Erdkugel in Rot- und Gelbtönen
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Die Wissenschaftsakademien fordern, die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Umwelt im Zusammenhang zu betrachten.

    G7-Wissenschaftsminister tagen zu Klimawandel und Long Covid

    Am Montag trafen sich die Wissenschaftsminister der G7-Staaten in Frankfurt. Themen wie Freiheit und Sicherheit in der Wissenschaft spielten eine Rolle. Aber es ging auch um die Bekämpfung des Klimawandels und die Forschung zu Post-Covid.

    Im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft hatte Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) die Wissenschaftsministerinnen und -minister aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA nach Frankfurt am Main eingeladen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Forschung zur Bekämpfung des Klimawandels und zu den Folgen von Corona-Erkrankungen. Es ist ein Vorbereitungstreffen für den G7-Gipfel Ende Juni in Schloss Elmau in den bayerischen Alpen.

    Mehr Einsatz für Gesundheit und gegen Klimawandel

    Vom 26. bis 28. Juni kommen dort die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industriestaaten (G7) zusammen. Im Vorfeld hatten die Wissenschaftsakademien dieser Länder unter Führung der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina am 31. Mai vier Stellungnahmen zu Themen des Gipfeltreffens veröffentlicht und in Berlin an die Bundesregierung übergeben.

    Die Akademien fordern Schutz für die Ozeane und Polarregionen vor den Auswirkungen des Klimawandels sowie den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, insbesondere aus der Kohle, um den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid zu reduzieren. Um auf kommende Pandemien vorbereitet zu sein, rufen die Wissenschaftsakademien dazu auf, nach Medikamenten gegen potenziell gefährliche Viren zu forschen sowie sich den weltweiten gesundheitlichen Herausforderungen wie Antibiotikaresistenzen und Zoonosen zu stellen.

    Gefahr von Antibiotikaresistenzen und Zoonosen

    Eine der vier Stellungnahmen behandelt die Bedrohung, die von Antibiotikaresistenzen und Zoonosen für die weltweite Gesundheit ausgehen. Je mehr Ökosysteme zerstört werden, desto leichter haben es Krankheitserreger, von Tieren auf Menschen überzuspringen und umgekehrt. Das Risiko steigt, je öfter es zu engen Kontakten zwischen Tieren und Menschen in Landwirtschaft, Haushalten und natürlichen Lebensräumen kommt. Krankheiten tierischen Ursprungs, sogenannte Zoonosen, können sich dann ausbreiten. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge sind 75 Prozent der neu auftretenden Infektionskrankheiten Zoonosen.

    Hinzu kommt, dass antimikrobielle Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika, die zur Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzt werden, an Wirksamkeit verlieren. Hauptursache dafür ist nach Einschätzung der Wissenschaftsakademien der übermäßige Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen bei Menschen, Tieren und Pflanzen. Als Folge können resistente Mikroorganismen entstehen und sich zwischen Menschen und Tieren oder über die Umwelt verbreiten. Zum Beispiel über Nahrungsmittel, Wasser, Aerosole oder über Fäkalien von Menschen und Tieren, die zuvor mit Antibiotika behandelt wurden und dann als Düngemittel eingesetzt werden.

    One Health-Ansatz bringt Menschen, Tiere und Umwelt zusammen

    Um diese Probleme zu lösen, empfehlen die G7-Wissenschaftsakademien auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene die Umsetzung des sogenannten One Health-Ansatzes. Demnach sollen die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Umwelt zusammenhängend betrachtet werden. Die Wissenschaftsakademien plädieren unter anderem dafür, Zoonosen und antimikrobielle Resistenzen mithilfe digitaler Technologien zu überwachen sowie Forschung mit One Health-Ansatz angemessen und langfristig zu finanzieren. Darüber hinaus soll gewährleistet werden, den One Health-Ansatz weltweit und auf allen Gesellschaftsebenen zu kommunizieren und zu koordinieren und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, warum es notwendig ist, Zoonosen und antimikrobiellen Resistenzen zu bekämpfen.

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