Horst Seehofer

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Seehofer erklärt, warum die SPD so viele Ministerposten bekommt

CSU-Chef Seehofer spricht im BR-Sonntags-Stammtisch über die Regierungsbildung - und nimmt die SPD in die Pflicht: "Wir sind zufrieden, aber es ist trotzdem nicht schön, wenn eine Regierung so beginnt." Von Christine Memminger und Eva Limmer

Über dieses Thema berichtet: Sonntags-Stammtisch am .

Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer hat noch einmal das zähe Ringen in Berlin geschildert, bis ein Koalitionsvertrag zustande kam. Dass die SPD in einer neuen Großen Koalition sechs Ministerien besetzen wird, unter anderem das wichtige Finanzressort und auch das Außenministerium, erklärte Seehofer mit der Verhandlungstaktik der SPD.

"Für uns wäre es einfacher gewesen wenn jeder seine Ministerien behält, die er hat. Aber das wollte die SPD nicht. Wenn es nach der Reihe geht, Zugriffsverfahren […] Das Zugriffsverfahren wollte die SPD nicht. Die hat gesagt jedes der Ministerien ist existenziell für den Regierungseintritt. Die Kanzlerin hat mit Schulz und Nahles gesprochen. Und irgendwann kurz vor Sonnenaufgang ist uns klar geworden: Wie kommt das bei der Bevölkerung rüber. Das hätte auf Jahre hinaus immensen Schaden für alle drei Parteien bedeutet. Und dann haben wir gesagt, gut dann sollen sie die drei Ministerien haben." Horst Seehofer im BR-Sonntags-Stammtisch

Seehofer trauert Jamaika hinterher

Seehofer betonte, dass er sich Dass die SPD in einer neuen Großen Koalition sechs Ministerien besetzen wird. Darin hätte nach seiner Meinung das meiste Erneuerungspotenzial gesteckt.

"Für das Land wäre das beste Jamaika gewesen, das wäre eine wunderbare Symbiose gewesen aus Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik und ökologischer Politik […] Es ist mir heute noch ein Rätsel. Wir waren mit Jamaika genau so weit wie mit der SPD, wir hätten alles fertig machen könne, es wäre wirklich eine Regierung gewesen, die interessant gewesen wäre, die Erneuerung gemacht hätte." Horst Seehofer im BR-Sonntags-Stammtisch

Parteien selbst schuld am schlechten Wahlergebnis

Gegen Ende der Sendung geht Horst Seehofer auch mit den Volksparteien ins Gericht. Dass die Wahlergebnisse aller großen Parteien auf einem historischen Tiefpunkt gelegen hatten, sei nicht nur wegen des Themas Zuwanderung so gewesen.

"Wir haben alle das schlechteste Wahlergebnis eingefahren. Nicht wegen des Flüchtlingsthemas, sondern wegen der sozialen Themen. Das wurde vernachlässigt […]Was die Menschen umtreibt, das haben die Parteien vernachlässigt. Ich sage das sehr selbstkritisch." Horst Seehofer im BR-Sonntags-Stammtisch

Handlungsbedarf bei sozialen Themen

Die bayerische Schauspielerin Michaela May äußerte sich kritisch, dass gerade die sozialen Themen kaum berücksichtigt würden von der Politik. Sie setzt sich selbst ehrenamtlich für kranke Kinder ein.

"Dass wir in unserem Land Kinder haben, die nicht genug zu essen haben, ist eigentlich eine Schande." Michaela May im BR-Sonntags-Stammtisch

Seehofer stimmt der Schauspielerin zu. Betonte auch noch einmal, dass Bildung so gefördert werden müsse, dass jeder junge Mensch mit guten Chancen weiterkommt. Außerdem verwies er auch auf die Fortschritte im Bereich Pflege, die die GroKo anstrebt.

"Es gibt in diesem Jahr das Sonderprogramm für die Pflege. Das umfasst 8000 im Personal, die müssen wir erstmal bekommen." Horst Seehofer im BR-Sonntags-Stammtisch

Horst Seehofer war heute beim Sonntags-Stammtisch im BR Fernsehen zu Gast, die Sendung wurde von Helmut Markwort moderiert. Außerdem waren in der Sendung zu Gast: Schauspielerin Michaela May, Karikaturist Dieter Hanitzsch und Wolfgang M. Heckl, Chef des Deutschen Museums.