Sturmböen haben das Feuer in einem Wald in Brandenburg auf 800 Hektar ausgebreitet.

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Waldbrände: Feuer in Brandenburg nicht unter Kontrolle

Waldbrände: Feuer in Brandenburg nicht unter Kontrolle

Die Waldbrände in Brandenburg und Sachsen breiten sich weiter aus. Das Feuer in einem Wald in Brandenburg erfasst mittlerweile 850 Hektar und ist nicht unter Kontrolle. Auch im Nationalpark Sächsische Schweiz kämpfen Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Die Feuerwehren in Brandenburg und Sachsen kämpfen gegen Waldbrände. Nach Angaben des Landkreises Elbe-Elster hat sich der große Acker- und Waldbrand dort auf einer Fläche von 850 Hektar ausgebreitet. Zunächst wurde die Zahl noch mit 800 angegeben. Im Nationalpark Sächsische Schweiz brennt ebenfalls ein Waldstück. Auch in Bayern entzünden sich aufgrund der Trockenheit immer wieder Felder und Waldstücke.

Feuer in Brandenburg nicht unter Kontrolle

Das große Feuer im Kreis Elbe-Elster lodert am Dienstag mittlerweile auf einer Fläche von rund 850 Hektar. Es sei nicht absehbar, wann der Brand unter Kontrolle gebracht werden könne, hieß es am Morgen vom Verwaltungsstab des Landkreises. Die Lage in der brandenburgischen Region Kölsa-Siedlung in der Stadt Falkenberg sei "sehr angespannt", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.

Das Feuer konnte sich auch wegen heftiger Sturmböen ausbreiten. Diese erschwerten die Löscharbeiten der Feuerwehrleute erheblich, machten sie in Teilen sogar unmöglich, hieß es in einer Mitteilung am späten Montagabend. Etwa 600 Menschen mussten bereits ihre Wohnungen verlassen. Die Evakuierung einer weiteren Ortschaft wird erwogen. Auch sind Feuerwehrkräfte wurden verstärkt. Im Süden Brandenburgs kämpfen derzeit 350 Einsatzkräfte bei Rehfeld gegen den Flächenbrand.

Brandbekämpfung könnte mehrere Tage dauern

Der Einsatz könnte mehrere Tage andauern, teilte der Verwaltungsstab mit. Das Wetter macht den Einsatzkräften Sorgen. "Alles steht und fällt mit der Wetterlage", sagte Kreis-Sprecher Torsten Hoffgaard am Dienstagvormittag. Es werde erwartet, dass der Wind zur Mittagszeit wieder auffrische, so dass sich das Feuer schneller ausbreiten könne.

Zwei Löschhubschrauber der Bundeswehr sind inzwischen im Waldbrandgebiet angekommen. Da sie das Wasser aus einem nahe gelegenen Badesee entnehmen müssten, sei das Gewässer gesperrt worden, sagte der Kreissprecher. Die Hubschrauber können seinen Angaben nach pro Ladung jeweils 5.000 Liter Wasser aufnehmen.

Mindestens sieben Feuerwehrleute verletzt

Auch in Rehfeld war die Lage aufgrund starken Windes sehr unübersichtlich, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Seinen Angaben zufolge brannte es im Wald zwischen Windrädern. Für Dienstag seien unter anderem Hubschrauber der Bundeswehr angefordert worden, so Haase.

Im Laufe des Einsatzes wurden mindestens sieben Einsatzkräfte verletzt, sechs von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht, teilte der Landkreis mit. Zudem sei eine Ferkelzuchtanlage in Kölsa-Siedlung abgebrannt, viele Tiere seien verendet.

Sachsen: Katastrophenalarm ausgelöst

Auch der Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz hat sich ausgeweitet. Für Bad Schandau wurde nach Angaben eines Sprechers des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstagmorgen Katastrophenalarm ausgelöst. Im Nationalpark hat sich inzwischen die Zahl der Einsatzstellen rund um den Großen Winterberg nach Angaben des Landratsamtssprechers von drei auf fünf erhöht. Zur genauen Fläche, die in dem unwegsamen, felsigen Gebiet in Flammen steht, konnte er keine Angaben machen. Touristen sollten die hintere Sächsische Schweiz meiden.

Derzeit seien 250 Feuerwehrleute und Kräfte der Bundes- und Landespolizei im Einsatz. Zur Brandbekämpfung seien auch zwei Wasserwerfer mit jeweils 10.000 Litern Fassungsvermögen und zwei Hubschrauber im Einsatz. Die Wasserversorgung erfolge etwa von der Elbe. Das Feuer hatte am Montag vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen.

Flächenbrände auch in Bayern

Auch in Bayern hatte es am Montag mehrere Flächenbrände gegeben. So brannten im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach zwei Getreidefelder nieder. In der Gemeinde Hirschbach standen laut der Polizeiinspektion Amberg insgesamt vier Hektar in Flammen. Außerdem fingen etwa 300 Quadratmeter eines angrenzenden Waldgebiets Feuer. Die Polizei geht davon aus, dass Funkenflug den Brand auf dem trockenen Feld verursacht hatte. Bei Drescharbeiten war ein Stein in das Mähwerk eines Mähdreschers gelangt.

Im Allgäu hatte vergangene Woche ein Waldstück nahe Schloss Neuschwanstein gebrannt. Das Feuer ist seit Freitagnachmittag gelöscht. Der einsetzende Regen habe die Löscharbeiten unterstützt, so ein Polizeisprecher. Am Zunderkopf bei Hohenschwangau war am Donnerstag Wald auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern in Brand geraten.

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