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Bärlauch sammeln Was man beim Sammeln beachten sollte

Bärlauch ist eines der ersten Wildkräuter im Frühling, gesund und köstlich. Was man beim Sammeln beachten sollte und ob man Bärlauch auch aussäen kann, weiß BAYERN 1 Gartenexpertin Karin Greiner.

Stand: 11.03.2021

Eine Hand hält Bärlauchblätter in die Kamera | Bild: mauritius-images

Bärlauch enthält jede Menge antibiotische Lauchöle, deshalb wirkt er reinigend auf Blut und Darm, aber er gilt auch als Herz stärkend. Und obendrein enthält der Bärlauch eine ganze Menge an Vitamin C. Es lohnt sich also, rauszugehen und Bärlauch zu sammeln, um daraus Beispiel ein feines Bärlauchpesto zuzubereiten.

Bärlauch sammeln

Man sollte beim Pflücken immer daran denken: Bärlauch ist eine Wildpflanze und auch, wenn die Bestände groß sind, auch andere Menschen wollen etwas davon ernten und vor allem, ich möchte in den nächsten Jahren dort wahrscheinlich auch wieder Bärlauch ernten. Letztendlich ist das ein Naturbestand, vor dem man Respekt haben sollte. Deshalb sollte man sich beim Bärlauch sammeln, soweit es geht, beschränken und nur das Allernotwendigste mitnehmen.

Und dann auch nur Blättchen für Blättchen pflücken. Wenn möglich, hier ein Blättchen, dort ein Blättchen, nur nicht irgendwo auf einem Platz alles absensen.
Es gilt, wie immer für alle Pflanzen, die man draußen pflückt, die sogenannte Handstrauß-Regel. Das bedeutet, man darf aus der Natur nur so viel pflücken, wie man mit der Hand umfassen kann. Also immer nur das ernten, was man auch umgehend verarbeiten kann.

Bärlauch Fuchsbandwurm

Bisher ist noch kein einziger Fall bekannt, bei dem sich Menschen eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm durch Bärlauch oder andere Wildkräuter aus dem Wald zugezogen haben. Wie groß ist die Gefahr durch den Fuchsbandwurm wirklich?

Bärlauch erkennen

Viel gefährlicher als der Fuchsbandwurm sind Verwechslungen. Man sollte genau wissen, ob man einen Bärlauch vor sich hat oder nicht. Maiglöckchen und Herbstzeitlose sollte man niemals mit dem Bärlauch verwechseln, denn die sind sehr giftig.

Einen Bärlauch kann man sicher erkennen, wenn man die Blätter ganz genau befühlt. Denn die Bärlauchblätter haben auf der Unterseite eine deutlich spürbare Mittelrippe, also eine durchgängige Erhebung. Bärlauchblätter wachsen nur einzeln aus dem Boden, das tun Maiglöckchen und Herbstzeitlose nicht. Richten Sie sich nicht alleine nach dem Knoblauchgeruch, denn, wenn man bereits ein Bärlauchblatt gepflückt hat, dann riecht wirklich alles für lange Zeit nach Knoblauch.

Bärlauch im Garten

Bärlauch lässt sich auch im eigenen Garten kultivieren. Da kann man jederzeit frische Blätter und kann ernten, so viel man möchte. Man kann Bärlauch zwar aussäen, aber das ist extrem schwierig, denn Bärlauch hat eine sehr lange Keimdauer.

Alternativ kann man sich Bärlauch-Pflanzen kaufen - Obacht, nicht aus der Natur mitnehmen, denn das ist nicht erlaubt. Die gekauften Pflänzchen am besten in 15 bis 20 Zentimeter Abstand zueinander, etwa zehn Zentimeter tief auspflanzen. Empfohlen werden rund 25 Pflänzchen pro Quadratmeter. Aber Achtung, wo sich Bärlauch wohlfühlt, breitet er sich bald flächendeckend aus und kann schon fast zur Plage werden.

Mehr Pflanzen- & Garten-Tipps von Karin Greiner

Viele gute Ideen für Balkon & Garten, dazu Tipps für Zimmerpflanzen, und den Haus- und Ziergarten rund ums Jahr gibt unsere Garten-Expertin Karin Greiner jeden Samstag um 13.15 Uhr im Samstagmittag bei BAYERN 1.


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