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AOK-Chef: "Die elektronische Gesundheitskarte ist gescheitert" | BR24

© Gesundheitskarte

pa / dpa / Ulrich Baumgarten

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    AOK-Chef: "Die elektronische Gesundheitskarte ist gescheitert"

    Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, hat die elektronische Gesundheitskarte, die mittlerweile alle gesetzlich Versicherten besitzen, für gescheitert erklärt. Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens sei ein völliger "Neustart" nötig.

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    "Die elektronische Gesundheitskarte ist gescheitert. Seit beinah 20 Jahren wird in dieses System investiert, und bislang gibt es keinen Nutzen", sagte Litsch der "Rheinischen Post".

    "Bis Ende 2018 werden wir zwei Milliarden Euro dafür aufgewendet haben. Das ist eine Technologie aus den 90er-Jahren, die zu Monopolpreisen aufrechterhalten wird." Martin Litsch, Chef des AOK-Bundesverbandes

    Längst überholtes Projekt

    Das ganze Vorhaben sei längst überholt. "Wenn wir wirklich auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens setzen, brauchen wir einen Neustart." Litsch forderte, die Gematik, also die Gesellschaft, die bislang die Gesundheitskarte entwickelt habe, müsse in eine Regulierungsagentur umgewandelt werden. Sie solle nur noch die Rahmenbedingungen für Sicherheit, Transparenz und Anschlussfähigkeit schaffen und darauf hinwirken, dass internationale inhaltliche Standards beispielsweise für Patientenakte und Medikationsplan genutzt würden. Es sei nicht sinnvoll, jedes Umsetzungsdetail auf einer Gesundheitskarte vorzuschreiben.

    "Es ist auch unrealistisch, wie es das System der Gesundheitskarte vorsieht, dass die Patienten ihre Daten nur in Arztpraxen einsehen können. Sie müssen jederzeit Zugriff haben, auch mobil über ihre Smartphones. Ich möchte, dass wir die nächsten dreieinhalb Jahre das Ding endlich so kriegen, dass Patienten, Ärzte, Pflegekräfte einen Mehrwert spüren, weil es Versorgung besser macht." Martin Litsch, Chef des AOK-Bundesverbandes

    Die Karte hat ihren Zweck verfehlt

    Die Karte sollte bereits vor Jahren viel mehr können als sie heute kann, etwa Doppeluntersuchungen und Fehlmedikation vermeiden. Bis heute dient sie aber nicht wie geplant als Instrument zu einem sicheren Austausch von Patientendaten etwa zwischen Ärzten.

    "Ich hoffe, dass der neue Gesundheitsminister die Zeichen der Zeit erkennt und die Digitalisierung im Gesundheitswesen auf neue Füße stellt." Martin Litsch, Chef des AOK-Bundesverbandes