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Nach dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest bei einem Wildschwein vor fast einem Jahr sind jetzt Fälle bei Hausschweinen entdeckt worden.

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Afrikanische Schweinepest erstmals bei Hausschweinen entdeckt

Von Schweinemasthaltern und Landwirten wurde es schon befürchtet: Die Afrikanische Schweinepest wurde jetzt erstmals auch bei Hausschweinen in Deutschland nachgewiesen. Bisher waren nur Wildschweine betroffen.

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Von
  • Katrin Klaus

Im September letzten Jahres wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) das erste Mal in Deutschland nachgewiesen - bei einem Wildschwein. Mittlerweile wurden fast 1.270 Fälle laut brandenburgischem Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz allein in Brandenburg gezählt. Daher fürchteten Schweinemasthalter und Landwirte schon länger, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die gefährliche Krankheit auch auf Hausschweine in Nutzbeständen übergreift.

Zwei Betriebe in Brandenburg betroffen

Nun wurde das Virus in Laboren nachgewiesen: bei einem Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße mit rund 200 Tieren und bei einem Kleinsthalter mit zwei Schweinen im Landkreis Märkisch-Oderland. Beide liegen in Brandenburg. Die Tiere in den Betrieben sollen getötet werden. Die Infektionsgefahr ist zu groß.

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Sie kursiert schon seit fast einem Jahr unter Wildschweinen, jetzt ist die Afrikanische Schweinepest auch bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Was hat es mit dieser Krankheit auf sich?

Afrikanische Schweinepest: tödlich und unheilbar

Die Tierseuche endet für Schweine fast immer tödlich, einen Impfstoff gibt es bisher nicht. Von der Virusinfektion sind nur Schweine betroffen, sowohl Haus- als auch Wildschweine. Ursprünglich ist das Virus in Afrika ausgebrochen. Daher auch der Name. Die Afrikanische Schweinepest wird direkt von Tier zu Tier weitergegeben oder durch den Kontakt mit Ausscheidungen wie Urin und Kot. Im Wald beispielsweise, aber auch im Stall oder bei Tiertransporten. Auch, wenn Hausschweine draußen gehalten werden und sie mit erkrankten Wildschweinen Kontakt haben.

Schutzzaun gegen Ausbreitung des Virus

Die betroffenen Betriebe liegen nahe der polnischen Grenze. Daher sollen jetzt Schutz- und Überwachungszonen um die beiden Betriebe eingerichtet werden. Die Seuche hat sich von Osteuropa nach Deutschland ausgebreitet. Daher gibt es bereits einen etwa 670 Kilometer langen ASP-Schutzzaun von Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nach Polen. Ein zweiter Zaun ist bereits in Planung. Und auch Bayern hat sich schon mit Wildschutzzäunen eingedeckt.

Keine Gefahr für Menschen, aber für Exporte

Für Menschen ist das Virus keine Gefahr, auch nicht beim Verzehr von Lebensmitteln aus infizierten Tieren, da bislang keine Übertragung vom Tier zu Mensch bekannt ist. Ebenfalls gilt es für Hunde und andere Haustiere als ungefährlich. Jedoch kann der Ausbruch existenzbedrohend für Schweinehalter sein. Der Grund: Deutschland hat bereits mit dem ersten Schweinepest-Fall seinen Status als "seuchenfrei" verloren. Südkorea, Japan und China haben in der Folge die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch verboten - ein wichtiger Exportmarkt.

Auf der Suche nach der Quelle

Für die Betriebe in Brandenburg geht es nun darum, die Ursache für die Fälle zu finden, um den Weg des Virus nachvollziehen zu können. Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher zufolge würde das schnelle Auffinden der Fälle allerdings zeigen, dass das Tierseuchenmonitoring funktioniert. Jetzt gilt es, die Sicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten, damit sich die hochansteckende Krankheit nicht weiter unter Hausschweinen ausbreiten kann.

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