Gasumlage
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Die Gasumlage kommt im Oktober. Wer muss sie bezahlen?

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BR24live: Gasumlage - wer muss zahlen?

Die geplante Gasumlage wird Bürger und Unternehmen angesichts der Energiepreise noch mehr belasten als ohnehin. Wen betrifft der Schritt und was bringt er? BR24live beantwortet die wichtigsten Fragen zur neuen Maßnahme.

Über dieses Thema berichtet: BR24live am .

Die neue Gasumlage bedeutet für viele Menschen in Deutschland höhere Rechnungen. Denn mit der Maßnahme sollen Gasverbraucher - also Firmen und private Haushalte - demnächst wichtigen Importeuren unter die Arme greifen, damit diese nicht in die Insolvenz gehen.

  • Zum FAQ "Die Gasumlage kommt: Was Verbraucher wissen sollten"

2,419 Cent pro Kilowattstunde werden befristet vom 1. Oktober an als Aufschlag auf den ohnehin drastisch gestiegenen Gaspreis fällig. Alle drei Monate kann die Umlage angepasst werden. Sollte Russland gar kein Gas mehr liefern, hält Wirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) es für wahrscheinlich, dass die Umlage steigt.

Keine Ausnahme bei Mehrwertsteuer für Gasumlage

Die Bundesregierung will keine Mehrwertsteuer auf die Umlage erheben: Finanzminister Christian Lindner hat auf EU-Ebene um eine Ausnahme gebeten. Die EU-Kommission bekräftigte aber am Dienstag in Brüssel, dass eine Streichung der Steuer anders als von der Bundesregierung erhofft nicht möglich ist. Minister Habeck hatte für diesen Fall "Ausgleichsmechanismen" angekündigt.

Viele Menschen sind betroffen, denn etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt. Außerdem befeuert die Gasumlage Ökonomen zufolge die Inflation.

Wer muss die Gasumlage zahlen? Was ist mit der Mehrwertsteuer? Und was bedeutet der Schritt für Unternehmen und Verbraucher? BR24live beantwortet wichtige Fragen rund um die Gasumlage - zu sehen hier bei BR24 im Stream, auf Youtube, Twitter oder Facebook.

Prüfungen zu Festverträgen und Fernwärme

Wie sich die Umlage auf Festverträge auswirkt ist noch nicht ganz klar und wird geprüft. Gegebenenfalls wird es noch Gesetzesänderungen geben. Habeck wies darauf hin, dass es auch viele Festverträge mit einer Preisanpassungsmöglichkeit für staatliche Abgaben gibt.

Aus den Gasen Propan und Butan bestehendes Flüssiggas ist von Umlage nicht betroffen, teilte der Deutsche Verband Flüssiggas mit. Außerdem heizten im vergangenen Jahr laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen rund 14 Prozent der Haushalte mit Fernwärme - diese entsteht laut Wirtschaftsministerium zu über 46 Prozent aus Gas. Fernwärmekunden sind von der Umlage bislang "nicht erfasst", erklärte das Ministerium in der vergangenen Woche. Auch diese Frage werde aber noch geprüft.

Kanzler sichert Entlastungen zu

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sicherte den Bürgern erneut ein weiteres Entlastungspaket zu. "Wir lassen niemanden allein mit den höheren Kosten", schrieb der SPD-Politiker auf Twitter und räumte gleichzeitig ein: "Es wird teurer – da gibt es kein drumherumreden."

Doch wie genau weitere Hilfen aussehen könnten, darüber wird in der Ampelkoalition noch heftig diskutiert.

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