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Empfang aus dem All

Stand: 05.03.2020

Satellitenschüssel mit Smiley | Bild: BR/Daniel Paul

Satellitenfernsehen ist beliebt: Etwa jeder zweite Fernseh-Haushalt in Deutschland empfängt sein Signal heute aus dem All. Nahezu 80 Prozent der Zuschauer nutzen inzwischen auch HDTV. Die öffentlich-rechtlichen Programme sind vollständig in HD verfügbar - unverschlüsselt und kostenfrei in Europa zu empfangen. HDTV (High Definition Television) verfügt über eine deutlich höhere Auflösung als SDTV-Format (Standard Definition Television). Durch HD-Empfang verbessert sich die Bildqualität bei Flachbildschirmen erheblich.

Deutschsprachige Angebote über ASTRA

Unbestritten ist, dass die digitale Satellitenübertragung eine enorme Programmanzahl bei TV- und Radioprogrammen bietet und viele Länder gleichzeitig damit versorgt. Die Ausleuchtzone eines einzelnen Satelliten, der so genannte Footprint, deckt viele Länder ab. Von Spanien bis Norwegen genügt auf der Empfangsseite in der Regel eine 60 Zentimeter große Satellitenschüssel, um das BR Fernsehen, ARD-alpha, die BR-Radioprogramme und die vielen anderen Angebote europaweit zu empfangen. Für deutschsprachige Angebote in Europa ist ASTRA auf der Orbitposition 19,2° Ost mit seiner Satellitenflotte ungeschlagen die Nummer Eins.

Die Satellitenübertragung ist heute ein Grundpfeiler der Radio- und TV-Verbreitung. Nicht nur der Direktempfang hat sich seit dem Start in den 80er-Jahren als Empfangsweg etabliert, auch für die Zuführung der Programme zu Kabelkopfstationen oder als alternativer Ersatzweg zu den terrestrischen Grundnetzsendern des BR spielt das Satellitensignal eine bedeutende Rolle. Auch die Programmzuführung bei manchen (kleineren) DAB+ Senderstandorten stützt sich auf den Satellitenweg.

ARD-Programme: Unverschlüsselt und frei empfangbar

Für das umfangreiche Programmbouquet ARD Digital im Standard DVB-S/S2 (Digital Video Broadcasting - Satellite) betreiben die Rundfunkanstalten mehrere digitale Satelliten-Uplinkstationen und Playoutcenter. So wird das BR-Fernsehen (SD und HD) nach Frankfurt zum Hessischen Rundfunk (Uplink für Transponder 71 und 25) geliefert, bevor es von dort die Erde als Satellitenprogramm auf den Weg nach oben und wieder zurück verlässt. Die Radioprogramme und ARD-alpha werden zum WDR nach Langenberg (Uplink für Transponder 93) geschickt. ARD-alpha HD nimmt den Weg zum rbb nach Potsdam, um von dort zum Satelliten transportiert zu werden (Uplink für Transponder 39).

Bevor die Signale ihre Reise ins All antreten und von dort zurück auf die Erde verteilt werden, werden die BR-Programme noch mit weiteren ARD-Programmen zu einem gemeinsamen Datenstrom zusammengefasst - im Fachjargon heißt das "gemultiplext" - und erst dann zum Satelliten transportiert. Sämtliche Programme der ARD im SD- oder HD-Format sind unverschlüsselt und sind mit einem Satellitenreceiver frei empfangbar.

Freie Sicht ist Voraussetzung

Satellitenempfang lebt von der freien Sicht ins All: Die Außeneinheit einer Satellitenanlage - die Satellitenschüssel mit LNB-Empfangeinheit - sammelt die von geostationären Satelliten in 36.000 Kilometer Entfernung gesendete und auf der Erdoberfläche gerade noch ausreichende Energie ein, fokussiert und konvertiert die Signale und liefert so das gewünschte Programm. Deshalb darf auch die Sichtverbindung zwischen Satellit und die ausgerichtete Satellitenschüssel nicht verstellt sein, z.B. durch Bäume oder Bauwerke. Aber auch Wind und Wetter können Probleme machen. So kann z.B. Schnee, der eine unbeheizte Satellitenantenne bedecken kann, den einwandfreien Empfang behindern. Wichtig ist, dass die Satellitenschüssel exakt auf die Position ausgerichtet ist, damit das Signal optimal empfangen wird. Dies kann ein Spezialist für Antennenbau mit einem Messgerät am besten prüfen.


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