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Ski- und Snowboard-Unfälle: So sind Sie gut versichert | BR24

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Ski- und Snowboardunfälle - so sind Sie gut versichert

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    Ski- und Snowboard-Unfälle: So sind Sie gut versichert

    So langsam beginnt die Skisaison. Um im Fall eines Unfalls richtig abgesichert zu sein, sollten die wichtigsten Versicherungen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Das schützt auch bei Unfällen, die andere verursachen.

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    Schnell ist es passiert: Man erwischt auf der Skipiste einen Stein oder eine Eisplatte, und schon kommt es zum Unfall. Trägt man dabei eine Verletzung davon, kann das schnell teuer werden. 44.000 bis 46.000 Skifahrer haben sich in der Saison 2018/19 verletzt, so die statistische Auswertungsstelle für Ski-Unfälle ASU-Unfallanalyse. Analysiert wurden Unfälle deutscher Skifahrer, die nach einem Skiunfall ärztlich behandelt werden mussten.

    Die Behandlungs- und Arztkosten für ein gebrochenes Bein oder einen Bänderriss können schnell in die Tausende gehen – ganz egal, ob der Unfall selbst verschuldet war oder nicht. Deshalb ist es wichtig, sich finanziell abzusichern. Bestimmte Versicherungen sind dafür unerlässlich.

    Privathaftpflichtversicherung bei Skiunfällen

    Eine Privathaftpflichtversicherung springt ein, wenn man als Skifahrer einen Unfall verursacht und deckt die Folgekosten ab, etwa ärztliche Behandlungen, Schmerzensgeld, Schadenersatz oder Lohnfortzahlungen für das Opfer. So eine Privathaftpflichtversicherung kann dann schnell von existenzieller Bedeutung sein, denn bei einem Unfall haftet jeder für die Schäden, die er selbst verursacht.

    Bei Personenschäden können schnell Hunderttausende Euro zusammenkommen - für die meisten Menschen der finanzielle Ruin. Trotzdem haben 17 Prozent der Deutschen laut Statistischem Bundesamt keine Haftpflichtversicherung. Unabhängig vom Skivergnügen sollte jeder eine Privathaftpflichtversicherung abschließen.

    Forderungsausfalldeckung in der Haftpflichtversicherung

    Es kann also durchaus passieren, dass man von einem Skifahrer angefahren wird, der keine Haftpflichtversicherung hat. Wenn er dann auch über kein ausreichendes Vermögen verfügt, um den entstandenen Schaden zu begleichen, kann der Geschädigte auf den Kosten sitzen bleiben.

    Für solche Fälle empfiehlt es sich, eine Forderungsausfalldeckung in der eigenen Haftpflichtversicherung zu verankern. Sie springt in genau solchen Fällen ein.

    Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung

    Zur Absicherung bei Unfällen, die eine Invalidität zur Folge haben, ist eine Unfallversicherung oder am besten eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert, wie Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) erläutert. Diese Versicherungen bieten Schutz, wenn man nach einem Unfall zum Beispiel nicht mehr arbeiten kann oder eine Invalidität nachbleibt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt im Ernstfall eine monatliche Rente.

    Die Unfallversicherung zahlt, wenn umfangreiche Bergungsarbeiten notwendig sind. Hier entstehen oft hohe Kosten, die von den gesetzlichen Krankenkassen nur teilweise übernommen werden. Eine Unfallversicherung übernimmt die Kosten bis zur vereinbarten Versicherungssumme - nicht nur für die Bergung, sondern auch für weitere Leistungen wie Krankenhaustagegeld oder Genesungsgeld. Außerdem zahlt sie auch im Fall von Invalidität – je nach Vertrag.

    Wer das Geld für eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht aufbringen kann, oder wegen gesundheitlicher Probleme keine bekommt, sollte zumindest eine private Unfallversicherung abschließen. Sie ist sozusagen die kleine Schwester der BU und zahlt, wenn man durch einen Unfall lange ausfällt oder womöglich gar nicht mehr arbeiten kann.

    Auslandsreise-Krankenversicherung

    Die Auslandsreise-Krankenversicherung empfiehlt sich für alle, die im Ausland Urlaub machen wollen. Ohne sie bleibt man möglicherweise auf den Kosten für medizinische Behandlungen und Rücktransport im Urlaubsland sitzen. Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt nämlich ausschließlich die üblichen Behandlungskosten des Urlaubslandes, maximal die regulären Kosten in Deutschland. Die Auslandsreise-Krankenversicherung springt dann ein und zahlt die Differenz. Innerhalb Europas kann man sich zwar mit seiner Chip-Karte in Arztpraxen behandeln lassen. Doch die Krankenkassen erstatten nur den Anteil zurück, der sich an deutschen Regelsätzen orientiert.

    Eine Auslandsreise-Krankenversicherung übernimmt auch den Rücktransport nach Hause. Wichtig ist im Vertrag eine bestimmte Klausel. Die Versicherung sollte zahlen, wenn ein Rücktransport "medizinisch sinnvoll" ist. Einige Versicherer zahlen nur bei einem Rücktransport, wenn er "medizinisch notwendig und ärztlich angeordnet" ist. Das ist nur dann der Fall, wenn die medizinischen Standards im Urlaubsland so niedrig sind, dass ein Erfolg der Behandlung fragwürdig ist.

    In den meisten Fällen unnötig: Sportgeräte-Versicherung

    Besitzer einer Sportgeräte-Versicherung erhalten je nach Vertrag eine finanzielle Entschädigung, wenn das Sportgerät zum Beispiel durch Feuer, Elementarereignisse, einen Unfall während des Transportes oder durch eine Straftat Dritter beschädigt wird oder abhandenkommt. Aber so ein Vertrag hat viele Tücken: Die Höhe der Entschädigung ist meist auf eine Obergrenze festgelegt, und es besteht zumeist eine Selbstbeteiligung. Außerdem gilt nur eine Zeitwerterstattung. Der zu zahlende Beitrag für eine solche Versicherung ist nicht unerheblich. "Daher lohnt sich aus unserer Sicht eine solche Versicherung nicht", erläutert Bianca Boss vom Bund der Versicherten.