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Was tut BR24 gegen Hass im Netz? | BR24

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Wir schauen anderen in Sachen Hate Speech auf die Finger, doch was macht BR24 selbst?

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    Was tut BR24 gegen Hass im Netz?

    Wie kann man Hass im Netz bekämpfen? Auch wir bei BR24 wollen, dass unsere Nutzer diskutieren, Argumente austauschen, ihre Meinung sagen. Doch auch in diese Debatten mischen sich Hass und Hetze. Wie gehen wir damit um?

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    Hasskommentare und Hetze im Netz sind nichts, was man mit einfachen Lösungen abschalten könnte. Das Diskutieren und Austauschen kontroverser Meinungen sind elementarer Bestandteil einer Demokratie, die Meinungsfreiheit im Grundgesetz soll das sichern.

    Auch wir bei BR24 wollen, dass unsere Nutzer diskutieren, Argumente austauschen, ihre Meinung sagen. In der Kommentarfunktion unserer Website, auf Facebook, Youtube, Instagram oder Twitter. Doch auch in diese Debatten mischen sich Hass und Hetze. Wie gehen wir damit um?

    BR-Moderatoren gibt’s nicht nur im Radio

    Wenn bei BR24 das Wort "Moderieren" fällt, geht es anders als bei Bayern 1, B5 aktuell oder im BR Fernsehen meist nicht darum, dass jemand durch eine Sendung führt. Bei BR24 wird vor allem eines moderiert: Ihre Kommentare zu unserer Berichterstattung. Damit bewegen wir uns recht nah am Wortsinn des lateinischen Ursprungwortes "moderare", das so viel wie "mäßigen, im Zaum halten, lenken" heißt. In der Praxis bedeutet das, dass wir jeden Ihrer Kommentare bei BR24.de sowie auf den BR24-Kanälen auf Facebook, Youtube und Instagram lesen und prüfen.

    Enthält ein solcher Kommentar Hass oder Hetze gegen Personen, ganze Gruppen oder Minderheiten, löschen wir ihn. Das gilt auch für Beleidigungen, persönliche Angriffe oder sonstige Unsachlichkeiten. Mehr dazu erfahrt Ihr in unserer Netiquette.

    Viel Aufwand, der sich lohnt

    Uns ist wichtig, dass man bei BR24 und auf unseren Kanälen konstruktiv und in einem sicheren digitalen Raum diskutieren kann, daher betreiben wir diesen hohen Moderationsaufwand. Nicht selten entstehen bei kontroversen Themen innerhalb kurzer Zeit hunderte oder gar tausende Kommentare unter einem einzelnen Facebook-Post.

    Wir lesen dennoch jeden Beitrag, löschen Hasskommentare und Co., aber antworten auch auf Fragen und erklären gerne immer wieder unsere journalistischen Entscheidungen. Hauptunterschied zwischen unserer Website und den externen Kanälen: Während bei BR24.de die Kommentare erst gelesen und dann freigegeben werden, werden bei Facebook, Youtube und Co. alle Kommentare erst einmal standardmäßig veröffentlicht und dann im Nachhinein von uns gelesen und gegebenenfalls moderiert und/oder entfernt.

    Eine Studie der Heinrich-Heine-Universität bescheinigte BR24 eine der höchsten Moderationsquoten aller untersuchten Medien. Unsere Moderatoren wenden sich in den Facebook-Kommentaren viel häufiger an unsere User als dies bei anderen großen Online-Medien der Fall ist. Dabei antworten wir auf Fragen, erklären unsere Berichterstattung, kommentieren Behauptungen der User und ordnen ein. Während im Schnitt nur 0,4 Prozent aller Kommentare von Moderatoren stammen, sind es auf der Facebook-Seite von BR24 rund 2,5 Prozent.

    © HHU Düsseldort

    Moderation der Facebook-Kommentare bei großen Online-Medien.

    Mit dem Entfernen von Inhalten ist es aber nicht in jedem Hetz- und Hassfall getan. Enthalten Kommentare zum Beispiel explizite Drohungen oder volksverhetzende Aussagen, schaltet BR24 zudem die Behörden ein. Über ein Online-Formular senden wir Prüfbitten an die zuständige Staatsanwaltschaft, die dann untersucht, wie strafrechtlich mit dem Beitrag umzugehen ist - und gegebenenfalls tätig wird.

    Mit Hilfe unserer Füchse

    Geht es nicht um strafrechtliche relevante Hetze oder sonstige Hass-Kommentare, moderieren wir statt zu löschen. Das heißt, wir stellen Behauptungen und Mutmaßungen Fakten gegenüber und erklären, warum der BR wie über eine Sache berichtet.

    Gerade beim Moderieren unserer Beiträge greifen wir hierzu auf ein Programm namens Factfox zurück. Es funktioniert wie eine Art Archiv für Fakten, das BR24-Redakteure selbstständig befüllen. So können wir Behauptungen über Minderheiten oder andere Personen mit guten Argumenten und Fakten entgegentreten. Der Factfox enthält unter anderem Fakten zu Kriminalitätsstatistiken, Personen oder auch Verschwörungstheorien.

    Daneben arbeitet ein eigenes BR24-Redaktionsteam mit journalistischen Mitteln daran, unsere Berichterstattung mit Fakten zu füttern. Die Faktenfuchs-Redaktion (hier findet Ihr aktuelle Beiträge der Kollegen) greift immer wieder Verschwörungstheorien und Behauptungen aus unseren Kommentarspalten bei Facebook und Co. auf und prüft deren Richtigkeit in ausführlichen Artikeln. Themen finden wir in den Kommentaren unserer User, aber auch durch unsere Social-Listening-Abteilung, die stets die sozialen Netzwerke im Blick hat und dort neue Themen und Trends identifiziert. Die sachlichen, faktenreichen Texte der Faktenfuchs-Redaktion helfen uns, Hass und Hetze mit Informationen entgegenzutreten.

    Hinzu kommt außerdem das Format #fragBR24, das Fragen und Kommentare der Nutzer in speziell für soziale Medien produzierten Videos aufgreift.

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