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Moderner Strafvollzug: 60 Jahre Jugendgefängnis Ebrach | BR24

© BR-Studio Franken/Heiner Gremer

JVA Ebrach

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    Moderner Strafvollzug: 60 Jahre Jugendgefängnis Ebrach

    Seit 60 Jahren sind im Jugendgefängnis Ebrach junge Straftäter untergebracht. Die JVA hat in dieser Zeit viele Akzente für den modernen Jugendvollzug gesetzt. Die Jugendlichen können im Gefängnis eine Ausbildung als Bäcker oder Gärtner machen.

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    Die Jugendvollzugsanstalt Ebrach (Lkr. Bamberg) feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Schon seit 1850 sind in dem ehemaligen Zisterzienserkloster Straftäter untergebracht. Seit 1958 sei Ebrach die zentrale Einrichtung für den Jugendvollzug in Bayern, sagte Anstaltsleiter Gerhard Weigand dem Bayerischen Rundfunk.

    Ausbildung im Gefängnis

    Gefangene der Justizvollzugsanstalt Ebrach arbeiten in der Gärtnerei. | Bild: BR-Studio Franken/Heiner Gremer

    Gärtnern im Gefängnis: Gefangene können dort arbeiten oder eine Ausbildung machen.

    Aktuell befinden sich in der JVA Ebrach 299 Gefangene im Alter von 17 bis 24 Jahren. Sie müssen zum Teil langjährige Haftstrafen verbüßen. In den 15 Handwerksbetrieben des Gefängnisses können die Häftlinge arbeiten oder eine Ausbildung machen, zum Beispiel in der Bäckerei, der Landwirtschaft, im Gartenbau oder im Kfz-Bereich.

    Akzente für modernen Jugendvollzug

    Das Gefängnis in Ebrach habe in den vergangenen sechs Jahrzehnten viele Akzente für den modernen Jugendvollzug gesetzt, sagte der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) beim heutigen Festakt. Als Beispiele nannte er Schule, Ausbildung, Wohngruppenvollzug, arbeitstherapeutische Abteilung und sportpädagogische Maßnahmen im Gefängnis.

    Zudem besitzt die JVA eine sozialtherapeutische Abteilung mit 16 Haftplätzen für junge Gewalttäter. Rund 50 Prozent der jungen Gefangenen, die in Ebrach untergebracht sind, haben Gewaltdelikte begangen.

    Gefangenenrevolte im Mai 2017

    Einsatzkräfte vor dem Gefängnis in Ebrach | Bild: News5

    Gefangenenrevolte im Mai 2017: Gefangene hatten Matratzen angezündet.

    Im Mai 2017 geriet Ebrach im Zuge einer Gefangenenrevolte bundesweit in die Schlagzeilen. 18 jugendliche Straftäter hatten sich geweigert, in ihre Zellen zurückzukehren und Decken sowie Matratzen angezündet. Nach wenigen Stunden hatten die JVA-Mitarbeiter die Lage unter Kontrolle. Es wurde niemand verletzt.

    Modernisierung gewünscht

    In der JVA Ebrach arbeiten derzeit 230 Mitarbeiter. Wunsch der Anstaltsleitung für die Zukunft wäre eine Modernisierung des Unterkunftsbereichs. Die Anstalt sei bereits im Gespräch mit dem Justizministerium, so Gefängnisleiter Weigand. Der Freistaat Bayern habe in den vergangenen Jahren bereits rund 40 Millionen Euro in die JVA Ebrach investiert, sagte Minister Bausback dem BR. Ebrach sei eine wichtige Einrichtung für den ganzen Freistaat. Deshalb werde das Ministerium auch in Zukunft Geld in die Hand nehmen.

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    • Heiner Gremer
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