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Der Riesenbärenklau ist eine Giftpflanze, die sich in Bayern immer weiter verbreitet. Er ist hochgefährlich - vor allem für Kinder - denn sein Pflanzensaft kann in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen der Haut führen.

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Finger weg vom Riesenbärenklau: Es drohen schwere Verbrennungen

Der Riesenbärenklau ist besonders für Kinder hochgefährlich. Er breitet sich auch in Bayern immer weiter aus. Sein Pflanzensaft kann in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen führen - vor allem während der Blütezeit von Juni bis Juli.

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Von
  • Marlene Riederer

Sein Aussehen ist schon imposant - und deshalb für Kinder besonders anziehend. Der Stängel des Riesenbärenklaus hat unten einen Durchmesser bis zu einigen Zentimetern und ist in der Mitte hohl. Er ist leicht behaart und weist rote/dunkle Flecken auf. Einjährige Pflanzen sind - je nach Wetter - Anfang Mai schon bis zu einem Meter hoch. Andere Pflanzen haben in ihrem Schatten kaum eine Chance zu wachsen. Zweijährige Pflanzen können ausgewachsen gegen Ende Juni bis zu drei Meter hoch sein. Die weißen Blüten erscheinen von Juli bis September und werden bis zu 50 Zentimeter breit. Die Dolden einer Pflanze können bis zu 80.000 Einzelblüten haben, die bis zu 30.000 Samen produzieren.

Riesenbärenklau - Einwanderer aus dem Kaukasus

Der Riesenbärenklau ist anspruchslos und kommt mit fast allen Böden klar - außer mit saurem Milieu. Er blüht nur an sonnigen Standorten, überlebt aber auch an schattigen Plätzen.Der Riesenbärenklau stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Er wurde in den Nachkriegsjahrzehnten gerne als Zierpflanze in Hausgärten gesät - und das, obwohl er höchst bedenklich ist. Zum einen verdrängt er andere Pflanzenarten, zum anderen ist ein Kontakt mit dem Riesenbärenklau hochgefährlich.

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Bildrechte: picture alliance / blickwinkel/M. Woike | M. Woike

Riesenbärenklau

Verbrennungen und Verätzungen der Haut

Besonders Kinder müssen vor der Pflanze geschützt werden, denn alle Teile der Pflanze enthalten den Giftstoff Furocuramin. Immer wieder kommt es vor, dass Kinder nichtsahnend die meterhohe Pflanze pflücken und mit ihr spielen, zum Beispiel den Stängel benutzen oder sich unter den Pflanzen verstecken. Die Folge des Kontakts sind verbrennungs- oder verätzungsähnliche Hautreaktionen, oft verbunden mit großen Blasen und vor allem mit starken Schmerzen. Die Wunden heilen nur sehr langsam ab und können nicht nur Narben, sondern auch Pigmentierungen hinterlassen.

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Bildrechte: picture-alliance / OKAPIA KG, Germany | Dr.med.J.P.Müller

Blasenbildung am Oberschenkel eines Mannes nach Kontakt mit der Pflanze Riesenbärenklau.

Pflanzensaft des Riesenbärenklaus enthält Giftstoffe

Grund für die Verletzungen durch die Pflanze sind die phototoxisch wirkenden Furocumarine, die im Pflanzensaft enthalten sind. Diese verursachen - in Kombination mit ultravioletter Strahlung - Hautverbrennungen. Normalerweise treten diese Hautschäden durch Kontakt mit dem Pflanzensaft auf. Besonders empfindliche Personen können aber allein durch den Kontakt mit der Pflanze stark reagieren.

Dann können Fieber, Schweißausbrüche, Atemnot oder auch ein Kreislaufschock auftreten. Das passiert, wenn die Furanocumarine, die an heißen Tagen von der Pflanze abgegeben werden, über längere Zeit inhaliert werden.

So bekämpfen Sie Riesenbärenklau

  • Schutzkleidung: Ein Ganzkörperschutz ist immer nötig, wenn man Riesenbärenklau-Pflanzen schneidet und entfernt. Also: Kopfbedeckung, lange Jacke, feste Hose. Handschuhe und Schutzbrille sind unerlässlich. Falls es doch zu Hautkontakt mit der Giftpflanze kommt: einen Eimer Wasser und Seife zum Wuchsort mitbringen und bei Kontakt sofort die betroffene Hautstelle mit Wasser und Seife reinigen.
  • Abends arbeiten: Man sollte nur bei bedecktem Wetter oder abends arbeiten, da die Pflanze sogenannte phototoxische Giftstoffe enthält, die ihren Effekt erst in Verbindung mit Sonnenlicht entfalten.
  • Ausgraben und vernichten: Im Frühling sollte man die Wuchsorte vom vergangenen Jahr kontrollieren: Ist dort Riesenbärenklau nachgewachsen, sollte man die noch niedrigen Pflanzen samt Vegetationskegel an der Wurzel ausgraben und vernichten. Wichtig: nur die oberirdischen Pflanzenteile abzuschneiden oder in den Wurzelstock zu hacken, reicht nicht aus.
  • Vernichten zum richtigen Zeitpunkt: Bei blühendem Riesenbärenklau muss man die Weiterverbreitung der Samen verhindern - und die Blütendolden entfernen. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die Mitteldolde der Pflanze grüne Samen ausgebildet hat. Dann vernichtet man die Blütendolden, indem man sie abschlägt und entsorgt.
  • Wuchsorte fünf Jahre kontrollieren: Um den Riesenbärenklau erfolgreich zu bekämpfen, muss man die Wuchsorte über fünf Jahre immer wieder kontrollieren. In manchen Gegenden Bayerns geht man mit starken Pestiziden oder auch mit Flammenwerfern gegen die Herkulesstaude vor.

Quelle: Landesbund für Vogelschutz, Starnberg, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

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Ihre Doldenblüte ist so groß wie eine Tortenplatte, sie kann über drei Meter hoch werden und ihre Blätter sind gigantisch groß. Doch Vorsicht: Der Riesen-Bärenklau ist giftig, warnt unser Gartenexperte Andreas Modery.

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