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Chronischer Nierenschaden Ursachen, Symptome, Behandlung

Bei chronischem Nierenschaden sind die Gefäße dauerhaft vernarbt und können deshalb nicht mehr richtig arbeiten. Der Schaden ist nicht reversibel.

Von: Marlene Mengue

Stand: 07.10.2020

Unterarm einer Dialysepatientin | Bild: picture-alliance/dpa

Behandelt wird der Schaden per Dialyse. Eine Nierentransplantation stellt eine dauerhafte Lösung dar, kommt aber häufig nicht zustande, weil es zu wenige Spenderorgane gibt.

Ursachen

Unter anderem Diabetes, erhöhter Blutdruck, verstärkter Schmerzmittelkonsum

Symptome

Ein chronischer Nierenschaden kommt schleichend. Spürbare Symptome können Wassereinlagerungen (Ödeme), Luftnot oder Bluthochdruck sein. Betroffene bemerken ihre Nierenerkrankung erst relativ spät.

Dialyse - verlässliche Lebensverlängerin

1945 wurde die "künstliche Niere" erfunden. Bis heute ist sie die einzige Maschine, die ein Organ längerfristig ersetzen kann. Heute nutzen ungefähr 85.000 Menschen in Deutschland die Dialyse. Diese sogenannte künstliche Blutwäsche entfernt überflüssiges Wasser und schädliche Substanzen aus dem Körper. Die Dialyse übernimmt also die Reinigungsfunktion der geschädigten Nieren. Die Dialyse kann den Nierenschaden nicht heilen, sie kann aber das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Verglichen mit gesunden Menschen haben Dialysepatienten eine weit unterdurchschnittliche Lebenserwartung. "Junge Patienten, die mit 20 Jahren an die Dialyse kommen, leben vielleicht nur bis 40", stellt Miriam Banas fest. 

Möglichkeiten der Dialyse: Apparat- oder Bauchfelldialyse

Bei der Apparatdialyse wird das gesamte Blut des Patienten über einen Zugang aus dem Körper heraus und durch eine Maschine mit einem speziellen Filter geleitet. Dabei wird das Blut gereinigt. Hierfür muss der Patient dreimal die Woche jeweils circa fünf Stunden in einer Klinik oder in speziellen Dialysezentren verbringen.

Bei der Bauchfell- oder Peritonealdialyse füllt sich der Patient durch einen kleinen Plastikkatheter in der Bauchwand etwa zwei Liter Flüssigkeit in die Bauchhöhle. Das Bauchfell dient hier als körpereigener Filter. Die Schadstoffe diffundieren mit der Flüssigkeit. Diese muss alle paar Stunden ausgetauscht werden. Diese Methode lässt sich besser in den Alltag integrieren. Allerdings sind nicht alle Patienten für die Bauchfelldialyse geeignet. Nur fünf Prozent der circa 85.000 Dialysepatienten in Deutschland wählen diese Art der Behandlung.

Nierentransplantation

Viele Dialysepatienten warten sehnsüchtig auf eine Nierentransplantation. Die Erfolgschancen von Nierentransplantationen sind sehr gut. Nach einem Jahr funktionieren noch 90 Prozent der Spendernieren und nach zehn Jahren immerhin noch mehr als die Hälfte. Da der Mensch auch nur mit einer Niere auskommen kann, können Spendernieren nicht nur von Toten, sondern auch von Lebendspendern kommen. Meist sind die Spender enge Angehörige. In Deutschland werden jedes Jahr rund 3.000 Nieren transplantiert, 800 davon sind Lebendspenden. Allerdings stehen mehr als 8.000 Patienten auf den Wartelisten. Viele Menschen sterben auf der Warteliste.


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