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Das digitale Antennenfernsehen in Bayern

Stand: 17.10.2018

Fernsehen im Freien | Bild: BR/Gertraud Schläger, BR; Montage: BR

Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD

Seit 29. März 2017 läuft DVB-T2 HD und löst DVB-T bis Mitte 2019 schrittweise ab. Die Umstellung ist notwendig, da die Bundesregierung entschieden hat, das 700 MHz- Frequenzband, das bislang von DVB-T genutzt wird, zugunsten des Mobilfunks zu räumen.

Das digitale Antennenfernsehen der zweiten Generation ist in Bayern am 29. März 2017 gestartet und wird bereits in vielen Regionen gesendet. In den Umstellungsregionen endet gleichzeitig die DVB-T-Ausstrahlung. Senderstandorte, die noch nicht an der Reihe sind, verbreiten DVB-T noch solange bis auch dort auf DVB-T2 umgestellt wird. Ab 13. März 2019 wird DVB-T2 HD in ganz Bayern verfügbar sein.

Einfache Nutzung

Ein besonderer Vorteil des Antennenfernsehens ist der portable und mobile Empfang und die damit verbundene flexible Nutzung von Fernsehprogrammen im Versorgungsgebiet. Die Installation ist einfach und dadurch auch ideal für Zweit- und Drittgeräte. Dabei werden beim Fernsehen auch keine Datenvolumen wie beim mobilen Internet belastet.

Außer den TV-Programmen besteht auch beim Antennenfernsehen die Möglichkeit zusätzliche Angebote zu nutzen, wie z.B. die Mediatheken der Programmanbieter und bei DVB-T2 HD auch ein erweitertes Programmangebot durch Internet Link Service. Dazu ist ein HbbTV-taugliches Empfangsgerät erforderlich, das für den Empfang dieser Zusatzangebote ans Internet anschlossen sein muss.

Versorgung in Bayern

Über 90 Prozent der bayerischen Bevölkerung können Fernsehprogramme via Dachantenne empfangen. Für mehr als 70 Prozent der Einwohner genügt bereits eine kleine Außenantenne. In den Ballungsräumen oder in der Nähe von Senderstandorten reicht in der Regel eine Zimmerantenne. Neben der Antenne ist künftig ein DVB-T2 HD Empfangsgerät erforderlich - diese Geräte empfangen auch DVB-T, solange es auf Sendung ist.

Programmangebot

Zwölf öffentlich-rechtliche Qualitätsprogramme (je vier Programme pro Kanal) bieten der BR und das ZDF über DVB-T an. Bei DVB-T2 HD erhöht sich das frei empfangbare Angebot in Bayern auf 17 öffentlich-rechtliche HD-Programme. Bundesweit eingestellt ist die DVB-T-Verbreitung kommerzieller Programme; dafür sind die privaten HD-Programme über DVB-T2 HD seit 29. März 2017 in vielen großen Ballungsräumen empfangbar - die meisten davon jedoch kostenpflichtig über die Plattform FreenetTV zu beziehen.

Digitales Antennenfernsehen seit 2005

Der Abschied vom analogen Antennenfernsehen und die Umstellung auf ein digitales Übertragungssystem dauerte in Bayern dreieinhalb Jahre: Am 30. Mai 2005 fiel der Startschuss für DVB-T in den Regionen München/Südbayern und Nürnberg. Am 25. November 2008 ging der letzte analoge Grundnetzsender vom Netz. Am 4. November 2009 wurden schließlich die beiden letzten noch verbliebenen analogen Füllsender stillgelegt. Die Ära der analogen terrestrischen Fernsehübertragung in Bayern war beendet. Rund 10 Jahre später hat die Umstellung des weiter entwickelten Nachfolgesystem DVB-T2 HD am 29. März 2017 begonnen und wird bis Mitte 2019 deutschlandweit abgeschlossen sein.


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