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Die Rhön-Klinikum AG muss bei ihrer heutigen Hauptversammlung mit Protest rechnen. Die Nichtregierungsorganisation Attac demonstriert am Hauptsitz des Klinikkonzerns in Bad Neustadt an der Saale: Mit Gesundheit dürfe kein Profit gemacht werden.

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Rhön-Klinikum: Attac protestiert in Bad Neustadt an der Saale

Die Rhön-Klinikum AG muss bei ihrer heutigen Hauptversammlung mit Protest rechnen. Die Nichtregierungsorganisation Attac demonstriert am Hauptsitz des Klinikkonzerns in Bad Neustadt an der Saale: Mit Gesundheit dürfe kein Profit gemacht werden.

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Von
  • Leon Willner
  • BR24 Redaktion

Ein Mensch im Anzug zeigt seinen Sack voller Geld, auf seiner Brust prangen die Logos der großen Klinikkonzerne. Daneben sein Nachbar, in einem kleinen Krankenhaus aus Pappe mit der Aufschrift "Kreisklinik". Mit dieser Verkleidung zieht die Organisation Attac heute Vormittag auf den Schlossplatz in Bad Neustadt. Hier findet die Hauptversammlung der Rhön-Klinikum AG statt.

Vorrangig Gewinne zu erwirtschaften, anstatt eine bestmögliche Versorgung von kranken Menschen sicherzustellen – das werfen die Globalisierungskritiker von Attac privaten Kliniken wie der Rhön-Klinikum AG vor. Sie demonstrieren deshalb für eine Rekommunalisierung privater Krankenhäuser. Die Aktion ist eingebettet in die Gesundheits-Aktionswoche des Kampagnenbündnisses "Solidarisch geht anders".

Attac fordert Gewinnverbot für Krankenhausbetreiber

Attac fordert die Abschaffung der Fallpauschalen, bessere Bedingungen für die Beschäftigten in Krankenhäusern, sowie ein Verbot für Krankenhausbetreiber, Gewinne zu erwirtschaften und will mit Verkleidungen und Bannern auf Missstände aufmerksam machen. "Etwa die Hälfte der Krankenhäuser hat im Corona-Jahr 2020 Verluste gemacht, die allermeisten davon in öffentlicher Hand", erklärt Dagmar Paternoga von der Attac-Arbeitsgruppe Soziale Sicherungssysteme in einer Pressemitteilung: "Die privaten Rhön-Kliniken dagegen haben einen Gewinn von 193 Millionen Euro eingefahren – auf Kosten der Beschäftigten und Patient*innen."

Rhön-Klinikum AG: Konzerngewinn in Corona-Zeiten eingebrochen

Bei den 193 Millionen Euro handelt es sich allerdings um den Gesamtgewinn der vergangenen Jahre. Im Corona-Jahr 2020 hingegen ist auch bei der Rhön-Klinikum AG der Gewinn massiv eingebrochen: Das Konzernergebnis ist im Geschäftsjahr 2020 auf rund 2,5 Millionen Euro gesunken – ein Rückgang um 94,4 Prozent zum Vorjahr: Da lag das Konzernergebnis noch bei 44,5 Millionen Euro.

Hauptversammlung entscheidet über Verwendung des Bilanzgewinns

In der Einladung zur virtuellen Hauptversammlung schlagen Aufsichtsrat und Vorstand der Rhön-Klinikum AG vor, den Bilanzgewinn vollständig auf neue Rechnung vorzutragen. Das bedeutet, dass der Gewinnvortrag als gesonderter Posten ausgewiesen und auf das nächste Jahr übertragen werden soll. Die Spitze des Konzerns begründet dies mit "weiteren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Ertrags- und Liquiditätslage der Gesellschaft". Über die Verwendung des Bilanzgewinns entscheidet die Hauptversammlung. Vor einem Jahr hatte die Hamburger Asklepios GmbH und Co. KGaA den Großteil der Aktien der Rhön-Klinikum AG übernommen. Mit der Übernahme befürchtet Attac eine zu große Konzentration der Marktmacht im Klinikbereich.

Einer der größten Klinikbetreiber in Deutschland

Das Unternehmen beschäftigt 18.449 Mitarbeiter. Das sind 307 mehr als ein Jahr zuvor. Der Konzern betreibt neben seinem Stammsitz in Bad Neustadt vier weitere Standorte in Bad Berka, Frankfurt an der Oder, Gießen und Marburg mit insgesamt rund 5.400 Betten. Das Unternehmen kümmert sich vor allem um Herz- und Gefäßmedizin, Neuromedizin, Onkologie, Lungenerkrankungen und orthopädische und Unfallchirurgie.

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Die Rhön-Klinikum AG muss bei ihrer Hauptversammlung mit Protest rechnen. Die Nichtregierungsorganisation Attac demonstriert am Hauptsitz des Klinikkonzerns in Bad Neustadt: Mit Gesundheit dürfe kein Profit gemacht werden.

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