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Schatzsucher finden Hitlers "Mühle" | BR24

© Deutsches Museum

Schlüsselgerät 41

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    Schatzsucher finden Hitlers "Mühle"

    Hobby-Schatzsucher haben ein deutsches Chiffriergerät aus dem Zweiten Weltkrieg in einem Waldstück bei Aying entdeckt. Das "Schlüsselgerät 41" , die sogenannte "Hitlermühle", wurde dem Deutschen Museum in München übergeben. Von Julia Binder

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    Die Enigma kennt fast jeder. Aber das Schlüsselgerät 41? Nie gehört. Dabei ist dieses deutsche Chiffriergerät noch viel seltener als seine berühmte Vorgängerin. Nur rund 500 Stück kamen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Einsatz. Jetzt haben zwei Hobby-Schatzsucher ein solches Chiffriergerät in einem Waldstück bei Aying (Lkr. München) entdeckt – und es dem Deutschen Museum übergeben.

    "Dieses besondere Stück hat unserer Kryptografie-Sammlung noch gefehlt." Carola Dahlke, Kuratorin des Deutschen Museums

    Vermutlich seit Kriegsende, also mehr als 70 Jahre lang, hat das Gerät im Waldboden bei Aying gelegen: bis zum 5. Mai 2017. Da waren Max Schöps und Volker Schranner gemeinsam mit ihren Metallsuchgeräten unterwegs. Beide haben das gleiche Hobby: Sie gehen in ihrer Freizeit "sondeln", wie man in Bayern sagt. In jenem Waldstück zeigte Schranners Suchgerät an: Da liegt etwas Metallisches im Waldboden. Und die beiden entschlossen sich, es auszugraben. In rund 40 Zentimetern Tiefe fanden die beiden das Gerät.

    Besonders seltene Chiffriermaschine

    Das Gerät sieht einer Schreibmaschine tatsächlich ein wenig ähnlich – es hat eine "QWERTZ"-Tastatur – im Prinzip wie unsere heutigen Computer und die damals üblichen Schreibmaschinen. Abends bekam Schranner dann aber einen Anruf von Schöps: "Weißt du, was wir da entdeckt haben?" Das sagte Schöps - und schickte gleich ein paar Links hinterher. Die Antwort: ein Schlüsselgerät 41, wegen der Kurbel an der Seite auch "Hitlermühle" genannt. Die beiden Schatzsucher hatten eine der seltensten Chiffriermaschinen überhaupt gefunden.

    Hergestellt - kurz vor Kriegsende

    Das Schlüsselgerät 41 wurde seit Ende 1944 von den Wanderer-Werken in Chemnitz hergestellt, die neben Autos und Fahrrädern auch Büromaschinen produzierten. Es sollte kurz vor Kriegsende die Enigma ablösen – denn das Oberkommando der Wehrmacht hegte den Verdacht, dass die deutschen Verschlüsselungsmaschinen wie die Enigma und die Lorenz nicht mehr sicher genug seien. Daher entwickelte der Kryptologe Fritz Menzer zwischen 1939 und 1944 verschiedene neue Verschlüsselungsgeräte. Darunter auch die "Hitlermühle", deren Verschlüsselungsalgorithmus deutlich sicherer war als der der heute so berühmten Enigma. Allerdings wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nur wenige dieser Maschinen hergestellt.