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Der Verbreitungsweg aus dem All

Stand: 07.01.2019

Satellitenschüssel mit Smiley | Bild: BR/Daniel Paul

Das Satellitenfernsehen ist bei den Deutschen beliebt: Fast jeder zweite Fernseh-Haushalt empfängt sein Signal heute aus dem All. Ein Großteil der Zuschauer sieht dabei die meisten Programme wegen der besseren Auflösung inzwischen im HDTV-Format.

Satellitenempfang lebt von der freien Sicht ins All: Die Außeneinheit einer Satellitenanlage - die Satellitenschüssel mit LNB-Empfangeinheit - sammelt die von geostationären Satelliten in 36.000 Kilometer Entfernung gesendete und auf der Erdoberfläche gerade noch ausreichende Energie ein, fokussiert und konvertiert die Signale und liefert so das gewünschte Programm. Deshalb darf auch die Sichtverbindung zwischen Satellit und die ausgerichtete Satellitenschüssel nicht verstellt sein, z.B. durch Bäume oder Bauwerke. Aber auch Schnee, der eine unbeheizte Satellitenantenne bedecken kann, behindert den einwandfreien Empfang.

Deutschsprachige Angebote über ASTRA

Unbestritten ist, dass die digitale Satellitenübertragung eine enorme Programmanzahl bei TV- und Radioprogrammen bietet und viele Länder gleichzeitig damit versorgt. Die Ausleuchtzone eines einzelnen Satelliten, der so genannte Footprint, deckt viele Länder ab. Von Spanien bis Norwegen genügt auf der Empfangsseite in der Regel eine 60 Zentimeter große Satellitenschüssel, um das BR Fernsehen, ARD-alpha, die BR-Radioprogramme und die vielen anderen Angebote europaweit zu empfangen. Für deutschsprachige Angebote in Europa ist ASTRA auf der Orbitposition 19,2° Ost mit seiner Satellitenflotte ungeschlagen die Nummer Eins.

Die Satellitenübertragung ist heute ein Grundpfeiler der Radio- und TV-Verbreitung. Nicht nur der Direktempfang hat sich seit dem Start in den 80er-Jahren als Empfangsweg etabliert, auch für die Zuführung der Programme zu Kabelkopfstationen oder als alternativer Ersatzweg zu den terrestrischen Grundnetzsendern des BR spielt das Satellitensignal eine bedeutende Rolle.

ARD-Programme: Unverschlüsselt und frei empfangbar

Für das umfangreiche Programmbouquet ARD Digital im Standard DVB-S/S2 (Digital Video Broadcasting - Satellite) betreiben die Rundfunkanstalten mehrere digitale Satelliten-Uplinkstationen und Playoutcenter. So wird das BR-Fernsehen (SD und HD) nach Frankfurt zum Hessischen Rundfunk (Uplink für Transponder 71 und 25) geliefert, bevor es von dort die Erde als Satellitenprogramm auf den Weg nach oben und wieder zurück verlässt. Die Radioprogramme und ARD-alpha werden zum WDR nach Langenberg (Uplink für Transponder 93) geschickt. ARD-alpha HD nimmt den Weg zum rbb nach Potsdam, um von dort zum Satelliten transportiert zu werden (Uplink für Transponder 39).

Bevor die Signale ihre Reise ins All und von dort zurück verteilt auf die Erde antreten, werden die BR-Programme noch mit weiteren ARD-Programmen zu einem gemeinsamen Datenstrom zusammengefasst - im Fachjargon heißt das "gemultiplext" - und erst dann zum Satelliten transportiert. Sämtliche Programme der ARD im SD- oder HD-Format sind unverschlüsselt und sind mit einem Satellitenreceiver frei empfangbar.


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