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Tabula rasa im Deutschen Fußball-Bund (DFB): Präsident Fritz Keller, Generalsekretär Friedrich Curtius, Vize Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge werden gehen. Eine Einschätzung von BR-Sportreporter Thomas Klinger.

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DFB-Präsident Keller vor Rücktritt - auch Vize Koch hört auf

Die DFB-Führungsspitze zieht Konsequenzen aus der tiefen Verbandskrise. Präsident Fritz Keller hat seine Bereitschaft zum Rücktritt erklärt. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius wird zeitnah gehen, DFB-Vize Rainer Koch 2022 nicht mehr kandidieren.

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  • BR24 Sport

Fritz Keller wird sein Amt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht am kommenden Montag zur Verfügung zu stellen. Das teilte der DFB am Dienstagabend mit.

Der Verband habe diese Konsequenzen auf einer außerordentlichen Präsidiumssitzung gezogen. Zuletzt hatten die Regional- und Landesverbände auf eine Amtsenthebung gedrängt.

Auch Generalsekretär Curtius soll gehen

Generalsekretär Friedrich Curtius werde Keller "nach einer Verständigung über eine Aufhebung seines Arbeitsvertrags" unmittelbar folgen. Die stellvertretende Generalsekretärin Heike Ullrich soll vorübergehend Curtius' Amtsgeschäfte übernehmen.

DFB-Vize Rainer Koch tritt nicht mehr an

Nach dem voraussichtlichen Rücktritt von Keller sollen die beiden Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters vorübergehend "als gleichberechtigte Interimspräsidenten" die Amtsgeschäfte bis zum nächsten ordentlichen DFB-Bundestag - dieser soll auf Anfang 2022 vorgezogen werden - leiten.

Dann will Koch, gleichzeitig auch Präsident des Bayerischen Fußballverbands (BFV), nicht mehr für das Amt des für die Amateure zuständigen Vizepräsidenten kandidieren. Auch Schatzmeister Stephan Osnabrügge wird laut DFB-Mitteilung nicht erneut für sein Amt antreten.

"Ich übernehme jetzt noch ein drittes (und definitiv letztes Mal) für eine sehr schwierige und auch nicht ganz kurze Zeit die Aufgabe der Interims-Präsidentschaft. Und danach ist die Mitwirkung als haftender Vorstand des DFB gemäß Paragraph 26 BGB für mich definitiv beendet." Rainer Koch auf Anfrage der ARD-Sportschau

Koch war bereits von November 2015 bis April 2016 sowie von April 2019 bis September 2019 zusammen mit Reinhard Rauball kommissarischer DFB-Leiter, nachdem die damaligen Präsidenten Wolfgang Niersbach und Reinhard Grindel ihr Amt räumen mussten.

Ziel der Interimsphase unter Koch und Peters sei es laut DFB-Mitteilung, "den Verband gemeinsam mit dem Präsidium schnellstmöglich in ruhige Fahrwasser zu bringen."

Keller-Rücktritt: "Eigene freie Entscheidung"

Noch-Präsident Keller habe "aus eigener freier Entscheidung in Verantwortung des Amtes als Präsident seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, nach Abschluss der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht am kommenden Montag, den 17. Mai 2021, sein Amt zur Verfügung zu stellen", so die DFB-Mitteilung im Wortlaut.

Ein "Nazi"-Vergleich als Auslöser

Keller hatte seinen Vize Koch bei einer Präsidiumssitzung Ende April als "Freisler" bezeichnet und mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen.

Seitdem tobte ein intensiver Streit zwischen den Top-Funktionären des DFB, aber auch der Deutschen Fußball-Liga, der zu weiten Teilen auch in der Öffentlichkeit ausgetragen wurde. Ermittlungen der DFB-Ethikkommission führten dazu, dass der Fall am kommenden Montag vor dem Sportgericht verhandelt wird.

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