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Corona-Regeln: Lautsprecherdurchsagen sorgen für Aufregung | BR24

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Nach Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen in Bayern haben die Behörden eine positive Bilanz gezogen. Die Menschen blieben weitgehend zu Hause. In Lautsprecheransagen wurde heute immer wieder auf die neuen Auflagen aufmerksam gemacht.

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Corona-Regeln: Lautsprecherdurchsagen sorgen für Aufregung

Derzeit fahren 15 Fahrzeuge der Feuerwehr und der Polizei durch München, um mit Lautsprecherdurchsagen auf die seit Mitternacht geltende Ausgangsbeschränkung hinzuweisen. Ab Sonntag laufen die Durchsagen zweisprachig, die Reaktionen sind gespalten.

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"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, derzeit gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Bleiben Sie zu Hause. Der Gang zur Arbeit, zum Arzt oder zum Lebensmitteleinkauf ist weiterhin möglich. Zuwiderhandlungen werden hart bestraft".

Viele Bürgerinnen und Bürger in München haben heute diese Lautsprecherdurchsage gehört. 15 Fahrzeuge, davon zehn Feuerwehrautos und fünf unterstützende Polizeifahrzeuge, drehen an diesem Wochenende ihre Runden durch die Straßen der bayerischen Landeshauptstadt. Angefahren werden vor allem Orte, an denen sich Menschen versammeln könnten, also Plätze, Spielplätze und Bahnhöfe, wie die Berufsfeuerwehr München dem BR auf Anfrage mitteilte.

Die Fahrten sollen am Samstag, am ersten Tag nach der Verkündung der Ausgangsbeschränkung durch Ministerpräsident Markus Söder, bis etwa 22 Uhr gehen. Der Berufsfeuerwehr zufolge ist die konkrete Dauer aber auch davon abhängig, wie viele Leute sich draußen aufhalten.

Durchsagen im Auftrag des Oberbürgermeisters

Die Lautsprecherdurchsagen hat der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) angeordnet. Der Text wurde vom Innenministerium vorgegeben. Maximal 30 Sekunden darf er bei Durchsagen lang sein. Deswegen werden auch nur drei Ausnahmen, bei denen sich die Menschen draußen aufhalten dürfen, aufgezählt.

Das Feedback in den sozialen Medien zu dieser Aktion ist gemischt. "Danke für den klasse Job, den Ihr macht!" kommentiert ein Nutzer auf Twitter unter das von der Berufsfeuerwehr München veröffentlichte Video. "Hausfrau" dagegen findet die Tatsache, dass Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge mit lauten Durchsagen durch die Stadt fahren, beklemmend.

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Reaktion auf das Feuerwehr-Video auf Twitter.

"Es ist noch viel gruseliger als gedacht", schreibt ein anderer Twitter-User. Und "FrauDirektor" twittert, sie komme sich vor wie in einem Science-Fiction-Film.

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Reaktion auf das Feuerwehr-Video auf Twitter.

Feuerwehr: "Nur für diejenigen, die sich nicht an Vorgaben halten"

Ein Sprecher der Berufsfeuerwehr München betonte, dass es bei der Aktion nicht darum gehe, Ängste zu schüren oder Panik zu verbreiten. Die Durchsagen richteten sich nicht an diejenigen, die sich an die Vorgaben halten.

"Wir haben für die Durchsage nur eine bestimmte Länge zur Verfügung, deswegen möchten wir darauf hinweisen, dass sich für diejenigen, die sich in der Vergangenheit an die Vorgaben gehalten haben, eigentlich nichts ändert. Wir können verstehen, dass diese Durchsagen vielleicht beklemmend wirken, doch wir wollen damit vor allem diejenigen erreichen, die sich nicht an die Ausgangsbeschränkung halten." Jan Saurer, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr München

Einige Menschen bitten auf Twitter darum, dass die Fahrzeuge langsamer fahren mögen, damit die Durchsagen besser verstanden werden können. Außerdem wurde vielfach der Wunsch geäußert, die Lautsprecherdurchsage auch auf Englisch abzuspielen.

© Screenshot Twitter

Reaktion auf das Feuerwehr-Video auf Twitter.

Ab Sonntag zweisprachige Durchsagen

Die Berufsfeuerwehr München reagierte auf die Reaktionen im Netz. Bereits ab Sonntag früh sollen die Durchsagen zweisprachig abgespielt werden, auf Deutsch und auf Englisch. Der Text sei bereits eingesprochen worden, sagt Jan Saurer von der Pressestelle der Feuerwehr. Ab 8 Uhr soll es wieder losgehen.

Auch in vielen anderen Teilen Bayerns informiert die Feuerwehr per Lautsprecher über die Ausgangsbeschränkungen. Bereits gestern hatten etwa Einsatzkräfte im fränkischen Pegnitz die Bürger informiert.

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Niemand, der morgen ohne guten Grund auf der Straße ist, soll sagen können, er habe nichts von Corona-Ausgangsbeschränkungen gewussst - zumindest niemand in Pegnitz. Dafür hat die Freiwillige Feuerwehr gesorgt.

Obwohl es vereinzelt noch immer zu kleineren Ansammlungen von Menschengruppen kommt, zieht Bayerns Innenminister Herrmann bisher eine positive Bilanz. Im BR-Interview sagte er, die allermeisten Bürger hielten sich an die Auflagen.

Auch der Sprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins, zeigte sich im Gespräch mit dem BR zufrieden: "Zehn Verstöße haben wir festgestellt, bei rund 60 Kontrollen, die wir durchgeführt haben. Das ist für eine Millionenstadt eigentlich ein sehr guter Wert".