Dino-Garten im Urzeitmuseum Taufkirchen/Vils
Bildrechte: BR / Birgit Grundner

Dino-Garten im Urzeitmuseum Taufkirchen/Vils

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Dinosaurier im Vilstal: Besuch im Urzeitmuseum Taufkirchen

Haben die Dinosaurier eigentlich geschwitzt? Die Frage liegt nach diesem heißen Sommer auf der Hand. Eine Antwort findet man womöglich im Urzeitmuseum Taufkirchen/Vils - mit diesem hat sich ein ehemaliger Leistungssportler einen Traum erfüllt.

In der Ausstellung sind viele Originalskelette von Mammut über Bison und Riesenhirsch bis zum Höhlenbär zu sehen.
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In der Ausstellung sind viele Originalskelette von Mammut über Bison und Riesenhirsch bis zum Höhlenbär zu sehen.

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Peter Kapustin junior war ein erfolgreicher Kugelstoßer und Diskuswerfer. Aber er war auch als Bub schon ein leidenschaftlicher Dino-Sammler. Heute leitet er selbst das Urzeit-Museum in Taufkirchen im Landkreis Erding, das zu einer Zeitreise bis in die Vergangenheit vor 200 Millionen Jahren einlädt. Gegründet hat er es zusammen mit seinem Vater und einem Förderverein.

Nachts im Museum

Der Chef ist mittlerweile 38 Jahre alt, Betriebswirt und Familienvater. Das Museum ist sein großes Hobby: "Die Leidenschaft frisst viele Stunden“, sagt Kapustin. Die meisten Ausstellungen konzipiert und baut er selbst – neben seinem Vollzeitjob. Das führt dazu, dass er viele Nächte im Museum verbringt. Die Exponate findet er etwa bei Fachbörsen und manche Fundstücke hat er auch ganz wörtlich selbst ausgegraben. So war er an Grabungen im Landkreis Freising beteiligt, als Millionen Jahre alte Urelefanten und –nashörner "ausgebuddelt" wurden.

Originalskelette von Mammut und Höhlenbär

Die Abteilung zur Eiszeit bezeichnet Peter Kapustin selbst als "Prunkstück" im Museum: "Nirgends im südbayerischen, vielleicht sogar im süddeutschen Raum gibt es eine vergleichbare Ausstellung, in der so viele Originalskelette von Mammut über Bison und Riesenhirsch bis zum Höhlenbär zu sehen sind.“ Ergänzt wird die Sammlung durch Repliken und lebensechte Modelle, die vor szenischen Wandbemalungen und auch in einem Dino-Garten platziert sind. Dazu werden Fossilien und Meteoriten gezeigt.

"Klein, aber fein"

Alles in allem sind es 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. "Klein, aber fein", fasst eine begeisterte Besucherin es zusammen. Eine andere lobt, dass die Erklärtafeln so gehalten sind, dass sie auch für jüngere Kinder gut verständlich sind. In den Ferien ist das Museum täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Unter den Besuchern sind auch Familien aus dem Umland, die immer wieder kommen. Der elfjährige Daniel zum Beispiel ist schon oft da gewesen und kennt sich gut aus. "Der Megalodon ist ziemlich interessant", erklärt er, "ansonsten finde ich die großen Fische ziemlich erschreckend".

Brachiosaurus mit eigener Halle

Wie groß die Urzeit-Tiere waren, wird in der Dino-Halle besonders deutlich: Dort stößt man auf den Brachiosaurus "Goliath" – einen fast 20 Meter langen Abguss, der nur deshalb in das Gebäude passt, weil der endlos lange Hals dafür ein bisschen nach unten gebogen wurde. Auch Original-Knochen von "Goliath" sind zu sehen – allein der Oberschenkel wiegt 250 Kilogramm.

Schweißausbrüche in der Urzeit?

Vor Corona waren bis zu 15.000 Besucher im Jahr im Museum. Neben der Pandemie hat den Betreibern dann auch ein Hochwasserschaden zu schaffen gemacht – und zuletzt die Hitze. Damit zurück zu der Frage, ob Dinosaurier nun geschwitzt haben oder nicht? Peter Kapustin tippt auf Zweiteres. "Sie haben die Körpertemperatur wohl über Panzerplatten oder einfach über ihre Körperfläche abgegeben", erklärt er: "Aber wirklich wissen kann man es natürlich nicht – es war ja leider keiner von uns dabei."