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Krankmeldung telefonisch Telefonische Krankschreibung ab 1. Juni nicht mehr möglich

Mit einer telefonischen Krankmeldung eine AU für den Arbeitgeber zu bekommen - dieses Vorgehen endet am 1. Juni.

Stand: 31.05.2022

Junger Mann blickt kritisch und leidend auf ein Fieberthermometer | Bild: mauritius-images

Telefonische Krankschreibungen wegen Erkältungsbeschwerden waren seit Oktober 2020 bis Ende Mai 2022 möglich. Zum 1. Juni besteht die Möglichkeit einer telefonischen Krankmeldung nicht mehr. Die telefonische Krankmeldung wurde in der Corona-Pandemie eingeführt, um das Ansteckungsrisiko in Wartezimmern zu senken und die Arztpraxen angesichts der Corona-Infektionszahlen zu entlasten. Eine Wiedereinführung der Regelung sei aber möglich, wenn das Pandemie-Geschehen wieder an Fahrt gewinnen solle, so der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen.

Krankmeldung telefonisch - für sieben Tage

Die entsprechenden Krankschreibungen gab es jeweils für maximal sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung konnte telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden. Dieses Vorgehen ist zum 1. Juni nicht mehr möglich.

Krankschreibung in der Videosprechstunde

Eine Krankschreibungen in einer Videosprechstunde bei Ihrem Arzt ist aber nach wie vor und auch nach dem 1. Juni möglich, unter bestimmten Bedingungen: Sie müssen als Patient in der betreffenden Praxis persönlich bekannt sein, also dort schon einmal behandelt worden sein. Und: Die Arbeitsunfähigkeit muss über eine Videosprechstunde feststellbar sein. Das gilt nur für Erstbescheinigungen für einen Zeitraum von maximal sieben Tagen. Für die Folgebescheinigung muss man dann wieder in der Praxis erscheinen. Neu ist, dass für bisher unbekannte Patienten in der Videosprechstunde eine Krankschreibung für bis zu drei Tage per Videosprechstunde möglich ist. Ein Recht auf eine Krankschreibung in einer Videosprechstunde gibt es für den Patienten nicht, die Entscheidung fällt der Arzt.

Videosprechstunde können fast alle Ärzte anbieten - ausgenommen sind allerdings Laborärzte, Nuklearmediziner, Pathologen und Radiologen, so die Kassenärztliche Vereinigung.

Wann muss meine Krankmeldung beim Arbeitgeber sein?

Ab wann eine Krankmeldung vorgelegt werden muss, dafür gibt es keine einheitliche Regelung - das legt jeder Arbeitgeber selbst fest. Die meisten verlangen erst ab dem vierten Krankheitstag eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), manche aber auch schon ab dem ersten Tag. In vielen Praxen gibt es bereits eine eAU, das bedeutet, die Praxen verschicken automatisch eine digitale Kopie der AU an den Arbeitgeber, alle Infos hier: Krankschreibung online.

Damit erst gar keine Probleme aufkommen, sollten Sie sich möglichst schnell bei Ihrem Arbeitgeber melden und klären, wie Krankmeldungen unter den derzeitigen Umständen gehandhabt werden. Die KBV hat bereits an die Arbeitgeber appelliert, ihren Arbeitnehmern in Zeiten von Corona zusätzliche Karenztage zu gewähren, für die keine AU vorgelegt werden muss.

Krankmeldung und Versichertenkarte

Normalerweise liest das Praxis-Team bei jedem ersten Besuch im Quartal die Versichertenkarte des Patienten in das Computersystem ein. Bei der Krankmeldung über Telefon oder Videosprechstunde konnten die bekannten Patientendaten aus der Kartei der Praxis übernommen werden.

Lesen Sie dazu auch: Krankschreibung - Was Sie dürfen und was nicht. Auch interessant: Wem eine vierte Impfung gegen Corona wann von der STIKO empfohlen wird.


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