Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Broken-Heart: Wenn ein gebrochenes Herz lebensgefährlich wird | BR24

© picture alliance / imageBROKER

Zersplitterndes Glasherz

Per Mail sharen
Teilen

    Broken-Heart: Wenn ein gebrochenes Herz lebensgefährlich wird

    Ein "gebrochenes Herz" zu haben – das Gefühl kennt jeder. Doch manchmal kommt es zu herzinfarktähnlichen Symptomen, die lebensbedrohlich werden können. Forscher haben nun Daten zum Broken-Heart-Syndrom ausgewertet und so die Therapie verbessert.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Schön, wenn zwei sich gefunden haben. Aber genauso grausam ist es, wenn eine Beziehung auseinander bricht. Das Erlebnis kann so traumatisch sein, dass manche Menschen einen Quasi-Herzinfarkt erleiden. Das Broken-Heart- oder Takotsubo-Syndrom ist erst vor wenigen Jahren als spezifische Herzerkrankung erkannt und beschrieben worden.

    Broken-Heart-Syndrom – Symptome eines Herzinfarkts

    Die Symptome der lebensgefährlichen Erkrankung ähneln denen anderer akuter Herzerkrankungen, die Diagnose ist deshalb schwierig. Da die Krankheit lange kaum bekannt war, ist sie als vorübergehend und gutartig eingeschätzt worden. Unerkannt, zu spät oder falsch behandelt kann sie jedoch zum Tod führen.

    Mit dem Notarzt in die Klinik

    Die Patientinnen - es sind vor allem Frauen - erleiden ähnliche Symptome wie bei einem klassischen Herzinfarkt: starke Brust- und Herzschmerzen, Atemnot, Todesangst. Im Ultraschall beobachten die Ärzte, dass die linke Herzkammer praktisch nicht mehr arbeitet. Doch wenn sie mit einem Herz-Katheder nach der Ursache suchen, finden sich keine verstopften Gefäße. Es handelt sich also um einen "Quasi-Herzinfarkt".

    Auslöser des Takotsubo-Syndroms

    Das Broken Heart-Syndrom wird häufig durch körperlichen oder emotionalen Stress ausgelöst. Bei mindestens einem Drittel der Patientinnen kam es kurz vorher zu einer starken Stress-Situation, zum Beispiel durch den Verlust eines Angehörigen, durch Trennung, Informationen über schwere Krankheiten in der Familie oder Unfälle. Bei etwa 40 Prozent der Erkrankten kann man als Auslöser eine starke körperliche Belastung feststellen, die über das übliche Maß hinausgeht. Bei dem letzten Drittel kann kein auslösendes Erlebnis ausgemacht werden.

    Das Broken-Heart-Syndrom ist erst wenig erforscht

    Eine Hypothese ist, dass der Körper bei schlimmen Erlebnissen so viele Stresshormone ausschüttet, was den Herzmuskel lahmlegt. Möglicherweise führen die Hormone auch dazu, dass sich die Blutgefäße im Herzen zusammenziehen. Weil vor allem Frauen im Alter von 60 bis 75 Jahren betroffen sind, könnten auch die fehlenden Östrogene in diesem Lebensalter eine Rolle spielen.

    Mittlerweile steht fest, dass – im Vergleich zu einem Herzinfarkt mit Gefäßverschluss - am Broken-Heart-Syndrom relativ wenige Menschen sterben. Das kann aber passieren, wenn es zum Beispiel in der Akutphase zu einem kardiogenen Schock kommt. Das ist eine lebensbedrohliche Komplikation, bei der das Herz plötzlich viel zu wenig Blut durch den Körper pumpt.

    Wie geht es weiter nach der Diagnose Takotsubo-Syndrom?

    Manche Patientinnen sind nach einer Woche wieder fit, bei anderen kann es länger dauern. Wichtig ist, dass die Ärzte den Quasi-Infarkt erkennen, um die richtige Therapie einleiten zu können. Die Behandlung ist immer individuell - es gibt keine Standard-Therapie. Doch wer ist gefährdet, einen kardiogenen Schock zu erleiden?

    Weltweite Daten von Broken-Heart-Patienten ausgewertet

    Hier sind die Forscher des Universitätsspitals Zürich nun einen Schritt weiter. Sie haben herausgefunden, welche vom Broken-Heart-Syndrom Betroffenen ein erhöhtes Risiko für einen kardiogenen Schock haben. "Dank der Studie wissen wir nun, welche Takotsubo-Patienten in der akuten Phase der Erkrankung einen kardiogenen Schock entwickeln und deshalb intensiv überwacht werden sollten. Diese Patienten zeigen auch langfristig ein erhöhtes Risiko und sollten deshalb auch dauerhaft verlaufskontrolliert werden." Christian Templin, leitender Autor der Studie und Leiter der Akutkardiologie am Universitätsherzzentrum des Universitätsspitals Zürich in der Schweiz.

    Basis der Auswertung

    Für die Ergebnisse, die eine bessere Therapie ermöglichen, haben die Schweizer auf die im InterTAK Register gesammelten Daten zurückgegriffen. Das Takotsubo-Register wurde 2011 am Herzzentrum des Universitätsspital Zürich eingerichtet. Inzwischen beteiligen sich über 40 kardiovaskuläre Zentren aus 20 Ländern weltweit an der Erfassung weiterer Daten zum Broken-Heart-Syndrom.

    Von
    • BR24 Redaktion
    Schlagwörter