen. Versuchen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf zu holen. Hier hilft es, wenn Sie den Topf ein wenig kneten, dann lockert sich das Substrat und die Wurzeln, so Pflanzenexpertin Karin Greiner. Sollte gar nichts mehr gehen, dann können Sie den Topf aufschneiden und die Orchidee heraus holen.

Welches Substrat braucht man für Orchideen?

Im nächsten Schritt wird das alte Substrat entfernt und zwar so sauber, wie möglich. So haben Sie einen besseren Blick und Zugriff auf die Wurzeln der Orchidee. Entdecken Sie jetzt vertrocknete oder verfaulte Wurzeln, dann schneiden Sie diese zurück. Achten Sie darauf, dass sie bei der Pflege der Orchideenwurzeln keine gesunden Wurzeln verletzen. Sollte das doch passieren, dann hat Karin Greiner einen Tipp:

"Die verletzte Wurzel kurz in Zimt stubbsen, das desinfiziert. Wer keinen Zimt zur Hand hat, kann auch Holzasche verwenden."

Pflanzenexpertin, Karin Greiner

Wenn die Orchidee noch Platz hat, dann kann sie zurück in ihren alten, sauberen Topf. Den alten Topf am besten mit Essigwasser säubern, empfiehlt Pflanzenexpertin Karin Greiner. Ist der Topf zu klein geworden sein, dann braucht die Orchidee einen Neuen. Der sollte nicht sehr viel größer sein: maximal ein bis zwei Finger breiter, so Karin Greiner.

Orchideen-Substrat gibt es schon fertig zu kaufen. Eine kleine Schicht davon kommt jetzt auf den Boden des Topfes. Die Orchidee wird mit einer Drehbewegung in den Topf gepasst.

"Bloß nicht stopfen, sonst könnten Wurzeln verletzt werden."

Pflanzenexpertin, Karin Greiner

Die Orchidee sitzt wieder gut im Topf? Dann können Sie mit dem Befüllen fortfahren, dabei den Topf immer wieder auf den Tisch klopfen, so verteilt sich das Substrat besser und schließt etwaige Lücken.

Nach dem Umtopfen darf die Orchidee nicht gegossen werden

Wichtig ist jetzt, die Orchidee die nächsten fünf bis sieben Tage weder zu gießen noch zu düngen. Stellen Sie sie am besten an ihren gewohnten Platz und lassen Sie sie von den Strapazen der Pflege und des Umtopfens erholen.

Soll man die Orchidee zurückschneiden?

Verblühte Triebe sollte man zurückschneiden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man schneidet den verblühten Trieb bis zu einem schlafenden Auge, einem Knotenpunkt des Triebs, zurück - dann wird man schnell wieder mit Blüten belohnt. Der Nachteil bei dieser Methode ist, dass dieser Vorgang der Orchidee viel Engerie abverlangt. Sie werden bei diesem Verfahren nicht alt.
Oder Sie schneiden zusätzlich auch den Trieb komplett zurück. Dadurch verschaffen Sie der Orchidee eine Ruhephase. Sie sammelt neue Kräfte und treibt dann wieder aus, wenn sie dazu bereit ist. Bei diesem Verfahren halten Orchideen länger, so Pflanzenexpertin Karin Greiner.

Was sollte man beim Orchideen-Kauf beachten?

Stehen die Orchideen im zugigen Eingangsbereich? Dann sollten Sie auf den Kauf verzichten. Davon erholen sich die Pflanzen selten und gehen nach dem Kauf schnell ein.

Dasselbe gilt für den Fall, dass Orchideen nicht eingepackt sind: Einmal der kalten Luft ausgesetzt, nimmt die Pflanze Schaden, der zwar nicht sichtbar ist, sich aber wenige Zeit später in gelb werdenden und abfallenden Blättern äußert.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Blätter der Orchidee schön saftig, prall und grün sind.

Auch die Wurzeln sollten Sie näher betrachten. Sehen diese matschig aus, dann sollten Sie von einem Kauf absehen.

Hat die Orchidee kaum Knospen sondern nur offene Blüten, haben Sie nur kurz Freude an der Pflanze, da keine neuen Blüten nachkommen.

Ein Trieb, der mitten aus dem Herz der Orchidee kommt, also mitten aus den Blättern, kann ein Hinweis auf eine überaltete oder falsch gezogene Pflanze sein. Wer solche Orchideen kauft, hat wenige Zeit später nur noch den Trieb und keine Blätter mehr. Ohne Blätter kann die Pflanze leider nicht überleben.

Faustregel: Sehen Sie sich vor dem Kauf die Pflanze genau an. Hat sie viele Knospen, gesunde Blätter, gute Wurzeln und kommt kein Trieb aus der Mitte, dann können Sie die verpackte Orchidee mitnehmen.

Karin Greiner | Bild: Karin Greiner zur Übersicht BAYERN 1 Tipps für Pflanzenfreunde Tipps und Tricks von Karin Greiner

Karin Greiner hat ihn, den "grünen Daumen". Auf BAYERN 1 gibt sie regelmäßig Tipps für Balkon-, Garten- und Zimmerpflanzen. Egal, ob Anfänger oder Profi - Karin Greiner hat für jeden einen Kniff bereit. [mehr]


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