Bayern 2 - Gesundheitsgespräch


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Therapie Behandlung des "gebrochenen Herzens"

Die Tako-Tsubo-Kardiomyopathie dauert in der Regel einige Stunden. Die Veränderungen an der Herzspitze bilden sich meist in einigen Wochen zurück. Die Patienten sollten zur Nachbehandlung für einige Tage in der Klinik bleiben.

Stand: 06.10.2016

Patientin im Krankenhaus mit Arzt | Bild: colourbox.com

"Auf keinen Fall sollten Tako-Tsubo-Patienten denken, sie könnten dieses Syndrom mit ein paar Entspannungstagen in den Griff bekommen."

Dr. Magnus Schraudolph, Facharzt für Innere Medizin, Psychotherapie und Kardiologie

Wer behandelt?

Die Behandlung sollten Kardiologen und Psychotherapeuten übernehmen:

  • Die akuten Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Leistungsschwäche, eventuell hoher Blutdruck gehören in die Hand eines Kardiologen.
  • Psychotherapeuten sollten versuchen herauszufinden, ob eine Kurztherapie mit einigen Stunden Psychotherapie genügt oder ob eine längerfristige Behandlung nötig ist.

"Es gibt keine Standard-Therapie. Das heißt, für jeden Patienten muss die individuell passende Behandlung gefunden werden. Und deswegen gibt es auch keine definierte Behandlungsdauer."

Dr. Magnus Schraudolph, Facharzt für Innere Medizin, Psychotherapie und Kardiologie

Akuttherapie

  • Sehr häufig ist die Behandlung mit Aspirin, um das Blut zu verdünnen.
  • Calciumantagonisten, die krampflösend wirken, können gegeben werden.
  • Bei einem akuten Erregungszustand kann kurzfristig auch ein Entspannungsmittel verabreicht werden, wie etwa Benzodiazepine.

Dauertherapie

In der Anschlussheilbehandlung nach der akuten Phase geht es darum zu sehen, ob eine Psychotherapie erforderlich ist, mit der zum Beispiel depressive Störungen etwa behandelt werden können. Depressionen können auch mit Antidepressiva behandelt werden, das muss im Einzelfall entschieden werden. Bei leichten Depressionen ist eine medikamentöse Therapie meist ohne Erfolg, bei schweren Depressionen oft sehr hilfreich.

"Sehr geeignet zur Nachbehandlung ist eine Klinik mit psychokardiologischer Kompetenz."

Dr. Magnus Schraudolph, Facharzt für Innere Medizin, Psychotherapie und Kardiologie


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