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Grippe-Impfung erhöht Risiko für Covid-19 nicht! | BR24

© picture alliance/Bildagentur-online

Grippe-Impfung schwächt nicht gegen Viren und erhöht nicht das Risiko, an Covid-19 zu erkranken.

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    Grippe-Impfung erhöht Risiko für Covid-19 nicht!

    Es gibt viele Falschmeldungen über die Infektion mit dem neuen Coronavirus. Eine davon ist, dass die jährliche Grippe-Impfung das Risiko erhöhen würde, an Covid-19 zu erkranken. Das stimmt nicht. Wahrscheinlich hilft die Impfung sogar.

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    Virologe Christian Drosten von der Charité Berlin stellt in seinem Podcast "Coronavirus-Update - Folge 11" zwei Falschmeldungen richtig, die sich hartnäckig im Zusammenhang mit der Corona-Krise und der Grippeschutzimpfung halten: Erstens "ist man nach einer Influenza-Impfung nicht anfälliger für Viren." Und zweitens ist die Grippe-Impfung wahrscheinlich sogar hilfreich für die Grippe-Saison nächstes Jahr, wenn Grippeviren und das neue Coronavirus parallel auftreten.

    "Es ist nie schädlich, sich gegen die Grippe impfen zu lassen, zumal man dann in einer guten Startsituation ist, wenn man sich im nächsten Herbst gegen die Grippe impfen lässt. Dann hat man eine gute Reaktion auf die Impfung für die kommende Saison, in der das (..) SARS-2-Virus mit der Grippesaison zusammenfallen wird." Professor Christian Drosten, Virologe, Charité Berlin.

    Wie kam die Fake News zur Grippe-Impfung und Covid-19 auf?

    Für die Verwirrung sorgte laut dpa-Faktencheck unbeabsichtigt der britische Influenza-Experte Jonathan Van-Tam am 17. März 2020 in einem Interview von "BBC-Breakfast". Van-Tam wurde befragt, welche gesellschaftlich Gruppe ein erhöhtes Risiko hat, an Covid-19 zu erkranken. Er antwortete, dass es vor allem die seien, denen staatlicherseits eine Grippe-Impfung angeboten werde, mit Ausnahme von Kindern. Was Van-Tam damit sagen wollte ist, dass Menschen, die in der Grippe-Saison als Risikogruppe gelten und deshalb in Großbritannien kostenlos geimpft werden, auch ein erhöhtes Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken. Gesprochen hatte er von Menschen ab 65 Jahren oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen.

    Coronavirus und Fake News - oft werden Studien falsch zitiert

    Wie Falschmeldungen in die Welt gesetzt werden, zeigen beispielhaft der deutsche Arzt Wolfgang Wodarg, die Meldung über Ibuprofen und Covid-19 sowie allerlei Tipps für Gegenmittelchen wie Mundwasser und "viel trinken" oder Vitamin C und andere Nahrungsergänzungsmittel gegen SARS-CoV-2.

    In Kommentarspalten unter Artikeln über das neue Coronavirus finden sich gehäuft Fake News, wie zum Beispiel unter diesem Beitrag von aerzteblatt.de. Als Beweis gegen die Grippe-Impfung während der Corona-Krise führt ein anonymer User eine Studie ins Feld. Ein Arzt im Forum weist den User darauf hin, dass die Studie vor der Corona-Krise für das Jahr 2017/2018 angefertigt wurde und damit falsch zitiert wird. Wer keiner Falschmeldung auf den Leim gehen will, sollte deshalb immer zur Quelle der Meldung zurückgehen, sie selbst lesen und hellhörig werden, wenn User anonym Überraschendes oder Aufsehenerregendes posten.

    Quelle: aertzeblatt.de, Christian Drosten-Podcast "Coronavirus-Update", dpa, verbraucherzentrale.de