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Bildrechte: BR / Christian Eisele

E-Scooter gehören in München mittlerweile zum Stadtbild. An allen Ecken und Enden werden sie nach dem Ritt durch die Innenstadt abgestellt. Doch immer mehr davon landen auch in der Isar. Wieder ins Trockene geholt werden sie von den Isarfischern.

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Isarfischer sammeln E-Scooter aus der Isar

Normalerweise haben es die Isarfischer in München auf Hechte, Karpfen oder Bachforellen abgesehen. Am Wochenende wollten sie E-Scooter fischen. Diese Elektroroller landen immer wieder im Fluss, wenn Partyvolk die Fahrzeuge von einer Brücke wirft.

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Von
  • Christian Eisele

Die Isarfischer in München wollen eigentlich Hechte, Karpfen oder Bachforellen aus der Isar ziehen. Am Wochenende ging es aber um einen noch größeren Fang: E-Scooter. Diese Elektroroller landen immer wieder im Flussbett, wenn genervte Anwohner oder Partyvolk die bunten Fahrzeuge kurzerhand von einer den Brücke wirft.

Verleiher kümmern sich nicht um ihre E-Scooter

Doch viele Verleiher fühlen sich offensichtlich nicht für ihre Roller zuständig. Allein auf dem kurzen Flussabschnitt zwischen Praterinsel und Ludwigsbrücke haben die Isarfischer insgesamt acht E-Scooter von verschiedenen Verleih-Firmen aus dem Wasser gezogen.

E-Scooter-Fischen ist nicht ungefährlich

Acht Grad kalt ist das Wasser, die Strömung nicht ungefährlich. Im Neoprenanzug kämpft sich Philipp Steiner durch das hüfthohe Wasser unter der Luitpoldbrücke in der Münchner Innenstadt. An der tiefsten Stelle haben die Isarfischer zwei E-Scooter gesichtet. Steiner ist mit einem Seil gesichert, nur mit Mühe findet er auf den glatten Steinen Halt.

Bergung der Roller aus der Isar schwierig

Die Scooter zu finden, ist relativ einfach, die Bergung deutlich schwieriger. Mit großer Mühe zerrt Steiner die verschlammten Roller aus dem Wasser. Anschließend werden sie mit Hilfe der Kollegen die steile Isar-Böschung hinaufgewuchtet.

Nicht nur E-Scooter im Wasser

Als „Beifang“ finden sie Männer an diesem Nachmittag auch noch drei Fahrräder, ebenfalls von großen Verleihern. Eines davon ist völlig überwuchert und lag offensichtlich schon längere Zeit im Fluss. Die Isarfischer arbeiten ehrenamtlich, denn besonders die Scooter mit ihren Bleiakkus sind eine echte Gefahr für die Umwelt, sagt Jan Okusluk: "Wenn man jeden Tag an der Isar entlang fährt und den Fluss sieht, dann sind einem diese Scooter ein Dorn im Auge, die sind eine Katastrophe. Die Batterien von diesen Rollern sind einfach brutal. Diese Säure willst du nicht im Fluss haben."

Geborgene E-Scooter warten auf Abholung

Die kaputten und völlig verdreckten Scooter stellen die Isarfischer wieder oben an den Straßenrand, versehen mit einer Informationstafel. Und sie informieren die Verleiher der E-Scooter, wo die Geräte stehen. Die Reaktionen der Firmen fallen sehr unterschiedlich aus. "Einige Firmen reagieren sehr positiv und bedanken sich herzlich. Anderen Firmen schicken wir die exakten Daten einmal, zweimal, dreimal, und es passiert überhaupt nichts."

Manche Roller landen zwei Mal in der Isar

Die Konsequenz davon ist an der Mariannenbrücke zu erleben. Hier holen die Fischer einen Scooter aus der Isar, der ihnen bekannt vorkommt. Und tatsächlich ist am Roller noch die Info-Tafel von der letzten Bergung montiert. Der Scooter stand einige Wochen nutzlos und defekt am Fluss, dann landete er wieder in der Isar. Der Verleiher hatte an dem kaputten Gerät offensichtlich kein Interesse mehr

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