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Engerlinge Was gegen die Maikäfer-Larven hilft

Engerlinge sind kleine Larven. Manche fressen Wurzeln und gelten als Schädlinge, andere helfen uns, frischen Humus herzustellen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Schädlinge erkennen und was Sie dagegen tun können.

Stand: 10.07.2020

Eine Frau bei der Gartenarbeit im Beet. | Bild: Bild: mauritius-images

Als Engerlinge werden die Larven vieler Käferarten bezeichnet. Während die Larven des Maikäfers, Junikäfers und des Gartenlaubkäfers in unseren heimischen Gärten großen Schaden anrichten können und als Schädlinge gelten, sind die Larven der Rosen- und Nashornkäfer absolute Nützlinge.

Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaufkäfer

Mai- und Junikäfer-Larven haben einen weißen Körper und einen kleinen braunen Kopf. Sie sind vorne und hinten etwa gleich dick. Am Kopf kann man sehr lange, kräftige, deutlich angewinkelte Beinchen entdecken.

Der Maikäfer ist seit einigen Jahren sehr selten geworden. Vereinzelt kann man ihn noch in Süd-Westdeutschland antreffen.

Nach vier bis sechs Wochen schlüpft ein Engerling aus dem Ei. Danach lebt er je nach Art zwischen zwei und vier Jahre in der Erde. Anfangs ernährt er sich von Humus, später von zarten Gras- und Krautwurzeln und frisst am Ende seines Lebens sogar Baumwurzeln. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Mai- und Junikäferengerling fünf bis sieben Zentimeter lang. Kurz vor seinem letzten Winter zieht sich der Engerling tief in die Erde zurück, verpuppt sich und verlässt im folgenden Frühjahr den Boden als Maikäfer, Junikäfer oder Gartenlaufkäfer. Da diese Engerlinge lebende Wurzeln fressen gelten sie als Schädlinge.

Rosenkäfer und Nashornkäfer

Laut der Bundesartenschutzverordnung gelten die Engerlinge des Rosen- und Nashornkäfers als besonders schützenswert. Deshalb sind sie auch im § 44 des Bundesnaturschutzgesetz mit inbegriffen. Dort steht, dass es verboten ist Engerlinge  „zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“.

Rosenkäfer ernähren sich nur von Flüssigkeiten wie Harz, Nektar oder den Saft von Früchten.

Die Larven des Rosenkäfers gehören zu den nützlichen Engerlingen. Sie ernähren sich ausschließlich von toter Substanz. Deshalb leben die kleinen, weißen Larven hauptsächlich im Kompost und sorgen dafür, dass genug frischer Humus produziert wird. Die Engerlinge fressen die toten Pflanzen und scheiden nährstoffreichen Humus aus.

Engerlinge des Nashornkäfers werden bis zu zehn Zentimeter groß und sind daher sehr auffällig. Sie lieben abgestorbenes Holz. Leider gibt es in unseren Wäldern immer weniger natürliches Totholz, so dass die Engerlinge immer weniger Nahrung finden und seltener werden. Allerdings fördert das wärmer werdende Klima die Verbreitung des Nashornkäfers. Wenn Sie den Nashornengerlingen helfen wollen, dann verwenden Sie in Ihrem Garten Rindenmulch.

Engerlinge unterscheiden – Der Test

Alle Engerlinge haben angewinkelte, lange Brustbeinpaare und einen dicken Hinterleib. Wenn Sie die Larven ausgraben, dann rollen sie sich meistens leicht zusammen. Sie können die Engerlinge unterscheiden, indem Sie sie auf eine glatte Fläche legen. Dreht sich die Larve auf die Seite oder den Bauch und versucht sich so vorwärts zu schlängeln, dann handelt es sich um einen Mai- oder Junikäfer. „Dreht sich der Engerling auf den Rücken, dann haben Sie die Larve eines Rosenkäfers gefunden“, erklärt die Gartenexpertin Karin Greiner.

Zusätzlich spielt es eine große Rolle wo Sie den Engerling gefunden haben. Schädliche Engerlinge sind meistens unter dem Rasen, in Beeten oder Töpfen zu finden. Die nützlichen Larven der Rosenkäfer- oder Nashornkäfer leben im Kompost oder im Wald.

Ob Ihr Rasen von Engerlingen befallen wurde oder nicht, dass erkennen Sie auf den ersten Blick: Das Gras ist großflächig abgestorben. Vorsicht: Natürlich gibt es auch andere Gründe für einen toten Rasen, deshalb sollten Sie zuerst genauer hinschauen bevor Sie Maßnahmen ergreifen. Graben Sie einen kleinen Teil der abgestorbenen Fläche um und durchsuchen den Aushub nach Larven. Diese befinden sich meist einige Zentimeter unter der Erde.

Schädliche Engerlinge bekämpfen

Wenn Sie Engerlinge in Ihrem Garten gefunden haben und sich sicher sind, dass es sich um die schädlichen Larven von Maikäfer, Junikäfer oder Gartenlaubkäfer handelt, dann haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten ist es die Larven einzusammeln. Unsere Gartenexpertin Karin Greiner hat andere Ideen:

"Leihen Sie sich ein paar Hühner vom Nachbarn aus und lassen diese einen Tag in ihrem Garten spazieren gehen. Die Hühner picken die Larven aus der Erde. Für sie ein echtes Festmahl und Sie haben die Engerlinge los."

Gartenexpertin Karin Greiner

Den Grünspecht kann man gut an seinen grünen Federn, dem roten Schopf und der schwarzen Gesichtsmaske erkennen.

Natürlich können Sie Ihren Garten auch so umgraben, dass die Engerlinge frei liegen. Jetzt können Sie sich auf die Unterstützung natürlicher Feinde verlassen. Igel, Spitzmäuse, Maulwürfe und auch Vögel wie der Grünspecht fressen die Engerlinge und Sie können im neuen Jahr einfach neuen Rasen ansähen.

Ebenfalls bewährt hat sich der Einsatz von Nematoden. Die winzigen Fadenwürmer sind im Fachhandel erhältlich und werden mit dem Gießwasser in den Boden eingebracht, wo sie sich vermehren und die Engerlinge abtöten. Hier ist es wichtig, dass Sie die Anweisungen auf der Nematoden-Verpackung genau lesen. Die Behandlung mit Nematoden ist nur erfolgreich wenn Sie das Mischverhältnis, die Verdünnung und die Temperatur genau beachten.

"Wenn Sie Engerlinge in großen Mengen in Ihrem Garten haben, dann stimmt etwas Grundsätzliches nicht. In Ihrem Garten herrschft kein ökologisches Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen. Denn wären in Ihrem Garten genügend Nützlinge zuhause, dann würde es nicht soweit kommen."

Gartenexpertin Karin Greiner


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Kommentare

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Gerhard Ferling, Sonntag, 04.August 2019, 20:17 Uhr

5. Engerlinge

Wir haben hunderte von Engerlingen bei uns im Hochbeet.. Das eingepflanzte
Gemüse heuer alles für den Kompost! Wie kommen die vielen Engerlinge ins Hochbeetß
Gerhard

chs, Donnerstag, 18.Juli 2019, 11:15 Uhr

4. Engerlinge sind auch die Junikäferlarven

Maikäfer bekomm ich auch kaum zu sehen, aber in diesem Jahr konnten wir - und auch die Nachbarn und Bekannten - scharenweise Junikäfer beobachten, wie sie abends durch die Gegend geflogen sind. Ich bin absolut für Umweltschutz und auch Artenschutz, versuche unsere Familie vorwiegend biologisch und regional zu versorgen, aber zur Zeit wird es in meinen Augen massiv übertrieben! Vielleicht sollte sich jeder Einzelne an der eigenen Nase packen und möglichst viel dafür tun, dass wir ein natürliches Gleichgewicht haben!

Wiesenschorsch, Polling, Mittwoch, 17.Juli 2019, 08:45 Uhr

3. Engerlinge

Über den Winter schütze ich meine Rosenstöcke mit alter Blumenerde oder Kompost. Im Frühjahr beim Entfernen find ich darin immer einige ca. 1 cm dicke + 4 cm lange weiße Engerlinge mit schwarzen Kopf. Worum handelt es sich hier?

Wolfgang B., Montag, 01.Oktober 2018, 19:43 Uhr

2. Wo sind sie denn?

Schade, dass die Engerlinge des Maikäfers schlecht gemacht werden. Gut, sie machen sich über den Rasen und Gehölzwurzeln her. Aber den Maikäfer an sich liebt jeder. Keine Engerlinge - keine Maikäfer. Ich habe seit über 30 Jahren keinen Maikäfer mehr zu Gesicht bekommen. Schade.

Hans Schmeusser, Montag, 01.Oktober 2018, 08:20 Uhr

1. Was gegen die fiesen Maikäfer-Larven hilft

Es gibt eh' schon so wenig Maikäfer, warum wollen Sie den Rest auch noch vernichten? Wenn im Garten keine Monokultur wie auf den Feldern der Bauern herrscht, dann hält die Natur selbst das Gleichgewicht.

  • Antwort von BAYERN 1 Team , Dienstag, 02.Oktober, 10:34 Uhr

    Lieber Herr Schmeusser, vor knapp fünfzig Jahren war der Maikäfer eine richtige Plage für Bauern und Förster. Die Käfer treten in großen Scharen auf und ließen von der frischen Ernte wenig übrig. Damals wurde das hochgiftige Insektenvernichtungsmittel DDT eingesetzt, das heute verboten ist. So wurden die fliegenden Käfer radikal ausgerottet. Langsam kommt der Maikäfer aber wieder zurück. Vor allem im Süden Bayerns, wie im bayerischen Inntal, und auch in Unterfranken kann man ab und zu wieder einen Maikäfer sehen. Für Gartenbesitzer ist es natürlich trotzdem ärgerlich, wenn die Engerling den Rasen zerfressen. Daher unsere Tipps, was man dagegen tun kann. Unsere Gartenexperten raten gemeinsam darauf zu achten, dass die Maikäfer nicht wieder überhand nehmen.

  • Antwort von Gerhard, Sonntag, 04.August, 20:19 Uhr

    Wir haben hunderte im Hochbeet, ich verschick gerne welche.