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Blumen und Kerzen am Tatort
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Petr Jerabek
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Blumen und Kerzen am Tatort

Obernzell steht heute ganz im Zeichen der Trauer um Maurice. Familie, Freunde und die Bürger des kleinen Ortes im Landkreis Passau nehmen Abschied von dem ums Leben gekommenen 15-Jährigen. Um 14 Uhr findet ein Trauergottesdienst in der Pfarrkirche statt.

Beigesetzt werden soll der Jugendliche zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis. Von unermesslicher Trauer sprachen die Angehörigen des Opfers in einer Todesanzeige.

Maurice K. war am Montagabend nahe der Passauer Innenstadt an den Folgen einer Schlägerei mit anderen Jugendlichen gestorben. Laut Obduktionsbericht erstickte er an seinem eigenen Blut.

Haftbefehl gegen fünf Tatverdächtige

Gegen fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 25 Jahren wurde Haftbefehl erlassen. Ihnen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Drei der Verdächtigen haben inzwischen zugegeben, auf Maurice K. eingeschlagen zu haben. Laut Medienberichten soll es nicht die erste Auseinandersetzung zwischen den Jugendlichen gewesen sein.

Die Ermittler versuchen derweil noch immer, den genauen Ablauf der Schlägerei zu rekonstruieren. Abschließend geklärt ist auch noch nicht die Frage nach dem genauen Motiv. Angeblich soll Maurice K. schlecht über einen der Beteiligten geredet haben. Die Ermittlungen sind laut Oberstaatsanwaltschaft ein Puzzle, das nun zusammengesetzt werden muss.

Momentan werden die Zeugenaussagen ausgewertet. Zudem richtete die Polizei auf ihrer Homepage die Möglichkeit ein, Fotos, Videos oder Audiodateien vom Tatort anonym hochzuladen. Die Polizei geht davon aus, dass ein Video von der Tat existiert.

Psychologe sieht Wandel in der Streitkultur

Mit Blick auf die tödliche Schlägerei erklärte der Münchner Psychologe Klaus Neumann, er sehe einen deutlichen Wandel in der Streitkultur - hin zu mehr Brutalität. Auch in Zeiten des Internets sei nicht ungewöhnlich, dass Streitereien persönlich ausgetragen werden. Jedoch: Wenn früher Streitende handgreiflich wurden, habe man aufgehört, wenn einer zu Boden ging, und man sei fair geblieben. Das habe sich in den vergangenen 30 bis 40 Jahren zunehmend verändert, sagte Neumann, Beauftragter für Kindeswohl und Kinderrechte im Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP).