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Ausgangsbeschränkungen Bayern Lockdown wird bis 28. März verlängert, aber mehr Kontakte

Bund und Länder haben eine Verlängerung des Lockdowns bis 28. März beschlossen. Aber abhängig vom Inzidenzwert kann es schon ab dem 8. März Lockerungen bei den Kontakten geben. Weitere Regelungen für Bayern lesen Sie hier.

Stand: 04.03.2021 14:53 Uhr

Eine Frau greift nach einer Pflanze in einer Gärtnerei.  | Bild: mauritius-images

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland stagniert bzw. steigt wieder leicht an, die Sorge vor einer schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Virus-Mutationen prägt weiterhin Lockerungsentscheidungen. Nach der Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder am 3. März 2021 gibt es folgende geplante Öffnungsschritte, die meisten davon wurden auch vom bayerischen Ministerrat am 4. März bestätigt.

Lockdown verlängert bis 28. März

Bis zum 28. März bleibt nach dem Beschluss von Bund und Ländern der Lockdown bestehen. Jedoch soll es ab 8. März schon einige Lockerungen geben. Am 22. März beraten Bund und Länder erneut, wie es nach dem 28. März weitergehen soll.

Buchhandlungen dürfen ab 8. März wieder öffnen

Ab Montag dürfen in Bayern die Buchhandlungen wieder öffnen - und zwar unabhängig vom Inzidenzwert. Das selbe gilt für Büchereien und Archive. Die anderen Lockerungen für Handel, Kultur, Gastronomie und Sport hängen vom Inzidenzwert in der jeweiligen Region ab:

Lockerungen bei einer 'stabilen' 7-Tages-Inzidenz von 50

Können Regionen und Bundesländer einen stabilen (also 3-4 Tage lang) Inzidenzwert von unter 50 aufweisen, dann kann, laut dem Beschluss vom 3. März, der Einzelhandel mit einer Begrenzung von einem Kunden pro zehn Quadratmetern öffnen. Ab einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern müssen pro Kunde 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Und auch kontaktfreier Sport ist in kleinen Gruppen von bis zehn Personen im Freien erlaubt. Das gilt genau so auch in Bayern.

Ebenfalls können ab einer stabilen Inzidenz von 50 in Bayern Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten wieder öffnen.

14 Tage stabiler Inzidenzwert unter 50

Bleibt in einer Region der Inzidenzwert 14 Tage lang stabil unter 50, dann können Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser als auch Kinos wieder öffnen und der kontaktfreie Sport ist im Innenbereich wieder erlaubt. Auch Kontaktsport darf dann im Außenbereich wieder betrieben werden.

Wenn nach diesem Öffnungsschritt der Inzidenzwert weitere 14 Tage unter 50 bleibt, können die nächsten Öffnungen greifen. Dann können Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Menschen im Außenbereich wieder stattfinden. Dazu wird auch der Kontaktsport in Hallen gezählt.

14 Tage stabiler Inzidenzwert unter 100

Sollte der Inzidenzwert wieder etwas steigen, aber 14 Tage lang unter 100 bleiben, dann können die Regionen und Länder Theater- oder Kinobesuche mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest erlauben. Auch die Öffnung der Außengastronomie wäre dann für Besucher (aber nur mit Terminbuchung) möglich. Wenn man dann an einem Tisch mit Personen aus mehreren Hausständen sitzen möchte, wäre ein tagesaktueller Test erforderlich.

Stagniert die 7-Tage-Inzidenz 14 Tage lang unter 100, ist kontaktfreier Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport im Außenbereich auch möglich, wenn alle Teilnehmer einen Schnelltest gemacht haben.

Wenn nach diesem Öffnungsschritt der Inzidenzwert weitere 14 Tage unter 100 bleibt, können die nächsten Öffnungen greifen. So kann dann der Einzelhandel mit Begrenzungen (Terminshopping-Angebote) öffnen und auch kontaktfreier Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport im Außenbereich sind möglich.

Einführung einer Notbremse ab einer 7-Tages-Inzidenz von 100

Steigt der Inzidenzwert in den Regionen und Ländern wieder über 100 bzw. steht er noch darüber, gelten keine Lockerungen bzw. treten die strengen Lockdown-Regeln wieder in Kraft.

Die fünf Öffnungsschritte im Überblick:

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Friseure und Anbieter von körpernahen Dienstleistungen seit 1. März geöffnet

Seit dem 1. März sind in Bayern Friseursalons und Anbieter von Fuß- und Gesichtspflege sowie Maniküre (Nagelstudios) wieder geöffnet. Also Dienstleister, die der Körperpflege und Körperhygiene zuträglich sind.
Laut des Beschlusses von Bund und Ländern bleiben Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe weiterhin geschlossen.

Bau- und Gartenmärkte seit 1. März wieder offen

Und auch Gartenmärkte, Blumenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen und Baumärkte dürfen unter den bestehenden Hygienemaßnahmen wieder öffnen.

Was gilt für Kitas und Schulen in Bayern

Fast alle bayerischen Schüler dürfen vor Ostern voraussichtlich wieder in die Schule: Wenn in Kommunen ein Corona-Inzidenzwert von 50 unterschritten wird, sollen ab 15. März umfangreiche Lockerungen in Kraft treten. Grundschulen und Förderschulen dürfen dann in den reinen Präsenzunterricht zurückkehren, die weiterführenden Schulen gehen in den Wechselunterricht. Weitere Regelungen: Was für die Schulen in Bayern gilt.

In Landkreisen oder Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 50 soll in Krippen, Kindergärten und Horten wieder der Regelbetrieb aufgenommen werden. Bei einem Wert zwischen 50 und 100 soll es einen "eingeschränkten Regelbetrieb" geben. Steigt die Inzidenz über 100, wird eine Notbetreuung angeboten.

Nächtliche Ausgangssperre in ganz Bayern ist seit dem 15. Februar aufgehoben - außer in Corona-Hotspots

In Bayern ist die Ausgangssperre seit dem 15. Februar aufgehoben - das gilt in allen Landkreisen, deren Inzidenzwert unter 100 liegt. In Corona-Hotspots, also in Landkreisen mit einer höheren Inzidenz als 100, gilt die Ausgangssperre seit 15. Februar weiter - aber statt wie bisher ab 21 Uhr, dann ab 22 Uhr bis 5 Uhr. In diesem Zeitraum darf in den betroffenen Landkreisen seine Wohnung nur der verlassen, wer:
- zur Arbeit oder zum Arzt geht,
- sein Sorge- und Umgangsrecht wahrnimmt,
- Sterbebegleitung leistet,
- Minderjährige und Hilfsbedürftige begleitet,
- Tiere versorgen muss, z.B. Gassi gehen
- oder nachweisbar gewichtige Gründe vorzuweisen hat.

Verstöße gegen die Ausgangssperre werden mit Bußgeldern (ab 500 Euro) geahndet.

Mit wie vielen Menschen darf ich mich treffen?

Laut dem Beschluss von Bund und Ländern, der auch für Bayern so übernommen wurde, sind ab dem 8. März Treffen von bis zu fünf Freunden, Verwandten und Bekannten aus zwei verschiedenen Haushalten erlaubt.
Fällt der Inzidenzwert auf unter 35, sollen sich maximal zehn Personen aus drei Haushalten wieder treffen dürfen.
Weiterhin bleiben Kinder bis 14 Jahre von der Zählung ausgenommen.

Steigt der Inzidenzwert jedoch wieder auf über 100, treten die alten Kontaktbeschränkungen in Kraft und Angehörige eines Haushalts dürfen sich mit maximal einer weiteren (haushaltsfernen) Kontaktperson privat treffen. Ausgenommen ist die gegenseitige Kinderbetreuung von Familien: So können zwei feste Familien sich gegenseitig mit der Betreuung ihrer gemeinsamen Kinder (unter 14 Jahren) abwechseln.

Das gilt für den Sport

Das sind die Perspektiven für den Sport: Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern können laut dem Beschlusspapier von Bund und Ländern sowie den Beschlüssen des bayerischen Ministerrats in Bayern (4.3.2021) ab dem 8. März in Ländern oder Regionen wieder bis zu zehn Personen in kleinen Gruppen unter freiem Himmel Sport treiben.

Bei einer stabilen Inzidenz von unter 50 könnten nach 14 Tagen in einem weiteren Schritt auch wieder Kontaktsport im Freien sowie kontaktloser Sport im Innenbereich ermöglicht werden.

Weitere zwei Wochen später soll bei stabilen oder sinkenden Werten auch Kontaktsport in der Halle wieder gestattet sein. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 kann zumindest "Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich" ermöglicht werden.

Profisportveranstaltungen bleiben erlaubt, dürfen aber nur ohne Zuschauer stattfinden.

Was gilt fürs Einkaufen?

Das gilt in Bayern: Bei einer sinkenden bzw. stabilen Inzidenz von unter 100 sind folgende Öffnungen des Einzelhandels möglich: Es können Terminshopping-Angebote vergeben werden. Ein sogenanntes "Click & Meet" sei möglich, wobei ein Kunde pro 40 Quadratmetern nach einer Terminvereinbarung über einen begrenzten Zeitraum den Laden besuchen kann.

Derzeit ist in Bayern das sogenannte "Click & Collect" oder "Call & Collect" erlaubt: Dabei bestellen Kunden Waren telefonisch oder online und holen sie dann persönlich ab. Vorausssetzung ist dabei allerdings, dass es gestaffelte Zeitfenster zur Abholung gibt und alle Beteiligten FFP2-Masken tragen.
Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von unter 50 kann der Einzelhandel mit einer Begrenzung von einem Kunden pro zehn Quadratmetern und ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche mit weiteren Kunden pro 20 Quadratmetern öffnen.

Wo herrscht FFP2-Maskenpflicht?

Seit dem 18. Januar gilt in Bayern im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkaufen eine FFP2-Maskenpflicht - für Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren. Dabei wird es in Bayern auch weiterhin bleiben - auch, wenn bundesweit künftig eine weniger scharfe Maskenpflicht gelten wird: Für öffentliche Verkehrsmittel und beim Einkaufen sind sogenannte medizinische Masken vorgeschrieben. Das heißt: Erlaubt sind FFP2-Masken, KN95-Masken oder auch die günstigeren OP-Masken.

Wo muss ich eine Maske tragen? Maskenpflicht in Bayern

Was gilt für Ausflüge?

Grundsätzlich wird von tagestouristischen Ausflügen abgeraten.

Was ist mit dem Alkoholverbot?

Nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof das zunächst bayernweite verhängte Alkoholverbot gekippt hatte, kündigte Ministerpräsident Markus Söder an, dass man die Entscheidung über lokale Alkoholverbote nun wieder den Kommunen übertragen werde. Verbunden mit der Bitte, dass die bayerischen Städte und Kommunen ein solches "auf möglichst allen öffentlichen Plätzen" erlassen mögen.

Was gilt für Homeoffice?

Seit dem 27. Januar gilt die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung. Diese bleibt weiterhin in Kraft. So sind die Arbeitgeber bis zum 30. April 2021 verpflichtet, Homeoffice anzubieten. Auch sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu angehalten, das Angebot, soweit sie können, anzunehmen.

Die neue Arbeitschutzverordnung legt fest, dass Räume, die gleichzeitig von mehreren Personen genutzt werden, für jede Person 10 Quadratmeter Platz zur Verfügung haben müssen. Betriebe ab 10 Beschäftigten müssen möglichst kleine, feste Arbeitsgruppen etablieren und der Arbeitgeber muss mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen.

Die Verordnung wurde vorerst bis 30. April verlängert, kann aber bei erhöhtem Infektionsgeschehen von der Bundesregierung jederzeit verlängert werden.

Zudem soll eine finanzielle Förderung bei der Einrichtung von Homeoffice kommen, also etwa im Sinne einer steuerliche Verbesserung, die dann dauerhaft gelten soll. Also auch nach der Corona-Zeit.

Aus welchen Gründen darf ich tagsüber meine Wohnung verlassen?

Tagsüber darf man seine Wohnung aus folgenden triftigen Gründen verlassen:

- Besuche bei Lebenspartnern, älteren Angehörigen, Kranken (soweit die jeweiligen Besuchsregelungen der Einrichtungen dies erlauben)
- Versorgung von Tieren, etwa Gassi gehen mit dem Hund
- Behördengänge
- Sport und Spaziergänge im Freien; auch mit einem anderen Hausstand (max. 5 Personen, siehe oben)
- Begleitung Minderjähriger oder Hilfsbedürftiger
- Besuche von Gottesdiensten
- Besuche von und Treffen mit getrennt lebenden Kindern (im Rahmen der Wahrnehmung des Sorgerechts)
- Sterbebegleitung

Was gilt für Gottesdienste?

Gottesdienste dürfen weiterhin stattfinden, wie gehabt unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern und einem Verbot von gemeinsamen Singens. Hier müssen künftig medizinische Schutzmasken (s. oben) getragen werden; Stoff- oder Community-Masken reichen nicht aus.

Was gilt für Senioren-, Pflege- und Behindertenheim

Bewohner von Senioren-, Pflege- oder Behindertenheimen dürfen weiterhin nur noch einen Besucher pro Tag empfangen; dieser muss einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen (Schnelltest) und eine FFP2-Maske tragen.

Alle Beschäftigen müssen künftig FFP2-Masken tragen, wenn sie direkten Kontakt mit den Bewohnern haben und sich in regelmäßigen Abständen, mindestens aber zweimal pro Woche, auf Corona testen lassen.

Sind Besuche im Krankenhaus erlaubt?

Die Betreiber der Krankenhäuser legen die Umgangs- und Besuchsregelungen individuell fest. Deswegen informieren Sie sich unbedingt vor jedem Besuch im Krankenhaus, ob er noch erlaubt ist. Viele Krankenhäuser haben ihre Besuchszeiten stark eingeschränkt.

Was gilt für Freizeitbäder, Kinos, Theater und Fitnessstudios?

Laut des Beschlusses von Bund und Ländern vom 3. März können bei bestimmten Inzidenzwerten - siehe oben - einzelne Einrichtungen unter Auflagen geöffnet werden.
Bis dahin gilt: Freizeitanlagen bleiben geschlossen. Dazu zählen: Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen und Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen. Außerdem: Alle Indoor-Sportstätten, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen und Therme, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen.

Was gilt für Restaurants und Gaststätten?

Laut des Beschlusses von Bund und Ländern vom 3. März kann bei bestimmten Inzidenzwerten - siehe oben - zumindest die Außengastronomie geöffnet werden. Das gilt auch in Bayern. Bis dahin bleibt die Gastronomie in Bayern geschlossen. Allerdings dürfen Gaststätten und Restaurants Essen außer Haus verkaufen. Alle Informationen finden Sie unter Was für Gaststätten in Bayern in der Corona-Pandemie gilt. Seit dem 11. Januar 2021 dürfen auch Betriebskantinen nur noch Getränke und Speisen zum Mitnehmen anbieten; Essen vor Ort ist nicht mehr erlaubt.

Welche Veranstaltungen dürfen noch stattfinden?

Veranstaltungen aller Art bleiben verboten. Für Ausnahmefälle gilt durchgängig Maskenpflicht:

"Veranstaltungen aller Art werden untersagt, ausgenommen sind verfassungsrechtlich geschützte Bereiche (z. B. Gottesdienste, Versammlungen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz)."

FAQ des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration

Außerdem werden weiterhin Profi-Fußballspiele - allerdings nur ohne Zuschauer - stattfinden.

Universitäten - Seminare und Vorlesungen nur noch online

Hochschulen und Universitäten sollen in Bayern grundsätzlich auf digitale Lehre umstellen.

Erwachsenenbildung - nur noch digital

Volkshochschulen und ähnliche Angebote der Erwachsenenbildung finden nur noch digital statt. Ausgenommen sind die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung mit zugehörigen Prüfungen sowie Erste-Hilfe-Kurse und die Ausbildung von ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Technischen Hilfswerks.

Hotels im Lockdown

Hotels dürfen weiterhin nur Übernachtungsgäste beherbergen, die aus beruflichen Gründen reisen müssen.

FAQ zur Ausgangsbeschränkung/ Kontaktbeschränkungen in Bayern

Weitere Informationen und ein FAQ rund um die Corona-Maßnahmen gibt es auf der Website des Bayerischen Innenministeriums.


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