Bayern 1


295

Vierte Impfung Wer braucht eine vierte Impfung

Die Corona-Infektionszahlen steigen wieder, eine vierte Impfung wird empfohlen. Für wen und wann die zweite Boosterimpfung wichtig ist. Und was die STIKO aktuell empfiehlt.

Published at: 2-11-2022

Krankenschwetelefonster steht nach einer Impfung mit ihrem Mobil auf dem Flur | Bild: mauritius images / Image Source / Manuela

Vierte Impfung wann

Derzeit wird eine vierte Impfung für alle ab 60 Jahren sowie für gesundheitlich besonders gefährdete und exponierte Gruppen empfohlen. Das umfasst Menschen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit Immunschwäche sowie Beschäftigte in medizinischen und Pflegeeinrichtungen. Alle Personen mit Immundefizienz bzw. einer Grunderkrankung ab dem fünften Lebensjahr sollen nach STIKO-Empfehlung eine vierte Impfung erhalten. Wie bei jeder Impfung gilt: Wenn die STIKO eine Impfung empfiehlt, bekommen Sie diese auch, bzw. haben einen Anspruch darauf.

Wer bekommt eine vierte Impfung

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen
  • Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen
  • Personen mit einem Risiko für einen schweren Verlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Weniger Nebenwirkungen vierte Impfung

Es heißt, dass die vierte Impfung im Vergleich zu den ersten Impfungen weniger Nebenwirkungen verursacht. Aber stimmt das auch? Im BAYERN 1-Interview bestätigte das Immunologe Prof. Carsten Watzl: "Es sind bisher bei den Boosterimpfungen keine neuen Nebenwirkungen aufgetreten und die bekannten sind, wenn überhaupt, ein bisschen seltener geworden." Das bestätigen auch die Beobachtungen des Paul-Ehrlich-Instituts, das die Sicherheit der Impfstoffe überwacht. Im Sicherheitsbericht des Instituts, das Daten bis Ende Juni 2022 erfasst, heißt es: "Die Melderate nach Booster-Impfungen war für die beiden mRNA-Impfstoffe Comirnaty und Spikevax niedriger als nach der Grundimmunisierung." Comirnaty ist der Impfstoff von BioNTech/Pfizer, Spikevax der von Moderna.

Vierte Impfung Abstand

Dieser Abstand soll zwischen der dritten und der vierten Impfung liegen: "Für Auffrischimpfungen soll in der Regel ein mRNA-Impfstoff verwendet werden. Dabei soll ein Mindestabstand von 6 Monaten zum letzten Ereignis (vorangegangene Infektion oder COVID-19-Impfung) eingehalten werden", so das Robert Koch-Institut (RKI).

Auch interessant: Hat ein Totimpfstoff gegen das Corona-Virus Vorteile?

Das gilt für Genesene

Alle, die genesen sind und danach zwei Mal geimpft wurden, gelten als geboostert. Ebenso: Alle, die nach einer Impfung an einer Infektion mit dem Corona-Virus erkrankt und genesen sind, und dann eine weitere Auffrischungsimpfung erhalten haben. In Bayern gilt: Wer nach zwei Impfungen von einer Corona-Infektion genesen ist, wird seit dem 12. Januar 2022 Geboosterten gleichgestellt.

Wo kann man sich jetzt impfen lassen?

Grundsätzlich können die vierte Impfung mobile Impfteams, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Krankenhäuser sowie die Impfzentren vornehmen. In Bayern werden die Impfzentren zum 31.12.2022 geschlossen. Seit Dezember 2021 sind auch Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker gesetzlich - nach entsprechender Schulung - berechtigt, Corona-Schutzimpfungen bei Personen ab 12 Jahren vorzunehmen.

Auch interessant: Das ist zu beachten bei einer Impfung nach Erkrankung.


295