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Kräuter haltbar machen So trocknen Sie Rosmarin, Salbei und Co.

Das Trocknen von Kräutern ist "die wohl älteste und auch einfachste Methode, um Kräuter haltbar zu machen", sagt BAYERN 1 Pflanzenexpertin Karin Greiner. Doch Achtung: Nicht alle Gartenkräuter eignen sich zum Trocknen.

Stand: 19.08.2019

Kräuter auf Holz | Bild: mauritius-images

Welche Kräuter eignen sich?

Mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Bohnenkraut oder Rosmarin eigenen sich sehr gut zum Trocknen. Auch Bohnenkraut, Pefferminze oder Ysop können im getrockneten Zustand in der Küche verwendet werden. "Blüten wie Rosen, Lavendel, Oregano, Kamille oder Gewürztagetes, sowie Früchte von Fenchel, Dill, Engelwurz oder Kümmel lassen sich ebenfalls gut trocknen", so Pflanzenexpertin Karin Greiner.

Diese Gartenkräuter schmecken im getrockneten Zustand eher fade und sind daher nicht geeignet: Estragon, Sauerampfer, Kapuzinerkresse. Dill und Schnittlauch lassen sich zumindest gehackt gut einfrieren. Das handelsübliche Basilikum schmeckt getrocknet und eingefrorern nicht. Wenn man auf den Basilikumgeschmack nicht verzichten will, empfiehlt Karin Greiner Strauchbasilikum. Die grün-bläulichen Blätter und auch die Blüten können getrocknet werden.

Anleitung für das Kräuter-Trocknen

"Schneiden Sie nur das Beste von Ihren Kräutern zum Trocknen, also unversehrte, gut entwickelte Triebspitzen", so die Pflanzenexpertin. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen nicht allzu feucht sind, da sie sonst schimmeln können. Außerdem sind sie dann weniger würzig. Waschen Sie die Kräuter daher nicht. Besser: ausschütteln und von Staub und Schmutz befreien.

Die althergebrachte Technik, Kräutersträuße kopfüber zum Trocknen aufzuhängen, funktioniert nur, wenn die Bündel sehr klein gehalten sind und man über einen nicht isolierten Dachboden oder eine Scheune verfügt. Es sollte sehr luftig und auch mollig warm sein (30 °C)

Der Strauchbasilikum schmeckt auch im getrockneten Zustand.

Sie können aber auch die Blätter gleich vom Stiel abzupfen und auf ein großes Tablett mit Küchenkrepp oder Backpapier auslegen. Dünn beblätterte Kräuter wie Beifuß oder Rosmarin können am Stiel getrocknet werden. Wählen Sie einen zimmerwarmen, schattigen und gut belüfteten Ort und wenden Sie die Pflanzen täglich.

Und wann sind die Kräuter fertig? Karin Greiner: "Wie lange sie trocknen müssen, lässt sich nicht pauschal sagen – zwischen mehreren Tagen und 2 Wochen. Richtig durchgetrocknet sind die Kräuter, wenn sie rascheln und beim Zerdrücken knistern, ähnlich wie Kartoffelchips."

Kräuter trocknen im Backofen

Karin greiner rät davon ab Kräuter im Backofen zu trocknen. Die meisten Öfen lassen sich selten unter 50 °C einstellen. Je heißer, desto schneller verdunstet zwar das Wasser, aber umso rascher schwinden auch die ätherischen Öle. Dann ist die Würze dahin. Eine gute Alternative sind dagegen Dörrapparate, sofern man sie wirklich auf niedriger Temperatur betreiben kann. Testen Sie Ihr Gerät, legen Sie in Probeläufen ein Thermometer nacheinander auf die verschiedenen Ebenen.

So lagern Sie getrockneten Rosmarin, Thymian oder Minze

Für die Lagerung gibt Karin Greiner folgenden Tipp: "Füllen Sie die trockene Ware in Schraubdeckelgläser, Blechdosen oder Porzellangefäße, auch speziell beschichtete Papiertüten (wie für Tee aus der Apotheke) sind geeignet." Was nicht gut funktioniert sind Leinensäckchen oder dünne Papiertüten, denn hier raucht das Aroma schnell aus. Auch Plastiktüten sind für die Lagerung unbrauchbar.

Sie kennen sich mit Kräutern bestens aus? Testen Sie Ihr Wissen bei unserem Kräuter-Quiz. Viel Spaß!


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