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Bildrechte: pa/imageBROKER/Robert Seitz

Die Pandemie fordert viele Todesopfer. Mancherorts haben Bestatter nun mehr zu tun. Doch sie sehen sich auch mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert, denn Corona hat den Umgang mit dem Tod verändert.

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Gehören Bestatter zu den "Gewinnern" der Corona-Pandemie?

Sich türmende Särge und Kühlcontainer vor Kliniken: Im vergangenen Jahr gingen diese Bilder weltweit durch die Medien. Es liegt nahe, dass Bestatter in Bayern zu den "Gewinnern" der Pandemie zählen. Doch das ist regional sehr unterschiedlich.

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Von
  • Barbara Ecke

Weiße Schutzanzüge, Masken, Handschuhe und Schutzbrillen: Corona hat die Arbeit der Beerdigungsunternehmen stark verändert. Als die Pandemie vor gut einem Jahr begann, standen auch die Bestatter vor großen Herausforderungen. Anfangs gab es nicht genügend Schutzausrüstung und die Nachfrage war sehr hoch, auch in Kliniken und Pflegeheimen. Dadurch stiegen die Preise.

Höhere Kosten für Schutzausrüstung und Personal

Ob Schutzanzug, Masken oder Desinfektionsmittel – "durch die hohe Nachfrage stiegen die Kosten für das Material um das Doppelte bis Dreifache", so Matthias Liebler, der stellvertretende Vorsitzende des Bestatterverbands Bayern. In den Corona-Hotspots seien zudem die Personalkosten gestiegen, durch Überstunden mit entsprechenden Zuschlägen. Außerdem habe es wichtige Fortbildungen für die Mitarbeitenden gegeben in den Bereichen Hygiene und Infektionsschutz.

Mehr Bestattungen in Hotspot-Regionen

Liebler betont, dass es bei den Bestattungszahlen sehr große regionale Unterschiede gab. Er selbst hat seine Pietät in Marktheidenfeld mit dem Einzugsgebiet Landkreis Main-Spessart und Landkreis Würzburg. Dort habe er knapp 30 Prozent mehr Sterbefälle gegenüber den Vorjahren feststellen können, vor allem ab November 2020.

Regional hohe Übersterblichkeit

Nach den jüngsten Zahlen, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Ende März für das vergangene Jahr vorgestellt hat, waren weitere Hotspots Tirschenreuth, Rosenheim oder auch Wunsiedel mit hoher Übersterblichkeit. Laut Matthias Liebler haben Bestatter in diesen Corona-Hotspots natürlich auch mehr Umsatz gemacht. Konkrete bayernweite Zahlen lägen aktuell nicht vor, so Liebler.

Schwere Zeiten für trauernde Angehörige

Die Pandemie und die Corona-Auflagen haben auch die Beerdigungen und Trauerfeiern auf den Friedhöfen verändert. Ist ein Mensch nachweislich an Corona gestorben, dürfen Familie und Freunde nicht am offenen Sarg Abschied nehmen. Die Teilnehmerzahl der Trauernden an den Beerdigungen ist begrenzt. Die Begrenzung hängt davon ab, ob der Mindestabstand sowohl auf dem Friedhof, als auch in Räumlichkeiten eingehalten werden kann. Die Regeln sind zum Teil kommunal und sogar von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich. Friedhöfe können die Teilnehmerzahl selbst festlegen und auch, ob die Aussegnungshalle genutzt werden darf und von wie vielen Menschen.

Planung nimmt mehr Zeit in Anspruch

Auch Weihwasser darf in einigen Kommunen nicht aufgestellt werden. Bestatter Volker Glaser aus Aschaffenburg regelt das für die Angehörigen so: "Wir stellen das Weihwasser zur Verfügung und jeder der Trauergäste taucht eine Blume ein und gibt sie mit ins Grab. Somit haben wir eine Blume, die nicht von anderen Personen berührt wird." Glaser betont im BR24-Gespräch: Für genau diese Details sei die Planung der Beerdigung derzeit umso wichtiger und auch, dass man sich Zeit mit den Angehörigen nimmt.

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