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Corona Notaufnahme Warum Sie derzeit zuerst Hausarzt oder Facharzt anrufen sollten

In der Corona-Krise sollten Sie bei Gesundheitsproblemen zuerst den Hausarzt oder Facharzt anrufen und nie unangemeldet zum Arzt oder in die Notaufnahme fahren. Bei Anzeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls gilt natürlich: sofort die 112 anrufen.

Stand: 14.04.2020 | Archiv

Mann bekommt die Hand verbunden | Bild: mauritius images

Natürlich gibt es auch in der Corona-Krise Ereignisse, da muss man immer in die Notaufnahme, bei einem Unfall zum Beispiel. Und bei den ersten Anzeichen für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt sollten Sie immer den Notruf 112 wählen - denn da zählt jede Minute. Je länger mit der Behandlung gewartet wird, desto schlimmer der gesundheitliche Schaden.

Mediziner in den Krankenhäusern beobachten mit Sorge, dass sich Patienten mit Herzbeschwerden oder anderen behandlungsbedürftigen Erkrankungen aus Angst vor Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht früh genug ins Krankenhaus begeben. Die Zahl der Patienten, die in die Notaufnahme kommen, sei seit der Corona-Pandemie deutlich gesunken - das melden zum Beispiel die Chefärzte des Nürnberger Klinikums.

Bei harmloseren Erkrankungen: Haus- oder Facharzt anrufen

Bei anderen Erkrankungen aber sieht es anders aus, da sind die Haus- und Fachärzte die ersten Ansprechpartner. Wichtig: Rufen Sie immer zuerst in der Praxis an: "Egal, welche Beschwerden Sie haben, bitte nehmen Sie ab jetzt immer vorher telefonisch Kontakt mit der Praxis auf, auch wenn Sie ein Rezept oder eine Krankschreibung benötigen", schreibt der Bayerische Hausärzteverband.

Wenn Sie den Verdacht haben, an Covid-19 zu leiden, der Erkrankung, die durch das Corona-Virus hervorgerufen wird, wenden Sie sich immer zuerst an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der vorwahlfreien Telefonnummer 116 117 - die rund um die Uhr zu erreichen ist, wenn auch in der Corona-Krise mit Wartezeiten. Oder Sie holen sich bei einer dieser Corona-Hotlines Informationen.

Corona-Krise: Womit muss ich nicht in die Notaufnahme

Bei vielen Beschwerden sollte man immer zuerst mit einem niedergelassenen Arzt sprechen. Zum Beispiel bei allen leichteren Erkrankungen oder Verletzungen des Bewegungapparates:

"Kreuzband- und Meniskusverletzungen, ein Gichtanfall, akute Rücken- oder Schulterschmerzen, ein verstauchter Fuß, (...) oder andere Verletzungen, die keine unmittelbare stationäre Versorgung erfordern, können während der regulären Sprechzeiten jederzeit in den ambulanten Facharztpraxen für Orthopädie und Unfallchirurgie versorgt werden – das gilt immer und in Zeiten der Corona-Krise ganz besonders."

Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie

Was mache ich in der Corona-Krise am Wochenende mit einem verstauchten Fuß oder dem Fremdkörper im Auge?

Viele Fachärzte wie Augenärzte, Kinderärzte, Zahnärzte und auch Orthopäden haben einen Wochenenddienst. Hier können Sie Bereitschaftspraxen in Ihrer Nähe finden - Sie müssen dort nur Ihre Postleitzahl eingeben: www.116117.de

Corona-Pandemie: Kliniken trennen Notaufnahmen nach und nach

Manche Krankenhäuser wie zum Beispiel das Krankenhaus Mainburg haben ihre Notaufnahmen schon zweigeteilt, in eine Notaufnahme für alle Patienten mit Corona-Symptomen und eine andere für andere Notfälle. Das Krankenhaus in Passau hat zum Beispiel eine Fieberambulanz eingerichtet, bei der Patienten in stabilem Zustand, aber mit Corona-Anzeichen sich melden können, auch am Wochenende. Die meisten Krankenhäuser richten jetzt separate Bereiche für Corona-Infizierte ein - das sieht der bayerische "Notfallplan Corona-Pandemie" so vor.


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