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Corona an Schulen: Wann spricht man von einem Ausbruch? | BR24

© dpa-Bildfunk/Philipp von Ditfurth

Corona an Schulen: Wann spricht man von einem Ausbruch?

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    Corona an Schulen: Wann spricht man von einem Ausbruch?

    Immer wieder gab es Coronainfektionen an Bayerns Schulen. Das Landesamt für Gesundheit hat aber insgesamt nur sechs Ausbrüche an Schulen verzeichnet. Müsste die Zahl nicht höher sein? Ein kurzer Faktenfuchs zur Definition von "Ausbruch".

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    In den vergangenen Monaten wurden immer wieder Corona-Infektionen an bayerischen Schulen bekannt, sei es in Augsburg, Regensburg, Fürth, Würzburg oder auch Herrsching, Unterhaching, Frammersbach oder Bad Brückenau.

    Das sind nur einige Beispiele und dennoch kommen schon zehn Ortschaften und noch mehr Schulen zusammen, an denen es bisher durch Tests bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gegeben hat.

    Wie passt es dazu, dass das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf Anfrage des BR vor wenigen Tagen mitteilte, dass seit Ende Januar nur sechs Corona-Ausbrüche an bayerischen Schulen gemeldet worden seien (Stand 22.7.20)? Diese Frage stellten auch Leser*innen an BR24.

    "Ausbruch" erst bei mindestens zwei Erkrankungen

    Nicht jede bestätigte Infektion wird als "Ausbruch" der Krankheit bezeichnet. Von einem "Ausbruch" sprechen zumindest Behörden erst dann, wenn "zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird", so der Paragraph 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).

    Tatsächlich waren bei den Meldungen zu Schulen zum Teil mehrere, zum Teil nur einzelne Personen nachweislich mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert.

    Anonymisierte Meldungen von Ausbrüchen an Schulen

    Welche sechs Schulen in Bayern unter einem "Ausbruch" von Covid 19 zu leiden haben oder hatten, kann das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nicht sagen, da das LGL nach eigener Aussage nur anonymisierte Meldungen bekommt.

    Insgesamt 23 Infektionsfälle an bayerischen Schulen

    Die Gesundheitsämter müssen jeden positiven SARS-CoV-2-Befund innerhalb von 24 Stunden an das Landesamt für Gesundheit melden. Dieses gibt die Information dann auch dem Robert-Koch-Institut weiter. Dabei geht es immer nur um die Fälle, die von einem Labor bestätigt wurden.

    Insgesamt wurden dem Landesamt für Gesundheit 23 Infektionsfälle an bayerischen Schulen gemeldet (Stand 22.7.20).

    Update vom 27. Juli, 15.00 Uhr: Sieben Ausbrüche, 27 Infektionen

    Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am 27. Juli, gegen 15.00 Uhr, mitteilt, wurden nach neuem Datenstand sieben Ausbrüche mit SARS-CoV-2-Infektionen an bayerischen Schulen gemeldet. Jeweils zwei wurden in Mittelfranken, Niederbayern und Oberbayern festgestellt, einer in Schwaben. Die sieben gemeldeten Ausbrüche enthalten insgesamt 27 bestätigte Infektionsfälle.

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