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Sicher online einkaufen Keine Chance für Fake-Shops: So erkennen Sie seriöse Online-Händler

Wie Sie sicher online einkaufen, woran Sie zuverlässige Shops im Internet erkennen und was Sie tun sollten, wenn Sie auf einen Betrüger reingefallen sind.

Stand: 03.12.2018

Eine Frau beim Onlineshopping | Bild: mauritius-images

Der Computer schien ein echtes Schnäppchen zu sein: 3.000 Euro statt 3.500 Euro Ladenpreis. Die Fotos waren gut, der Verkäufer auf der Online-Plattform hatte jede Menge guter Bewertungen und der E-Mailverkehr verlief reibungslos. Der Käufer überwies den Preis auf ein deutsches Bankkonto - und hörte nie wieder etwas. Betrugsfälle wie dieser sind mittlerweile keine Seltenheit, sagt Michaela Neueder von der Polizei München. Betrüger arbeiten mit gehackten Accounts, also Konten anderer Nutzer, die nichts von dem Missbrauch ahnen - oder sie fälschen gleich ganze Shop-Websites, betreiben so genannte Fake-Shops. Und die sind leider immer schwerer zu erkennen, sagt Neueder.

Schnäppchen im Internet

Je günstiger das Angebot, desto mehr Zeit sollten Sie sich nehmen, um es zu prüfen. Zu welchem Preis wird es woanders angeboten? Und: Gibt es bereits Bewertungen und Erfahrungsberichte zu dem betreffenden Shop oder Verkäufer?

Gütesiegel seriös?

Linktipp Gütesiegel

Infos zu den Gütesiegeln "Trusted Shops", "internet privacy standards", "EHI Geprüfter Online-Shop" und "S@fer Shopping" gibt es unter www.internet-guetesiegel.de

Gütesiegel auf den Shop-Websites sollen den Kunden Vertrauen geben, dass sie hier bei einem seriösen Unternehmen einkaufen. Deshalb schmücken sich aber auch Fake-Shops gerne damit. Für Sie heißt das: Klicken Sie vor einem Kauf zuerst auf das Gütesiegel und kontrollieren Sie, ob es eine Verlinkung zur Website des Siegel-Herausgebers (etwa "Trusted Shops" oder EHI Geprüfter Online Shop) gibt. Dann in einem zweiten Schritt auf die Website dieses Herausgebers gehen, und nachschauen, ob der betreffende Onlineshop auch wirklich hier aufgelistet ist.

Schauen Sie sich außerdem das (gesetzlich vorgeschriebene) Impressum genau an: Gibt es ein ordentliches Impressum? Gibt es die Adresse, die dort angeführt wird? Ist ein Vertretungsberechtigter genannt, und eine zugehörige Emailadresse? Wo befindet sich der Shop - in Deutschland oder im Ausland? Werfen Sie einen Blick in die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen): Fehlen sie oder stammen sie offensichtlich aus einem (schlechten) Übersetzungsprogramm, sollten Sie die Finger von diesem Shop lassen. 

Gibt es verschiedene Zahlungsmöglichkeiten?

Vorsicht, wenn Sie nur per Überweisung bezahlen können!

Sie haben die gesuchten Turnschuhe zum Schnäppchen-Preis in einem seriös wirkenden Online-Shop gefunden. Und dann: Beim Bezahlen werden Ihnen nur ein paar Möglichkeiten angeboten, zum Beispiel per Kreditkarte oder per Überweisung ins In- oder Ausland. "Da sollte man dann schon stutzig werden", rät Kommissarin Neueder, "denn ein seriöser Händler wird Ihnen sicherere Geldtransfermöglichkeiten anbieten."   

Keine Vorauszahlung leisten

"Wir raten ganz dringend, nicht per Vorkasse zu überweisen - weder auf ein ausländisches noch auf ein deutsches Konto", sagt Michaela Neueder von der Polizei München. "Damit übergeben Sie Ihr Geld in fremde Hände und haben keinerlei Schutz." Warum auch deutsche Bankverbindungen ein Risiko sein können? Etwa weil Betrüger mithilfe fremder Personalausweise über das Postident-Verfahren Konten eröffnen und damit Geld abräumen können.

"Vertrauen Sie nicht darauf, dass Sie wieder an Ihr Geld kommen oder dass der Kontoinhaber ermittelt werden kann, wenn Sie auf ein deutsches Bankkonto Geld überweisen."

Michaela Neueder/ Polizei München

Mit Paypal bezahlen?

"Wir empfehlen in jedem Fall, Treuhanddienste wie etwa Paypal zu nutzen", rät Michaela Neueder. Lesen Sie sich vorher allerdings die Geschäftsbedingungen durch, denn es gibt auch Ausnahmen, in denen der Treuhanddienst nicht greift, wie etwa bei Geschenkkarten, Gutscheinen oder Prepaid-Karten.

Fieser Trick mit Paypal-Zahlungsmethode "Freunde und Familie"

Sowohl bei Auktionen und Sofortkäufen über ebay, aber vor allem bei ebay Kleinanzeigen ist laut Michaela Neueder dieser Betrugstrick sehr erfolgreich: Der Verkäufer bietet dem Käufer an, den Kaufpreis nicht über allgemeinen Standardweg zu bezahlen, sondern über die Zahlungsmethode "Familie und Freunde", die für private Zahlungen unter Freunden und Familienmitgliedern gedacht ist. Die Betrüger locken ihre Opfer damit, dass dadurch keine Gebühren anfallen. Was stimmt. Aber: Damit ist auch der Käuferschutz weg, denn der gilt bei "Familie und Freunde" nicht.   

Fake-Shop Kreditkarte?

Klären Sie mit Ihrem Kreditkartenunternehmen, ob Sie nur dann versichert sind, wenn ein Fremder Ihnen Ihrer Kreditkarte bzw. die zugehörige Nummer klaut. Oder ob sie auch dann geschützt sind, wenn Sie bei einem Kauf in einem Fake-Shop selbst Ihre Kreditkartenummer angeben. Da gibt es nämlich oft eine böse Überraschung, weiß Kommissarin Michaela Neueder: "In vielen Fällen übernimmt das Kreditkarteninstitut nicht die Kosten, wenn man dem Betrug aufgesessen ist." Den Schaden müssen Sie also selbst bezahlen.   

Was tun, wenn Sie auf einen Fake-Shop reingefallen sind?

Wenn Sie nach dem Bezahlen der Verdacht überkommt, dass Sie möglicherweise einem Betrüger aufgesessen sind: Rufen Sie sofort bei Ihrer Bank oder dem Dienstleister an, über den Sie die Zahlung abgewickelt haben - und versuchen Sie, die Zahlung irgendwie rückgängig zu machen. Eine Abbuchung per Lastschrift kann in der Regel auch noch nach ein paar Tagen zurückgerufen werden; bei einer normalen Überweisung müssen Sie deutlich schneller sein.

Danach sollten Sie einen Screenshot von der Website des Shops machen und zusammen mit der gesamten Mail-Kommunikation (Bestellbestätigung, Kaufvertrag etc.) abspeichern und ausdrucken.

Wenn Sie schon seit einiger Zeit von einem Verkäufer mit lapidaren Entschuldigungen hingehalten werden, oder sogar überhaupt keine Antwort auf Ihre Nachfragen erhalten, sollten Sie bei der Polizei Anzeige erstatten.

Link-Tipps

Infos der Polizei zu Fake-Shops unter www.polizei-beratung.de/fake-shops
Tipps der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für sicheres Onlineshopping


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