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Freizeit im Grünen: Mehr Zeckenstiche in der Corona-Krise? | BR24

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Mehr Zeckenstiche in der Corona-Krise erwartet

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Freizeit im Grünen: Mehr Zeckenstiche in der Corona-Krise?

Durch die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise zieht es viele Menschen in die Natur, um dem Lagerkoller zu entgehen. Damit steigt allerdings auch die Gefahr von Zeckenstichen, denn die Blutsauger sind bei dem milden Wetter schon längst aktiv.

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Während der Ausgangsbeschränkungen drängt es mehr Menschen denn je in die Natur und zum Spaziergehen. Doch dieses Vergnügen ist ein wenig getrübt, denn in Wald und Wiese lauert eine krabbelnde Gefahr.

"Wenn so viele Menschen in die Natur rausgehen wie noch nie, weil ihnen daheim die Decke auf den Kopf fällt, dann kann das ein für Zecken gutes Jahr werden." Volker Fingerle vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim

Zecken und das Coronavirus

Eine Übertragung des Coronavirus durch einen Zeckenstich hält der Experte aber für unwahrscheinlich. Grippeähnliche Symptome seien dann eher auf eine Infektion mit Borreliose oder der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zurückzuführen. Auch erhöhe sich durch einen Zeckenstich nicht die Gefahr, anfälliger für das Coronavirus zu sein. "Ein Zeckenstich allein schwächt unser Immunsystem nicht so weit, dass wir deshalb anfälliger für das Coronavirus sind", meint Fingerle.

Zecken fast ganzjährig eine Gefahr

Zecken haben gewöhnlich von April bis Ende Oktober Hochsaison. Bei milden Temperaturen werden die Zecken aber auch früher aktiv. Dann verlassen sie ihre Winterstarre und machen sich auf die Suche nach einem Blutopfer. "Bei Sonnenschein im Englischen Garten sitzt die Zecke auch im Januar auf einem Grashalm und wartet auf ein Opfer", so Fingerle. Und von dort lässt sie sich einfach mitschleppen, wenn Mensch oder Tier in der Natur sind - immer auf der Suche nach warmer Haut.

FSME und Borreliose: Zecken übertragen Krankheiten

Auf den Menschen können Zecken gefährliche Krankheiten übertragen wie die Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Während es für die FSME eine vorbeugende Impfung gibt, steht für die Borreliose kein Impfstoff zur Verfügung. Infektionen können aber mit Antibiotika behandelt werden.

Übertragung der Borreliose erst nach längerer Saugzeit

Im Gegensatz zur FSME wird die Borreliose nicht sofort beim Stich übertragen. Man vermutet, dass nach etwa zwölf bis 24 Stunden Saugzeit die Zecke so vollgesogen ist, dass sie einen Teil des bereits aufgesogenen Blutes wieder in die Wunde abgibt. Dabei können Borrelien in den menschlichen Blutkreislauf gelangen. Deshalb ist es generell wichtig, Zecken sobald wie möglich zu entfernen.

Borreliose: Hautrötung nach Zeckenstich

Die Lyme-Borreliose ist nicht leicht zu diagnostizieren, denn nur wenige Symptome sind spezifisch für diese Erkrankung. Erstes und eindeutiges Symptom ist die Wanderröte (Erythema migrans), eine ringförmige, schmerzlose, sich zentrifugal ausbreitende Rötung an der Stichstelle und an anderen Körperstellen. Die Rötung kann Tage bis Wochen nach dem Stich auftreten und ist im Zentrum oft etwas heller. Auch unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Lymphknotenschwellungen und Kopfschmerzen sind möglich. Das Problem beim ersten Krankheitsstadium: Die Rötung tritt nur bei etwa jedem zweiten Borreliose-Patienten auf. Auch eine Blutuntersuchung auf Borrelien verläuft gerade im Anfangsstadium oft negativ.

Zweites Krankheitsstadium der Borreliose

Ein zweites Krankheitsstadium kann nach Wochen oder Monaten auftreten. Zu den Symptomen gehören schmerzhafte Gelenkentzündungen, meist an Knien, Händen oder Knöcheln, aber auch Herzprobleme und verschiedene Symptome der Hirnhautentzündung. Problematisch ist manchmal die Diagnose. Die Beschwerden werden nicht selten mit anderen Krankheitsbildern verwechselt. Häufigste Fehldiagnose: Rheuma.

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Rötung an der Stichstelle

Achtung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Das FSME-Virus wird nur in begrenzten Gebieten von Zecken übertragen. Die Gefahr einer Übertragung steigt auch bei dieser Krankheit mit der Dauer der Saugzeit, vermutlich weil während des Saugvorgangs eine Virusvermehrung innerhalb der Zecke stattfindet. Ein rasches Entfernen der festgesaugten Zecke ist also wichtig.

FSME: Zwei Krankheitsphasen

Die Erkrankung erfolgt in zwei Phasen. Etwa fünf bis sieben Tage nach dem Biss treten bei einem Drittel der Infizierten uncharakteristische Beschwerden auf: Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, gelegentlich Magen-Darm-Probleme. Meist ist die Krankheit damit überstanden. Bei manchen Betroffenen befällt der Erreger jedoch das zentrale Nervensystem - in unterschiedlicher Ausprägung. Unterschieden werden die "Meningitis" (nur die Hirnhäute sind beteiligt), die "Meningoenzephalitis" (Beteiligung von Hirnhäuten und Gehirn) und die "Meningoenzephalomyelitis" (zusätzlich ist das Rückenmark betroffen).

Vorbeugung durch Impfung

Für die FSME ist bis heute keine medikamentöse Behandlung bekannt. Daher ist es besonders wichtig, sich nach einem Aufenthalt im Freien auf Zecken zu untersuchen. Die verlässlichste Vorbeugung gegen FSME ist eine Impfung.

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Zecke auf der Suche nach zarter Haut

So schützen Sie sich vor Zecken:

  • Wer sich auf einer ungemähten Wiese, im Unterholz oder im Gebüsch bewegt, ist besonders gefährdet. Die Hauptregel für dieses Terrain heißt daher: Geschlossene Kleidung tragen - auch wenn das schweißtreibend sein kann.
  • Lange Hose anziehen und am besten noch die Hose in die Socken stecken.
  • Langärmeliges Oberteil mit Bündchen tragen, z.B. Bluse oder Hemd. Auch oben schließen. Feste Schuhe anziehen, die über den Knöchel reichen.
  • Auf heller Kleidung sehen Sie die Zecken besser und können Sie eventuell vor dem Zubeißen noch entfernen.
  • Auch wenn Sie diese Tipps beherzigen, sollten Sie sich unbedingt am Abend gezielt nach Zecken absuchen. Besonders wichtig ist das bei Kindern - weil die besonders gerne im Unterholz umhertollen.

Milde Temperaturen begünstigen neue Zeckenarten

Milde Temperaturen haben aber noch ganz andere Auswirkungen: Neue Zeckenarten wie die Hyalomma oder die Auwaldzecke breiten sich in Richtung Westen Deutschlands aus. Im ungewöhnlich warmen Sommer 2018 wurden erstmals größere Zahlen der Hyalomma-Zecke hierzulande gefunden. Diese Zeckengattung kam bislang ausschließlich in den Tropen und Subtropen vor. Hyalomma kann gefährliche Erreger wie das Krim-Kongo-Fieber-Virus oder Fleckfieber-Bakterien auf Menschen und Tiere übertragen. Bei Pferden verursacht diese Zeckenart häufig heftige Geschwüre.

© BR

Wie entfernt man eine Zecke? Mit Benzin, Nagellackentferner oder Kleber? Auf keinen Fall! Sondern vorsichtig mit einer Zeckenzange. Und dann? Wie tötet man sie? Die verschiedenen Möglichkeiten, wie es wirklich klappt, gibt es hier.