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Krankmeldung telefonisch Krankschreibung im Corona-Herbst wieder telefonisch möglich

Die telefonische Krankschreibung ist wieder möglich - in welchen Fällen und welche Voraussetzungen gelten, lesen Sie hier.

Stand: 16.10.2020

Junger Mann blickt kritisch und leidend auf ein Fieberthermometer | Bild: mauritius-images

Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden sind ab Montag, 19. Oktober 2020, wieder bundesweit möglich. Das soll bis zum Jahresende gelten, das Ansteckungsrisiko in Wartezimmern senken und die Arztpraxen angesichts steigender Corona-Infektionszahlen entlasten.

Davon unabhängig sollen Patienten, die Covid-19-Symptome haben oder Kontakt zu Infizierten hatten, immer zuerst telefonisch Kontakt zur Arztpraxis aufnehmen und dann mit dem Arzt das weitere Vorgehen besprechen.

Krankmeldung telefonisch - für sieben Tage

Der Gemeinsame Bundesausschusses im Gesundheitswesen, in dem Vertreter von Ärzten, Krankenhäusern und gesetzlichen Krankenkassen sitzen, hat diese Regelung am Donnerstag, 15. Oktober beschlossen. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für maximal sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung könne telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden, hieß es in einer Mitteilung.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich, waren allerdings im Mai 2020 wieder ausgesetzt worden. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung hat die Möglichkeit der telefonischen Krankmeldung die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet.

Krankschreibung in der Videosprechstunde

Eine Krankschreibungen in einer Videosprechstunde bei Ihrem Arzt ist jetzt ebenfalls möglich, unter bestimmten Bedingungen: Sie müssen als Patient persönlich bekannt sein, also dort schon einmal behandelt worden sien. Und: Die Arbeitsunfähigkeit muss über eine Videosprechstunde feststellbar sein. Das gilt nur für Erstbescheinigungen für einen Zeitraum von maximal sieben Tagen. Für die Folgebescheinigung muss man dann wieder in der Praxis erscheinen. Ein Recht auf eine Krankschreibung in einer Videosprechstunde gibt es für den Patienten nicht, die Entscheidung fällt der Arzt.

Videosprechstunde können fast alle Ärzte anbieten - ausgenommen sind allerdings Laborärzte, Nuklearmediziner, Pathologen und Radiologen, so die Kassenärztliche Vereinigung.

Wann muss meine Krankmeldung beim Arbeitgeber sein?

Ab wann eine Krankmeldung vorgelegt werden muss, dafür gibt es keine einheitliche Regelung - das legt jeder Arbeitgeber selbst fest. Die meisten verlangen erst ab dem vierten Krankheitstag eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), manche aber auch schon ab dem ersten Tag.

Damit erst gar keine Probleme aufkommen, sollten Sie sich möglichst schnell bei Ihrem Arbeitgeber melden und klären, wie Krankmeldungen unter den derzeitigen Umständen gehandhabt werden. Die KBV hat bereits an die Arbeitgeber appelliert, ihren Arbeitnehmern in Zeiten von Corona zusätzliche Karenztage zu gewähren, für die keine AU vorgelegt werden muss.

Krankmeldung und Versichertenkarte

Normalerweise liest das Praxis-Team bei jedem ersten Besuch im Quartal die Versichertenkarte des Patienten in das Computersystem ein. Bei der Krankmeldung über Telefon oder Videosprechstunde können die bekannten Patientendaten aus der Kartei der Praxis übernommen werden.

Lesen Sie dazu auch: Krankschreibung - Was Sie dürfen und was nicht


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