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Erstes Wolfsrudel im Bayerischen Wald | BR24

© Rainer Simonis/ Nationalpark Bayerischer Wald

Wolf

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    Erstes Wolfsrudel im Bayerischen Wald

    Im Bayerischen Wald haben Wölfe zum ersten Mal seit 150 Jahren Junge. Wenn diese groß sind, kann das erste Wolfsrudel entstehen. Aber der Wolf hat Feinde: Jäger und Landwirte. Denn er reißt ihre Schafe und Rehe. Von Renate Rossberger

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    Im Nationalpark Bayerischer Wald gibt es seit kurzem zwei erwachsene Wölfe und drei Welpen, vielleicht auch ein paar mehr, weil ein Wolfsweibchen bis zu sechs Junge kriegen kann. Das Elternpaar ist vor rund zwei Jahren zugewandert.

    Ausgewildert wurde da nichts, betont Müller. Muss man auch nicht. Bayern ist von Ländern mit Wölfen umgeben. Allein Italien hat rund tausend Wölfe. Touristen begegnen ihnen selten bis nie, das wird auch im Nationalpark so sein.

    Bauern fürchten um ihr Vieh

    Klare Ablehnung herrscht bei den meisten Bauern. Im Bayerischen Wald sind es vor allem die Mutterkuhhalter, die ihre Tiere draußen auf den Weiden stehen haben. Sie müssten jetzt bessere Elekrozäune bauen. Der Nebenerwerbslandwirt Roland Graf hat Pferde und Jungrinder draußen.

    "Ich habe einen ganz normalen Zaun, der nicht wolfssicher ist. Der erste Draht läuft circa auf 30 Zentimeter Höhe und ist da jetzt schon total bewachsen. Und wenn man den jetzt wolfssicher machen wollte, müsste der erste Draht ungefähr auf zehn Zentimeter Höhe laufen, und der Bewuchs müsste vollkommen weg, weil sonst auf dem Zaun kein Strom drauf ist." Roland Graf, Landwirt

    Alternative: Herdenschutzhunde

    Roland Graf müsste am Zaun wöchentlich per Hand nachmähen. Zu viel Aufwand. Und Herdenschutzhunde, die wollen die meisten erst Recht nicht anschaffen.

    "Ich weiß nur, dass das nicht gerade einfache Hunde sind, sondern sehr gefährlich. Die brauchen schon einen gewissen Umgang. Und so einen Hund kann man nicht an Landwirte gibt, die sich nicht damit auskennen. Das sind ja keine kleinen Hunde." Roland Graf

    Politische Diskussionen

    Mehr Information wäre gefragt. Die Stufe drei des Wolfsmanagementplans mit Zuschüssen, Beratung, Ausgleichszahlungen müsste in Kraft treten. Das kommt aber nicht in die Gänge, auch weil die landwirtschaftlichen Verbände selber blockieren, kritisierte diese Woche der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn. Landwirtschaftsminister Brunner redet gar schon von wolfsfreien Zonen oder von Abschüssen, und ganz viel diskutiert wird dieser Tage über die oberbayerischen Almen, wo überhaupt kein Wolfsrudel unterwegs ist, dafür viele Wolfskritiker.

    Übertriebene Aufregung

    Im Bayerwald finden viele den momentanen Hype, den Politiker und Verbände bayernweit um die Sache veranstalten, völlig übertrieben.

    Momentan gibt es nur eine einzige Wolfsfamilie, noch nicht einmal ein richtiges Rudel. Denn das wäre es erst in ein oder zwei Jahren, wenn die jetzigen Welpen erwachsen und die nächsten Welpen da sind. Und die Wölfe haben im Nationalpark viel Platz.

    Wölfe fressen nun mal Fleisch

    Auf der anderen Seite gibt es nichts zu beschönigen. Im angrenzenden Böhmerwald, wo manche Dörfer direkt im Nationalpark sind, wurden Mitte Juli 16 Schafe gerissen.