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Spülmaschine stinkt Gegen die unangenehmen Gerüche im Geschirrspüler

Ein Hoch auf die Spülmaschine! Rein mit dem schmutzigen Geschirr, Klappe zu und die eigenen Hände bleiben sauber und trocken. Aber damit das alles so einfach bleibt, braucht die Maschine unbedingt regelmäßig eine pflegende Hand - sonst stinkt's ihr.

Stand: 08.05.2018

Spülmaschine steht offen | Bild: colourbox.com

Warum stinkt meine Spülmaschine?

"Die häufigste Ursache für unangenehme Gerüche sind Speisereste", sagt Dr. Jörg Kinnius, Chemiker im Bereich Produktentwicklung Geschirrspüler bei Miele. Seine wichtigster Rat daher: "Entfernen Sie grobe und vor allem stark geruchsbildende Speisereste wie Fisch oder rohe Eier, bevor Sie das Geschirr in die Maschine räumen." Klar: Je weniger die Maschine läuft, desto mehr lästige Gerüche entstehen. Aber wenn die Maschine nicht gleich nach dem Einräumen gestartet wird, sollten Sie die Tür einen Spalt geöffnet halten - so kann die Feuchtigkeit entweichen und das Bakterienwachstum auf dem Geschirr bleibt begrenzt.

 Wie oft Spülmaschinenreiniger?

"Bei 70 Grad überlebt nichts - da brauchen Sie auch keinen Maschinenreiniger" (Stephan Scherfenberg/ Stiftung Warentest)

Wo sich Fett und Essensreste ablagern, entsteht ein Nährboden für unangenehme Gerüche. Regelmäßige Reinigung ist daher das Mittel der Wahl.  Stephan Scherfenberg von der Stiftung Warentest empfiehlt, das Gerät einmal im Monat im Intensivprogramm mit einem Tab oder Reinigungspulver leer laufen zu lassen: "Bei 70 Grad - da überlebt nichts. Und dann brauchen Sie auch keinen Maschinenreiniger." Denn alle Ablagerungen werden dabei aufgelöst und weggespült.

Spülmaschinen Sieb reinigen

Zusätzlich sollte man aber unbedingt zusätzlich in kürzeren Abständen die Siebe herausnehmen und ausspülen. Die Siebe dürfen ohne weiteres mit einer Bürste abgeschrubbt werden - klares Wasser reicht dabei aus. Und dann wieder sorgfältig einbauen, rät Dr. Jörg Kinnius:  "Achten Sie darauf, das Sieb wieder genau richtig einzusetzen - ansonsten können darüber Speisereste in die Pumpe und von dort wieder in den Sprüharm gelangen, und diesen verstopfen."   

Bei den Dichtungsgummis der Tür genügt es, sie mit warmem Wasser und gegebenenfalls einem Schuss Spülmittel abwischen. Ebenfalls kontrollieren:  Laufen die Sprüharme frei und kleben keine Essenreste daran? Sind die Sprühöffnungen frei? Hier setzen sich gerne Reiskörner fest.

Ihre Spülmaschine macht das Geschirr nicht wirklich sauber? Das erklärt unser Umweltkommissar: Wie gut sind Eco-Programme?

Hausmittel gegen schlechten Geruch

Zitronen, Essig und Natron werden immer wieder als Hausmittel genannt, um schlechte Gerüche aus dem Geschirrspüler zu vertreiben: Zitronenhälften im Besteckkorb platziert sorgen für frisches Aroma; eine halbe Tasse Essig auf dem Boden der Maschine verteilt, hilft zusätzlich Kalkablagerungen zu lösen. Alternativ kann man auch mit Natron (2 Esslöffel) unangenehme Gerüche binden und Ablagerungen lösen.

Als zusätzliche Maßnahme zum oben beschriebenen Reinigungsprogramm spricht aus Sicht der Experten von Warentest und Miele nichts dagegen. Über eines sollte man sich allerdings im Klaren sein: "Essig und Zitronen sind bestenfalls dazu geeignet, um Geruch zu übertünchen", betont Dr. Kinnius. "Die Ursache wird dadurch nicht bekämpft." Auch das geruchsbindende und antibakteriell wirkende Natron bleibt nur kurze Zeit im Gerät und hat daher keine langfristige Wirkung.

Kann ich auch Zitronensäure und Essigessenz verwenden?

Vorsicht mit Zitronensäure und Essigessenz

Für "Härtefälle" mit massiver Geruchsentwicklung wird an vielen Stellen zur Verwendung von Essigessenz oder Zitronensäure geraten. "Zitronensäure und Essigessenz helfen nur gegen Kalkablagerungen, nicht gegen den Geruch", betont Dr. Kinnius. Damit die Dichtungen der Maschine nicht beschädigt werden, sollte Zitronensäure zudem nicht zu hoch dosiert werden - maximal 1 Esslöffel Pulver pro Spülgang. Vor allem aus gesundheitlichen Gründen rät  Hauswirtschafterin Scarlett Gabriel vom DHB-Netzwerk Haushalt vom Einsatz von Essigessenz ab: Das Mittel greift die Atmungsorgane an. 

Was tun, wenn es stinkt, während die Spülmaschine läuft?

Normalerweise sollten keine schlechten Gerüche aus dem Spülbecken kommen, während der Geschirrspüler läuft. Stinkt es trotzdem nach fauligen Eiern, kann das nach Angaben von Miele-Entwickler Kinnius verschiedene Ursachen haben: Vielleicht ist ein Fremdkörper - etwa ein Zahnstocher - durch das Sieb in die Laugenpumpe gelangt, hat sich dort verklemmt und blockiert das Rückschlagventil der Maschine. Um das zu kontrollieren, einfach das Ventil ausbauen (Gebrauchsanweisung!). Ebenfalls möglich: Die Spülmaschine ist hinter (statt vor) dem Siphon angeschlossen worden, so dass der Geruchsverschluss zur Kanalisation nicht funktioniert. In diesem Fall kann nur ein Fachmann helfen. 

Vorspülen - ja oder nein?

Moderne Geschirrspüler kommen in der Regel auch mit angetrockneten Verschmutzungen ganz gut klar - Vorspülen per Hand ist in den meisten Fällen also unnötig.  Eine Ausnahme bilden Spinat- und Kräuterreste: Werden sie nicht vorher entfernt, verteilen sie sich auf dem Geschirr in der ganzen Maschine. Auch Plastikboxen, in denen Tomaten, Karotten oder andere stark färbende Lebensmittel enthalten waren, sollten besser vor dem Spülgang mit Spülmittel gereinigt werden. Sonst bleiben oft dauerhafte Verfärbungen zurück. 

Hier klären wir's ganz grundsätzlich: Was ist ökologischer: Spülmaschine oder spülen mit Hand?


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