Mahnfeuer an der Isental-Autobahn.
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Mahnfeuer an der Isental-Autobahn.

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Mahnfeuer für mehr Lärmschutz an der Isental-Autobahn

Mahnfeuer für mehr Lärmschutz an der Isental-Autobahn

Vor genau zwei Jahren wurde die Isental-Autobahn eröffnet. Die A94 wurde damit von München bis nach Altötting durchgehend befahrbar. Gestern Abend haben die Anwohner mehrere Mahnfeuer entlang der Strecke entzündet. Sie fordern besseren Lärmschutz.

Für Autofahrer waren sie nicht zu übersehen: Gut zwei Dutzend Feuer brannten an der A94 zwischen Pastetten und Heldenstein. Teilweise hatten sich auch Menschen mit Fackeln entlang der Isental-Autobahn postiert, wie die Organisatoren berichten.

70 Anwohner treffen sich bei Dorfen zum "stillen Protest"

Bei der größten Veranstaltung in Eck bei Dorfen trafen sich gut 70 Teilnehmer zum stillen Protest - ganz ohne Ansprachen. Es sei schon genug geredet worden, heißt es bei den Bürgerinitiativen Dorfen und Schwindkirchen. Leider seien bisher keine Taten gefolgt.

Laut einem Gutachten der Autobahndirektion Südbayern werden die Lärmgrenzwerte an der Isental-Autobahn eingehalten. Anwohner berichten dagegen von unzumutbaren Belastungen. Sie fordern etwa einen neuen Fahrbahnbelag, "Lückenschließungen" bei Schallschutzwänden und qualitativ bessere Wände speziell an Brücken.

Isental-Autobahn vor zwei Jahren eröffnet

Die Eröffnung der Isental-Autobahn A94 jährt sich am 1. Oktober zum zweiten Mal. Seit der jahrzehntelang umstrittene 33 Kilometer lange Abschnitt zwischen Pastetten (Landkreis Erding) und Heldenstein (Landkreis Mühldorf) freigegeben wurde, ist die A 94 zwischen München und Marktl (Landkreis Altötting) durchgängig befahrbar.

Für die einen ist sie eine wichtige Verkehrsverbindung, andere - vor allem diejenigen, die unmittelbar anwohnen - erleben sie dagegen als dauerhafte Lärmquelle.

Kritik an Fahrbahnbelag und Lärmschutzwänden

Von Anfang an gab es Beschwerden und bald auch konkrete Forderungen: Es brauche einen Austausch des Fahrbahnbelags sowie "Lückenschließungen“ bei Lärmschutzwänden, die außerdem auch an Brücken mehr als nur ein Spritzschutz sein müssten, und Verbesserungen an den Brückenübergängen. Dort gibt es immer wieder Klagen über laut klackernde Geräusche.

Bund nicht zu Nachbesserungen verpflichtet

Untersuchungen und Messungen der Autobahndirektion Südbayern ergaben dann aber, dass die Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Die Schutzwälle und -wände seien ausreichend und der Fahrbahnbelag in Ordnung. Der Bund könnte zwar freiwillig noch mehr investieren, hieß es, verpflichtet sei er dazu aber nicht.

Nützliche Einhausung oder "Brückenkosmetik"?

Mitte September kam dann über Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und andere CSU-Politiker die Mitteilung, dass die Wartungsgänge unter den großen Brücken - vor allem der Isentalbrücke und der Rimbachtalbrücke - nachträglich eingehaust werden sollen, damit sie keinen Resonanzraum für Fahrgeräusche bilden. Anwohner sprachen darauf von "Brückenkosmetik“ und "Psychomaßnahmen“ kurz vor der Wahl. Die entscheidenden Forderungen würden aber weiter unerfüllt bleiben.

Ruf nach "überobligatorischen Möglichkeiten"

Die Landtags-Grünen erinnern nun kurz vor dem Jahrtag an weitere "überobligatorische Möglichkeiten“, wie sie im Gutachten der Autobahndirektion genannt würden: Die nachträgliche Erhöhung der Lärmschutzwände auf Brücken für geschätzt 19,2 Millionen Euro sowie die nachträgliche Herstellung eines lärmmindernden Fahrbahnbelags "in Streckenabschnitten mit Waschbetonoberfläche“ für geschätzt 19,6 Millionen Euro. Das müsse man nun in Angriff nehmen, so die Grünen.

Dorfen geht gegen Planänderung vor

Unterdessen geht die Stadt Dorfen noch einen anderen Weg: Sie hat bei der Regierung von Oberbayern einen "Antrag auf Feststellung der Nichtigkeit einer Planänderung beim Neubau der A94" gestellt. Sinngemäß wird darin kritisiert, dass die Planung für den bereits zugesagten Lärmschutz an Brücken nachträglich einfach teilweise geändert worden sei. Wie es mit dem Antrag weitergeht, wird auch bei den Bürgerinitiativen gespannt verfolgt.

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