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Natron Diese 7 Tricks mit Natron kennen Sie noch nicht

Natron bekämpft Gerüche, hilft bei Unwohlsein und macht Kuchen fluffig. Diese 7 Tricks mit Natron kennen Sie vielleicht aber doch noch nicht.

Stand: 29.08.2018

Schälchen Natron steht mit Putzutensilien und Zitrone auf einem Brett | Bild: colourbox.com

Unterschied Natron und Soda

Oft werden Natron und reines Soda miteinander verwechselt - sie sind zwar miteinander verwandt, beide recht preiswert und bewährte Hausmittel, aber in der Chemie und Anwendung unterscheiden sie sich sehr:

Natron wird auch Natriumbicarbonat oder Natriumhydrogencarbonbat, Speisenatron, Back- oder Speisesoda genannt. Englischer Ausdruck: baking soda. Natron ist auch Bestandteil von Backpulver und wird meist in der Küche angewendet. Es bildet bei Hitze oder dem Zusammentreffen mit Säure oder Feuchtigkeit Kohlensäure und beginnt zu sprudeln - dadurch wird unser Teig schön locker.

Reines Soda oder Waschsoda, Natriumcarbonat, dagegen ist ein Gefahrstoff, der Reizungen der Schleimhäute hervorrufen kann, wenn man das weiße Pulver einatmet. Es reagiert sehr viel heftiger und basischer und wird meist zum Reinigen verwendet.

Natron Herstellung

Grundlage von Natron, also Natriumhydrogencarbonat ist das Mineral Nahcolit. Das kommt in natürlichen Beständen vor, unter anderem im US-Bundesstaat Colorado, wird in Deutschland aber zum größten Teil aus Kochsalz gewonnen, indem chemisch im Salz Chlor gegen Carbonat ausgetauscht wird.

Hausmittel Natron

Natron ist ein unglaublich vielseitiges Hausmittel, das man immer im Haus haben sollte. Natron ist zuallererst ein gutes Backtriebmittel und macht den Kuchen schön locker. Es kann aber noch viel mehr: Aus Natron lassen sich ein sanftes Deo, Gesichtsmasken und mildes Duschgel herstellen. Oder oder Putzmittel vom Allzweckreiniger über Silberbad bis hin zum Schuh-Deo.

Mit Natron können wir Mundgeruch bekämpfen oder auch Gerüche im Kühlschrank. Doch diese Tricks sind besonders:

Eier mit Natron kochen

Eier lassen sich mit Natron im Kochwasser leichter schälen.

Wer in sein Eier-Kochwasser einen Teelöffel Natron gibt, kann seine Frühstückseier viel leichter pellen. Der Grund dafür ist der: Das Natron verändert den pH-Wert des Wassers hin zum Basischen und das wirkt auf die Kalkschale der Eier. Dadurch lassen sie sich leichter pellen. Das funktioniert auch mit ganz frischen Eiern, die sich ja meist von Natur aus schlechter pellen lassen als ältere.

Natron gegen Augenringe

Eine Augenmaske mit Natron wirkt schnell und effizient. In ein Glas lauwarmes Wasser einen halben Teelöffel Natron einrühren und gut auflösen lassen. Wenn es nicht mehr sprudelt und sich alles schön verbunden hat, tränken wir zwei Wattepads damit, drücken sie schwach aus und legen Sie unter die Augen. Zehn Minuten einwirken lassen. Warum das hilft? Natron wirkt leicht aufhellend auf der Haut. Auch die dunkle Haut der Augenringe sieht heller nach der Anwendung aus.

Muffige Bücher mit Natron behandeln

Riechen Bücher, die wir auf dem Flohmarkt erstanden haben, richtig muffig, können wir sie mit Natron frisch machen: Wir legen das Buch in eine Tüte, schütten ein bis zwei Esslöffel Natron dazu, verschließen die Tüte fest und schütteln. Das Ganze lassen wir einige Tage bis zu einer Woche im Regal liegen. Danach öffnen wir die Tüte und schütteln und bürsten das Natronpulver aus den Buchseiten.

Sneaker mit Natron reinigen

Manche Sneaker dürfen wir nicht in der Waschmaschine mitwaschen. Besonders bei den weißen Zwischensohlen bewirkt in solchen Fällen Natron wahre Wunder. Einen Teelöffel Natron auf einem Teller verteilen, mit einem angefeuchten Schwamm aufnehmen und damit alle hellen Teile am Schuh sanft einreiben. Auch eine ausgediente Zahnbürste tut dabei gute Dienste. Ist der Schmutz sehr hartnäckig, lassen wir den Natron-Wasser-Brei einfach etwas einwirken und reiben ihn, wenn er vollständig getrocknet ist, mit einem Schwammtuch und klarem Wasser ab.

Dieser Reinigungstrick funktioniert auch sehr gut auf rauen Lederinnensohlen von manchen Sandalen, in denen sich schwarze Zehenabdrücke abzeichnen: Mit Natron und Wasser einen zähen Brei anrühren, diesen auf die Sohle auftragen und vollständig trocknen lassen. Danach mit einer Bürste oder einem Schwamm und Wasser abbürsten oder abreiben.

Karotten schälen mit Natron

Alle, die keine Lust haben, ihre Möhren von Hand zu schälen, können folgenden Trick ausprobieren: Karotten mit kochendem Natronwasser (1 Esslöffel auf einen Liter) übergießen. Möhren abgießen und kalt abschrecken: Die Schale der Karotten lässt sich jetzt bequem abziehen.

Mit Natron Kleberreste von Etiketten entfernen

Lästige Klebestoff-Reste an Gläsern, die wir zum Einkochen weiterverwenden wollen, werden wir mit Natron im Handumdrehen los: Eine Zitrone in der Mitte halbieren, einen Teelöffel Natron auf der Schnittfläche verteilen und mit der Zitrone als eine Art Schwamm über Kleberreste reiben, abspülen, fertig.

Knoblauchgeruch von Händen entfernen

Wer viele Zwiebeln und Knoblauchzehen in der Küche schälen muss, dessen Hände riechen meist noch lange danach. Dagegen hilft es, ein wenig Natronpulver mit ein paar Tropfen Wasser zwischen den Händen zu verreiben, kurz einwirken lassen und abwaschen. Schon sind die Gerüche verschwunden.

Unterschied Backpulver und Natron

Auch im Kühlschrank fängt ein Schälchen mit Natron unangenehme Gerüche ein. Alle 3 Wochen austauschen!

Natron kann man nicht einfach durch Backpulver ersetzen oder umgekehrt, denn sie unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung: Natron ist reines Natriumhydrogencarbonat, Backpulver dagegen enthält zwar auch in vielen Fällen Natron, daneben aber auch ein Säuerungsmittel wie zum Beispiel Wein- oder Zitronensäure sowie ein Trennmittel wie Stärke aus Reis, Mais oder Weizen, damit die Wirkung des Backtriebmittels nicht zu früh einsetzt.

Natron entfaltet seine Wirkung als Backtriebmittel erst, wenn sich im Teig auch säuerliche Bestandteile befinden wie zum Beispiel Joghurt oder Milch.

Backpulver verwenden wir in Rührteigen. Sind in einem Rezept Backpulver und gleichzeitig Natron angegeben, soll ein besonders lockerer Teig entstehen. Sobald Backpulver mit Flüssigkeit in Berührung kommt, startet es seine Aufgabe als Backtriebmittel. Wer einen Rührteig mit Backpulver also zu lange stehen lässt, riskiert deswegen, dass das Backpulver noch in der Teigschlüssel verpufft und der Kuchen sehr fest und kompakt wird.


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