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Strand bei Palma de Mallorca.

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    Mallorca-Streit: Regierung prüft Verbot bestimmter Urlaubsreisen

    Die Bundesregierung prüft, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wegen der Corona-Pandemie vorübergehend unterbunden werden können. Hintergrund ist die Debatte um Mallorca-Urlaub über Ostern.

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    Von
    • Till Erdtracht

    Seit Tagen läuft in Deutschland eine heftige Debatte darüber, dass Reisen nach Mallorca über Ostern möglich sind, Urlaub im eigenen Land aber nicht erlaubt ist. Die Bundesregierung prüft nun, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wegen der Corona-Pandemie vorübergehend unterbunden werden können. Es gebe einen entsprechenden Prüfauftrag, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Es bestünden aber "große verfassungsrechtliche Hürden", fügte sie einschränkend hinzu.

    Das Robert Koch-Institut hatte Mallorca vor einer Woche wegen stark gesunkener Infektionszahlen von der Liste der Risikogebiete gestrichen. Die Bundesregierung hob anschließend die Reisewarnung auf. Das hat zu einem Buchungsboom geführt, aber auch zu hitzigen Diskussionen, ob man damit einen neuen Infektionsherd riskiert - zumal auch auf den Balearen die Corona-Zahlen inzwischen wieder steigen.

    Ministerpräsidenten kritisieren Mallorca-Reisen

    Mehrere Ministerpräsidenten haben die möglichen Mallorca-Reisen heute erneut scharf kritisiert: Wie solle er jemandem erklären, er dürfe nach Mallorca reisen, aber nicht in ein Ferienhaus an der Ostsee, so Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). "Das kann ich nicht erklären." Er wünsche sich mehr "Kreativität" von der Bundesregierung, "dass wir das verhindert bekommen".

    Auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) betonte: "Es ist nicht gut, dass jetzt in dieser Situation solche Urlaubsreisen stattfinden." Es sei nicht akzeptabel, "dass einige in die Welt hineinreisen, wenn wir hierzulande solche Beschränkungen haben".

    Fluglinien versprachen Corona-Tests

    Bund und Länder hatten sich in der Schaltkonferenz am Montag darauf verständigt, dass alle Reisenden, die aus dem Ausland zurückkehren, künftig einen Corona-Test machen, auch wenn sie aus einem Nichtrisikogebiet wie aktuell Mallorca kommen. Fluggesellschaften hatten zugesagt, über Ostern Reisende vor der Rückkehr auf der Insel zu testen.

    Das neue Vorhaben der Bundesregierung geht nun darüber hinaus. Details der Prüfung nannte die Regierungssprecherin nicht. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte aber, dass eine weltweite Reisewarnung wie zu Beginn der Pandemie im vergangenen Frühjahr bisher nicht geplant sei.

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