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Akutes Nierenversagen Ursachen, Symptome, Behandlung

Beim akuten Nierenversagen handelt es sich um eine plötzliche auftretende drastische Verschlechterung der Nierenfunktion. Diese Erkrankung ist gut behandelbar.

Von: Marlene Mengue

Stand: 07.10.2020

Tablet, auf dessen Display steht: Nierenversagen | Bild: colourbox.com

Viele Patienten haben Angst, dass ein Nierenversagen ein Leben an der Dialyse bedeutet, erzählt Miriam Banas. Deshalb ist ihr die Unterscheidung zwischen akutem und chronischem Nierenversagen wichtig. Das akute Nierenversagen ist grundsätzlich reversibel.

Ursachen

Herz-Kreislaufstörungen, hoher Blutverlust nach einem Unfall, allergische Reaktionen, Kontrastmittel in bildgebenden Verfahren oder schwere Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes. 

Symptome

Der Harnstoff, der nicht mehr ausgeschieden wird, kann zu Kopf steigen und dort starke Kopfschmerzen verursachen. Das Wasser, das nicht mehr ausgeschieden wird, sammelt sich in den Beinen oder in der Lunge. Im schlimmsten Fall kann es zu Herzrhythmusstörungen, Problemen beim Sehen und erhöhtem Blutdruck kommen, der so schnell ansteigen kann, dass es im schlimmsten Fall zu einem Schlaganfall kommt.

Akutes Nierenversagen läuft in vier Phasen ab

1. Die Schädigungsphase dauert ein paar Stunden bis Tage.
2. Die Oligo-anurische Phase dauert circa zehn Tage. Hier wird zuerst kaum und dann gar kein Urin mehr ausgeschieden.
3. Die Erholungsphase dauert circa drei Wochen. Nierentubuli, die akut geschädigt waren, regenerieren sich, produzieren bis zu 5 Liter Harn pro Tag, können aber noch nicht wieder entgiften.
4. Die Wiederherstellungsphase dauert bis zu zwei Jahre.

Wie wird behandelt?

Erst muss der Arzt die Ursache für den Nierenschaden herausfinden. 

"Dann würde ich dem Patienten als erstes ein Medikament geben, mit dem ich die Niere wieder in Gang bringe. Ein sogenanntes Diuretikum, Entwässerungsmedikament, das die Niere zum Arbeiten, also zum Ausscheiden bringt. Als nächsten Schritt muss man die Einfuhr regulieren, also die Trinkmenge muss reduziert werden auf einen halben Liter oder maximal einen Liter pro Tag. Der Patient muss jeden Tag gewogen werden. Wenn ich merke, dass das immer noch nichts bringt, dann muss ich im Kopf die Dialyseindikationen durchgehen und zur Not für einige Tage dialysieren. Dialyse ist aber immer ein großer Eingriff. Da muss ich dem Patienten einen Zugang legen, es kann bluten oder sich entzünden - also für eine Dialyse brauche ich schon harte Gründe."

Priv.-Doz. Dr. Miriam Banas


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