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Wissenschaftler fordern höhere Steuern für Reiche

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Wissenschaftler fordern höhere Steuern für Reiche

Wissenschaftler plädieren für höhere Steuersätze für Reiche, um der sozialen Spaltung zu begegnen. "Zu viel Ungleichheit belastet den gesellschaftlichen Zusammenhalt", sagte Gustav Horn vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

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Es gelte, die wirtschaftlich Starken mehr zu beteiligen, die Mitte zu stärken und Armut zu bekämpfen, so Horn, der wissenschaftlicher Leiter des IMK ist. Gutverdiener müssten stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligt werden. Das IMK ist ein Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Die Reichen werden schneller reicher

Mit ihren Angaben zur sozialen Ungleichheit beziehen sich die Wissenschaftler auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Demnach ist das durchschnittlich verfügbare Einkommen oberer Einkommensschichten von 1991 bis 2014 um etwa 17 Prozent gestiegen, das der Mitte um zehn Prozent. Bei Geringverdienern lag der Zuwachs bei nur rund drei Prozent.

Für Steuer auf Transaktionen

Horn und seine Forscherkollegen schlagen ein Bündel an Maßnahmen vor. Neben einer höheren Besteuerung wird die Einführung einer Finanztransaktionssteuer empfohlen, mehr Investitionen in die Infrastruktur oder ein sogenanntes bedingungsloses Kapitaleinkommen. Damit ist ein Staatsfonds gemeint, der Wertpapiere kauft und die Rendite jährlich an alle Bürger ausschüttet.

Mindestlohn erhöhen

Um Armut konkret zu bekämpfen, sprechen sich die Wissenschaftler für eine schnellere Erhöhung des Mindestlohns aus sowie für mehr Unterstützung für Langzeitarbeitslose. Dazu zählt auch eine "angemessene Höhe" des Hartz-IV-Regelsatzes. Der derzeitige Anpassungsmodus enthalte einen "Automatismus zu mehr Ungleichheit", hieß es.