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Wirtschaftsverbände legen Brexit-Leitfaden vor | BR24

© picture-alliance/dpa

Symbolfoto Brexit

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    Wirtschaftsverbände legen Brexit-Leitfaden vor

    In weniger als einem Jahr will Großbritannien die Europäische Union verlassen. Wie sollen deutsche Unternehmen mit dem Brexit umgehen? Dazu haben mehrere Wirtschaftsverbände nun 111 Fragen und Empfehlungen präsentiert. Von Tobias Brunner

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    Der Stichtag ist klar: 29. März 2019 – dann will Großbritannien raus aus der Europäischen Union. Doch von diesem Datum abgesehen, sind noch viele Fragen rund um den Brexit ungeklärt. Darunter auch Fragen, die deutsche und bayerische Unternehmen betreffen.

    Mehrere Wirtschaftsverbände haben deshalb nun einen gemeinsamen Leitfaden herausgebracht: "Der Brexit kommt – Was ist zu tun?" Das Papier stammt vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw).

    Mehrkosten und bürokratische Hürden als Brexit-Folge

    Darin finden Unternehmer insgesamt 111 Praxis-Fragen und Empfehlungen rund um den Brexit, die für sie relevant sein könnten. Zum Beispiel: "Können Sie kurzfristig auf Lieferanten vor Ort umstellen, um Importkosten zu reduzieren?" Oder: "Benutzen Sie Chemikalien aus dem Vereinigten Königreich für Ihre Produktionsprozesse?"

    "Jedes direkt oder indirekt betroffene Unternehmen sollte möglichst früh den Ausstieg Großbritanniens aus der EU für sich analysieren und bewerten", rät Hans-Toni Junius, Vorsitzender des Mittelstandsausschusses von BDI und BDA. Denn für die Verbände steht fest: Der Brexit wird voraussichtlich zu deutlichen Mehrkosten und bürokratischen Hürden führen. Hinzu kommen aller Wahrscheinlichkeit nach wieder eingeführte Zollkontrollen.

    Großbritannien ein wichtiger Handelspartner für Bayern

    Zugleich mahnen die Wirtschaftsverbände, wie wichtig eine Annäherung zwischen EU und britischer Regierung sei. Das nächste Gipfeltreffen dazu ist für Ende Juni geplant. "Unsere Unternehmen müssen bis Oktober Klarheit haben für ihre Planungen nach dem Brexit-Stichtag", forderte BDI-Präsident Dieter Kempf.

    Aus Sicht der bayerischen Wirtschaft geht es vor allem um den "Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien", sagt vbw-Präsident Alfred Gaffal. Schließlich sei das Vereinigte Königreich "ein sehr wichtiger Handelspartner". Vergangenes Jahr exportierten bayerische Unternehmen Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro dorthin. Das entsprach etwa 7,3 Prozent der Gesamtexporte Bayerns. Im Vergleich zu 2016 gingen diese zuletzt zurück – laut vbw eine direkte Folge der Brexit-Verunsicherung.