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FSME So schützen Sie sich vor Frühsommer-Meningoenzephalitis

Fast alle Landkreise und Städte in Bayern gehören zu den Risikogebieten für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Krankheit wird von Zecken übertragen. Alles über die Impfung, Symptome und Behandlung.

Stand: 11.05.2021

Zecke oder Holzboch sitzt auf Gras. | Bild: picture-alliance/dpa

Was ist Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)?

Auslöser der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist ein Virus, das wie die Borreliose von Zecken übertragen wird. Im Gegensatz zur Borreliose, bei der es mehrere Stunden dauern kann, bis die Bakterien aus dem Darm der Zecke in die Blutbahn des Menschen gelangen, kann FSME bereits beim Einstich übertragen werden.

FSME Verbreitung

Das Robert-Koch-Institut zählt aktuell insgesamt 169 Kreise in Deutschland zu den FSME-Risikogebieten (Stand: Mai 2021). In diesen Gebieten ist die Gefahr einer Infektion besonders hoch.

Neue FSME-Risikogebiete 2021

Jedes Jahr gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) auf Basis der FSME-Fälle vom vergangenen Jahr die Einstufung als Risikogebiete bekannt. Bayern wird vom RKI nahezu komplett als Risikogebiet eingestuft - aktuell gelten 92 der insgesamt 96 Kreise als Risikogebiete.

Als Nicht-Risikogebiete gelten laut RKI in Bayern 2021 der Landkreis Fürstenfeldbruck, sowie die Stadtkreise Augsburg, München und Schweinfurt.

Für 2021 hat das RKI fünf neue Kreise als Risikogebiet ausgewiesen, darunter der bayerische Landkreis Dillingen an der Donau. Zum Hintergrund: Den Status als FSME-Risikogebiet behält ein Kreis 20 Jahre lang.

Einen Überblick finden Sie beim Robert-Koch-Institut: Karte der FSME-Risikogebiete

FSME in Deutschland und in Bayern

In Deutschland gab es 2020 mit 704 FSME-Erkrankungen laut RKI so viele FSME-Fälle wie nie zuvor seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 (Stand 4.3.2021). 2018 waren dem RKI bundesweit 583 FSME-Erkrankungen gemeldet worden, 20 Prozent mehr als noch 2017.

Und auch in Bayern gab es 2020 deutlich mehr FSME-Fälle, so das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: "In den letzten 3 Jahren sind in Bayern jeweils mehr als 200 Menschen an FSME erkrankt und auch in der laufenden Saison 2020 traten bisher schon >250 Fälle auf (Stand: 11.11.2020)."

FSME Symptome

Nicht immer zeigen sich bei einer FSME-Erkrankung Symptome, rund 70 Prozent der Infektionen verlaufen sogar vollkommen symptomfrei. Wenn sich Symptome zeigen, ähneln diese häufig zunächst denen einer Grippe: Gliederschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen.

Während die Krankheit bei vielen Patienten danach als überstanden gilt, greift sie bei anderen das zentrale Nervensystem an. Häufig klingen die Symptome der FSME erst einmal ab, bevor sie nach einer Pause von bis zu einer Woche oder länger erneut zunehmen. Es kann zu hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, aber auch Lichtempfindlichkeit, Lähmungen oder Sprachstörungen kommen.

Die Symptome unterscheiden sich je nachdem, welchen Teil des zentralen Nervensystems das Virus befällt. Es kann zu Hirnhautentzündungen oder auch zur Entzündung des Hirn- und Rückenmarkgewebes kommen. Behandelt werden können bei einer FSME nur die Symptome, weshalb Ärzte zur Vorbeugung raten, damit es gar nicht erst zu einer Ansteckung kommt.

FSME Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen, die in Risikogebieten in Kontakt mit Zecken kommen könnten, sich impfen zu lassen. Wer also in Bayern häufig in der Natur unterwegs ist, sollte sich bei seinem Arzt über einen Schutz informieren.

Für einen vollen Impfschutz sind im Normalfall drei Impfungen notwendig, die im Abstand von ein bis drei Monaten zwischen der ersten und der zweiten Impfung und bis zu 12 Monaten - zwischen der zweiten und dritten Impfung erfolgen.

FSME Impfung Auffrischung

Damit der Impfschutz nicht verloren geht, empfiehlt die STIKO alle drei Jahre eine Auffrischungsimpfung. Ab einem Alter von 50 bzw. 60 Jahren (je nachdem, welcher der beiden Impfstoffe verwendet wird) reicht eine Auffrischung alle 5 Jahre.

Informationen: Jörg Schelling, Institut für Allgemeinmedizin am Klinikum der Universität München, Robert-Koch-Institut, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.