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Zehn Irrtümer rund ums Sonnenbaden | BR24

© pa/dpa/Ralf Hirschberger

Viele positive Eigenschaften, die Sonnenanbeter der Sonne, den Sonnencremes oder dem Solarium zuschreiben, sind leider falsch.

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Zehn Irrtümer rund ums Sonnenbaden

Sonnengebräunte Haut schadet nicht, schließlich gibt es die "gesunde" Bräune! Sonne ist gut für die Psyche! Und nur in der Sonne kann man einen Sonnenbrand bekommen! Rund ums Sonnenbad gibt es viele Mythen. Viele davon sind jedoch falsch.

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Sommer, Sonne, Sonnenbrand und schließlich Hautkrebs - das ist für die meisten noch einleuchtend. Aber viele positive Eigenschaften, die insbesondere Sonnenanbeter der Sonne, den Sonnencremes und dem Solarium zuschreiben, stimmen gar nicht.

Irrtum 1: Bräune kann auch gesund sein

Das stimmt nicht wirklich. Denn dass die Haut braun wird, ist ein reiner Schutzmechanismus der Haut, wobei der noch nicht einmal besonders effektiv ist: Der Lichtschutzfaktor der körpereigenen Bräune liegt bei höchstens vier bis sechs. Für einen gesunden Schutz ist das zu wenig.

Irrtum 2: Bräune ist gut für die Psyche

Richtig ist: Die Sonne bestimmt unseren Rhythmus, unser Körper schüttet Glückshormone aus und wir haben mehr Energie. Sonne ist wichtig, um Vitamin D zu bilden. In Maßen ist Sonnenlicht gut, aber exzessives Sonnenbaden ist auf keinen Fall zu empfehlen.

Irrtum 3: Nur ein Sonnenbrand ist gefährlich

Das stimmt nicht, denn die negativen Folgen der Sonne addieren sich auf lange Sicht. So kann auch eine regelmäßige Sonneneinstrahlung in nicht so hohen Dosen ebenso zu Hautkrebs führen.

Irrtum 4: Einen Sonnenbrand bekommt man nur in der Sonne

Nein. Auch im Schatten kann man einen Sonnenbrand bekommen, weil die UV-Strahlen auch vor Schattenplätzen nicht haltmachen. Außerdem reflektieren Gebäude oder Wasser UV- Strahlen. Aber was stimmt: Schatten ist natürlich besser als pralle Sonne.

Irrtum 5: Solariumbräune wirkt vorbeugend

Nein, denn unsere Haut "merkt" sich jede UV-Belastung, also auch die von Solarien. Solarien filtern zwar die UV-B-Strahlen weitestgehend heraus. Aber gerade die Sofortpigmentierung, die durch UV-A-Strahlen entsteht, ist gefährlich. Außerdem gilt: Jede UV- Belastung kann später zu Schäden führen - egal, ob UV- A oder UV-B.

Irrtum 6: Einmal eincremen reicht für den ganzen Tag

Der Schutz der Sonnencreme errechnet sich aus der Eigenschutzzeit der Haut multipliziert mit dem verwendeten Lichtschutzfaktor. Da die Eigenschutzzeit je nach Hauttyp nur zwischen zehn und 30 Minuten beträgt, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein einmaliges Eincremen für einen ganzen Tag ausreicht. Außerdem sollte sicherheitshalber nur zwei Drittel der errechneten Zeit, in der die Creme noch schützt, ausgenutzt werden, um nicht doch einen Sonnenbrand zu bekommen. Schließlich kann viel Creme durch Schweiß, Reibung und Wasser verloren gehen. In der Regel bedeutet das: Etwa alle zwei Stunden eincremen ist ratsam.

Irrtum 7: Mehr Sonnencreme heißt nicht mehr Sonnenschutz

Doch. Die meisten Sonnenanbeter verwenden vermutlich viel zu wenig Sonnencreme. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt einem Erwachsenen, sich mit etwa 30 bis 40 Milliliter Sonnenschutz einzucremen. Das ist fast eine halbe Flasche und in etwa zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Hautoberfläche.

Irrtum 8: Nur teure Sonnencreme schützt

Nein. Zahlreiche Tests haben bewiesen, dass der Preis nichts über die Qualität von Sonnencremes aussagt. Gute Sonnencreme kann also auch preiswert sein.

Irrtum 9: Ein weißes Shirt aus Naturstoff hilft am besten gegen Sonne

Ein T-Shirt gegen die Sonneneinstrahlung zu tragen, ist grundsätzlich sinnvoll. Den besten Schutz bieten aber dunkle Shirts aus chemischen Materialien. Das liegt zum einen daran, dass schwarzer Stoff ganze 97 Prozent aller Strahlung absorbiert. Und zum anderen, dass chemische Materialien durch ihre engmaschige Herstellung und Verarbeitung besser vor Sonne schützen können als Naturfasern, die in Herstellung und Verarbeitung nicht verändert werden können.

Irrtum 10: Männerhaut ist gegenüber Sonne unempfindlicher

Das ist nicht wahr. Im Gegenteil: Männer müssen auf eine Stelle besonders gut aufpassen, nämlich am Kopf. Da die Haare bei Männern im Alter häufig lichter werden, kann auch am Kopf ein Sonnenbrand auftreten. "Wir haben viele Patienten mit Lichtschäden auf der Kopfhaut", sagt Stefanie Guther, Oberärztin der München Klinik für Dermatologie, Allergologie und Umweltmedizin Thalkirchner Straße, die die Tipps zu den Irrtümern rund ums Sonnenbaden anlässlich des Tags des Sonnenschutzes am 21. Juni 2019 gegeben hat.

© Bayerischer Rundfunk

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