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#faktenfuchs: Nein, in Welden gab es keinen Wahlbetrug | BR24

© picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wahlurne (Symbolbild)

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    #faktenfuchs: Nein, in Welden gab es keinen Wahlbetrug

    In Welden bei Augsburg seien zwei AfD-Stimmen wieder aus der Wahlurne genommen worden - dieses Gerücht verbreitet sich tausendfach im Netz. Es stimmt nicht.

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    In Welden im schwäbischen Landkreis Augsburg hätten Wahlhelfer zwei AfD-Stimmen aus einer Wahlurne herausgefischt. Diese Behauptung verbreitet sich am Tag der Europawahl in sozialen Netzwerken, ausgehend von einem Facebook-Post.

    Die Behauptung ist falsch.

    In dem Facebook-Post wird jemand folgendermaßen zitiert:

    "Ich habe gerade eben meine Stimme abgegeben und es gab eine Besonderheit: Vor mir gingen zwei Männer ins Wahllokal, die offen verkündeten, die AfD wählen zu wollen. Als die beiden das Wahllokal verließen, wurden die Türen kurz geschlossen, was mich verwunderte. Ich ließ mich nicht beirren, öffnete eigenmächtig die Tür und sah wie ein Herr seine Hand in der Wahlurne hatte. Sofort zog er seine Hand schreckhaft heraus! Ich nahm mein Handy und machte schnell zwei Fotos, bevor ich angeschnauzt wurde. Fotos wären verboten – und der Herr fing schnell an, das Siegel mit Tesafilm zu überkleben."

    Dazu wurde ein Bild gepostet, auf dem der Oberkörper eines Mannes in einem karierten Hemd zu sehen ist, dessen Hände auf einer Wahlurne ruhen. Der Schlitz für die Wahlscheine ist abgedeckt. Ein Siegel, das die Urne verschließen sollte, steht an der Seite der Urne ab.

    Das wegstehende Siegel: "eine Unachtsamkeit" - aber kein Betrug

    Die zuständige Wahlleiterin des Landkreises Augsburg, Marion Koppe, sagte gegenüber BR24, dass sie keine Hinweise auf Wahlbetrug habe. Die Szene habe sich ihren Erkenntnissen hingegen so zugetragen:

    "Es war wohl so, dass um 8.04 Uhr schon zwei erste Wähler im Wahllokal waren. Der erste hat seine Stimme schon abgegeben. Der zweite hat das wegstehende Siegel - eine Unachtsamkeit - gesehen und Fotos gemacht. Dann hat er auch seine Stimme abgegeben und ist hinausgegangen. Danach ist er meinem Wissen nach nicht mehr zurückgekommen. Die Urne wurde nicht mehr geöffnet, nachdem die ersten Stimmen abgegeben wurden."

    In der Vernehmung hat der Wähler seine Behauptung nicht bestätigt

    Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Augsburg widersprach ebenso der Behauptung, ein Wahlhelfer habe betrogen:

    "Das, was da beschrieben wird, ist so nicht wahr." Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Fakt sei, dass das Siegel an der Urne nicht richtig geklebt habe. Ein Wahlhelfer habe versucht, nachzuhelfen und das Siegel mit Tesafilm festzumachen. "Das ist ungeschickt, aber keine Wahlmanipulation", sagte der Polizeisprecher.

    Der Wahlhelfer sei dabei von einem Wähler fotografiert worden. Die Polizei habe den Wähler vernommen. "Bei der Vernehmung hat er nicht mehr gesagt, dass zwei Wahlscheine wieder herausgenommen wurden", sagte der Polizeisprecher. Die Beamten hätten ihn danach gefragt. "Er hat das nicht mehr so bestätigt."

    Fazit

    Das in den sozialen Netzwerken verbreitete Gerücht, in Welden seien AfD-Stimmen aus einer Urne entfernt worden, ist falsch.