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Betrügereien Falsche Polizisten, Enkeltrick & Co.: So schützen Sie sich

Sie geben sich am Telefon als Polizisten oder Enkel aus und versuchen sich das Vetrauen der angerufenen Person zu erschleichen. Wie sich so ein Anruf anhören kann, erfahren Sie hier. PLUS: So schützen Sie sich vor den Betrügern.

Stand: 23.04.2021

Ein Mann blickt skeptisch auf sein Handy | Bild: mauritius-images

Diese Betrugsmaschen sind weit verbreitet, warnt die Polizei:

1. Masche: Die falschen Polizeibeamten

Jemand ruft bei Ihnen an - oft sogar mit einer "gespooften", also manipulierten Telefonnumer auf dem Display (zum Beispiel in Nürnberg: 0911-110) - und sagt, man habe bei einer festgenommenen Person Ihre Daten samt Adresse gefunden und müsse nun davon ausgehen, dass Sie bald ausgeraubt werden sollen. Zu Ihrer Sicherheit - so der Betrüger am anderen Ende der Telefonleitung - würde man nun jemanden schicken, der Ihre Wertgegenstände abholt und in Sicherheit brächte. Das ist natürlich alles Quatsch! Geben Sie niemals fremden Menschen Wertgegenstände oder Bargeld mit!

Claus D. aus Nürnberg wurde Opfer eines solchen Betrugversuchs. Doch er bemerkte sofort, dass etwas nicht stimmen konnte und nahm das Telefonat mit den falschen Polizisten kurzerhand auf. Er möchte damit anderen helfen und auf diese Betrugsmasche aufmerksam machen. Hier können Sie das echte Telefonat nachhören:

Fake-Anruf: Betrüger geben sich als Polizisten aus

Claus D. verständigte nach diesem Anruf sofort die richtige Polizei, die die Ermittlungen aufgenommen haben.

Diese Masche wird ständig erweitert und verändert: So gaben die falschen Polizisten am Telefon auch schon an, sie seien in einer Art Undercover-Aktion tätig, weshalb die bzw. der Geschädigte auch mit niemandem darüber reden solle. Und man käme, um den Schmuck zum Fotografieren abzuholen - damit er im Falle eines Diebstahls zuzuordnen sei.

Die Polizei rät im Fall der "falschen Polizeibeamten":

Informieren Sie unter 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine telefonische Kontaktaufnahme seltsam vorkommt. Polizeibeamte, auch in Zivil, zeigen stets ihren Dienstausweis vor. Hegen Sie daran Zweifel, lassen Sie sich den Namen des Polizeibeamten und die Dienststelle nennen.
Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Die wahre Polizei wird niemals Schmuck oder Bargeld an sich nehmen!
Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte, Bekannte, Polizisten oder Anwälte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen!
Geben Sie niemals Details zu familiären (auch keine Namen von Enkeln, Nichten, etc.) oder finanziellen Verhältnissen preis!

2. Masche: Die Medikamentenlieferung

Bei dieser Masche klingelt es an der Haustür, ein Mann gibt an, er habe eine eilige Medikamentenlieferung für den Nachbarn und benötige Zettel und Stift, um dem abwesenden Empfänger eine Nachricht zu schreiben. Oft wird diese Masche noch variiert, indem dem Opfer vorher beispielsweise beim Tragen schwerer Einkaufstüten geholfen wird. Während der vermeintliche Medikamentenbote die Geschädigte in der Wohnung ablenkt, beispielsweise auch noch durch die Bitte um ein Glas Wasser, tritt eine weitere Person unbemerkt ein und durchsucht die Wohnung nach Wertgegenständen.

3. Masche: Der Wasserrohrbuch

Bei dieser Betrugsmasche, die im weitesten Sinne auch unter dem Titel "der falsche Handwerker" zusammenzufassen ist, klingelt ebendieser und gibt an, wegen eines Wasserrohrbruchs das Badezimmer betreten zu müssen. Dann wird der Wohnungseigentümer gebeten, das Wasser anzumachen und laufen zu lassen, beispielsweise die Duschdüse. Während dieses Ablenkungsmanövers wird die Wohnung nach Wertgegenständen durchsucht. Manchmal gibt sich der Betrüger auch als Versicherungsangestellter aus.

4. Masche: Der Rauchmelderbetrug

Was zunächst als Fake-WhatsApp-Nachricht und Panikmache begann, wurde im Herbst 2019 im Schwarzwald tatsächlich Realität. Betrüger versuchten sich, als Feuerwehr getarnt, unter dem Vorwand einer Rauchmelder-Kontrolle, Zugang zu Wohnungen zu verschaffen. Auch hier gilt: Die Feuerwehr macht keine Rauchmelderkontrollen in privaten Gebäuden.

Das rät die Polzei - So schützen Sie sich!

Lassen Sie niemals fremde Menschen in Ihre Wohnung. Lassen Sie Handwerker, Stromableser oder Heizungsmonteure nur ein, wenn Sie die Gewerke selbst bestellt haben oder von Ihrer Hausverwaltung eine Ankündigung des Termins erhalten haben. Auch bei den oft zitierten Wasserrohrbrüchen oder Rauchmelderkontrollen sollten Sie zuerst die Stadtwerke, Ihre Hausverwaltung oder den Hausmeister anrufen und dort nachfragen.

Nehmen Sie vermeintlich "eilige" Pakete und Lieferungen an Nachbarn nur dann an, wenn Sie vorher von diesen darum gebeten worden sind.

Tipp: Wenn bei Ihnen auch laufend die Paketzusteller klingen und fragen, ob Sie das ein oder andere Paket für Ihre Nachbarn annehmen können - hier klären wir, wann das ok ist - und wann Sie vorsichtig sein sollten: Soll ich Pakete für meine Nachbarn annehmen - oder besser nicht?

Die Polizei rät außerdem, skeptisch zu bleiben. Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun! Und auch wenn man hin und wieder von mutigen Seniorinnen und Senioren liest, die Enkeltrick-Betrüger und Co. das Handwerk gelegt haben - rufen Sie in solchen Fällen die Polizei und unternehmen nichts in Eigenregie.

(Mit Informationen vom PP München)


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